Straßenhunde in Rumänien oder was ist ein Hundeleben wirklich wert?

Bürger und Bürgermeister wollen sie weghaben, Hundefänger holen sie weg, wollen sie aber nicht wirklich weghaben. Geschäfte machen mit ihnen kann man nämlich nur, wenn sie existieren.

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Tierschutzvereine stören das Geschäft, deshalb legt man ihnen Steine in den Weg. Man nimmt ihnen Betreuungsverträge für städtische Tier- heime weg, hält sie mit Versprechungen hin, zündet Ställe an, schneidet Zwinger auf, erschießt oder vergiftet die Hunde, erschwert die Ausfuhr nach Deutschland (zur Zeit in vielen Gegenden die einzige Überlebens- chance für einen Hund) mit windigen nicht EU-konformen Auflagen, die den Behörden viel Geld bringen und nichts nutzen, will riesige Lager errichten, die Tiere aber nicht füttern und nicht tierärztlich versorgen.

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In Rumänien ist nur ein toter Hund ein guter Hund!

Allerdings gibt es viele Bürger, die “ihre Hunde” behalten wollen, sie pflegen und versorgen. Ceausescus Erben gehen mit Polizeigewalt, ver- mummten Schergen und aggressiven Helfern gegen sie vor. Wenn man Glück hat, kann man seinen eigenen Hund, wenn er denn diese Einfangaktion überlebt hat, wieder gegen viel Geld auslösen – das ist modernes Raubrittertum.

Das nationale Gesetz, das endlich verpflichtende Kastrationen und Mikrochipkennzeichnung bringen soll, wird ewig nicht auf den Weg gebracht, weil interessierte Kreise versuchen, die Legalisierung der Tötungen immer wieder einzubringen – Euthanasie sofort, nach 7 oder 14 Tagen.

Diese “Hundefängermafia” organisiert sich mit als Tierheimen getarnten Hundebeseitigungsanlagen, sei es nun der Chefhundefänger von Brasov Flavius Barbulescu, der einen Pseudo-Tierschutzverein gegründet hat und sein Zentrallager direkt neben die Tierkörperverwertungsanlage in Codlea umsiedeln will, die Anlage der Tierärztin Dr. Herescu, Vorsitzende der Tierärztekammer im Kreis Prahova, die “nur kranke Hunde” einfängt und daher gleich den Persilscheinfür Euthanasie hat oder die Firma mit dem ver- niedlichenden Namen “Puppyvet”, die von Constanta aus im Umkreis von 400 Kilometern Hunde in Transportern einsammelt, angebliche Vermittlungen vorgaukelt und die Hunde doch nur sofort umbringt.

Das Deutsche Fernsehen hat kürzlich darüber berichtet. Diese drei Großen schicken ihre Häscher durch das Land, um ständig für Nachschub zu sorgen.

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Ob vielleicht ein Hund einen Besitzer hat, interessiert nicht, nur die Menge bringt Geld, damit man als Betreiber dieser Anlagen die im Haushaltsplan der Kommunen für die “Versorgung” der Hunde bereitgestellten Mittel beantragen kann. Mit einem “Komplett-Programm nach EU-Standard” macht man Werbung in anderen Städten und Gemeinden für die rei- bungslose Beseitigung des Streunerproblems.

Mikrochipkennzeichnungsaktionen sind unbeliebt, weil man nicht mehr so leicht die Hunde von einer Stadt in die andere verschieben kann. Hundetourismus nennt man das: In einer Stadt fängt man und kassiert, in der anderen Stadt lässt man einen Teil wieder laufen und kassiert ein zweites Mal für das erneute Einfangen der armen Kreaturen. So tauchen oft in Städten, wo man glaubte, das Problem der Hunde im Griff zu haben, verunsicherte Hunderudel spontan neu auf, um die Daseins- berechtigung der Hundefänger zu beweisen.

Die Tierschutzvereine sind gefühlt ein Störfaktor, weil man nicht in Ruhe dem Geschäft Hundemord nachgehen und richtig verdienen kann. Man hat den Eindruck, dass Rumänien sein Streunerhundproblem hinter hohen Mauern in Hochsicherheitstrakten ohne Öffentlichkeit und stören- de Tierfreunde lösen will. Filz und Korruption lassen grüßen. Wenn ein Bürgermeister human handeln will, ändert er merkwürdigerweise kurz- fristig mit fadenscheinigen Argumenten sein gutes Konzept, so gesche- hen dieser Tage in Predeal.

Tierfreunde, lasst uns gemeinsam aufstehen gegen dieses Grauen und Rumänien als Mitglied der EU sagen, so geht es nicht – Subventionen kassieren an jeder Ecke und handeln wie im Mittelalter. Rumäniens Hunde brauchen uns, unsere Kastrationskampagnen verhindern Leid und die Hunde, die in ein besseres Leben ausreisen dürfen nach Deutschland, zeigen der Welt, dass sie es wert sind, nicht umgebracht zu werden. Und es gibt sie auch in Rumänien: Bürgermeister, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und mit uns den humanen Weg zur Lösung des Streunerhundproblems durch Kastrationsaktionen gehen.

Liebe Tierfreunde, die rumänischen Hunde und die rumänischen Tierfreunde brauchen
unsere Hilfe. Laßt unsere Stimme dort noch lauter werden und helft uns weiter helfen!
Petra Zipp, bmt (Mai 2013)

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