Presse
Aktuelles RDT Aktuelle Zeitschrift "Recht der Tiere"

Zum Ansehen benötigen Sie mindestens den Acrobat-Reader 6.0. Den aktuellen Acrobat-Reader können Sie hier kostenlos herunterladen.

RDT Archiv "Recht der Tiere"

Die Zeitschrift des bmt erscheint 4 x im Jahr. Mitglieder erhalten sie kostenlos per Post.
Im Archiv finden Sie alle aktuellen und älteren Jahrgänge.

Presse - News-Ticker


Auszeichnung für die Daubringer Waldschule (02.09.2010)

Staufenberg/Reichelsheim (js). 2009 erhielt die Waldschule in Daubringen den mit 5000 Euro dotierten Hessischen Tierschutzpreis. Am kommenden Sonntagnachmittag bekommt die Schule den Jugendtierschutzpreis der Ehepaar-Quade-Stiftung.
Die Übergabe der Auszeichnung erfolgt im Tierheim Elisabethenhof in Reichelsheim während des dortigen Sommerfestes. Zu den Gästen zählen dann unter anderem die Hessischen Tierschutzbeauftragte Dr. Madeleine Martin, der Moderator der VOX-Sendung »Hundkatzemaus«, Frank Weber, und die Schauspielerin Radost Bokel (»Momo«). Dass die Waldschule, deren Leiterin Claudia Schmidt ist, so preiswürdig ist, kommt nicht von ungefähr: Kinder, das Kollegium und die Eltern engagieren sich für einen würdevollen Umgang mit Tieren, beispielsweise durch Patenschaften für Hunde, die im Gießener Tierheim untergebracht sind. Die Kinder lernten im Rahmen eines Projektes, dass Hunde Rechte haben. Und seit einigen Wochen trägt »Cara« (Golden Retriever) dazu bei, dass sich die Schüler im Unterricht noch besser konzentrieren können. »Cara« darf einmal in der Woche in einer Klasse unter dem Lehrerpult sitzen; die Kinder müssen sich dann so verhalten, dass die Hündin nicht unruhig wird.
Gießener Allgemeine

Japan: Blutige Treibjagd nach hunderten Delfinen (02.09.2010)

Trotz weltweiter Aufmerksamkeit werden bei der durch den Oscar-gekrönten Film «Die Bucht» bekannt gewordenen blutigen Delfinjagd vor dem japanischen Fischerort Taiji nach Befürchtung der Biologin Sandra Altherr auch in diesem Jahr viele hundert Tiere getötet.
Es sei zwar möglich, dass aus Sorge vor negativen Schlagzeilen direkt in der Bucht von Taiji weniger Delfine getötet würden, sagte die Expertin der Tierschutzorganisation Pro Wildlife am Mittwoch in München der Nachrichtenagentur AFP. «Unsere Befürchtung jetzt ist aber, dass sich ein Teil der Jagd auf das offene Wasser verlagert.» Die Jagd auf die Tiere begann am Mittwoch.
Bereits im vergangenen Jahr seien in der Bucht von Taiji selbst anscheinend weniger Tiere getötet worden als in der Vergangenheit üblich, sagte Altherr. Es sei aber unklar, ob auch dies bereits darauf zurückzuführen gewesen sei, dass die Fischer zunehmend auf dem Meer und fernab von unerwünschten Zeugen auf Jagd gingen. «Ob auch insgesamt weniger Tiere getötet wurden, wissen wir nicht.» Die offiziellen Fangzahlen der vergangenen Saison seien nicht veröffentlicht worden.
Die Fischer aus Taiji treiben jedes Jahr während der Fangzeit von September bis März rund 2000 Delfine in der Bucht zusammen. Einige werden gefangen und in Delfinarien gebracht, die übrigen mit Harpunen getötet und zu Fleisch verarbeitet. Ein Team um Regisseur Louie Psihoyos hatte die brutale Treibjagd für den Film «The Cove» («Die Bucht») teils mit versteckten Kameras gefilmt. Die Bilder von dem Delfin-Schlachten kamen 2009 erstmals in die Kinos und wurden in diesem Jahr in Hollywood mit einem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. Die Stimmung in Taiji sei derzeit «ziemlich aufgewühlt», berichtete Altherr, die von einem Kontaktmann vor Ort über die Lage auf dem Laufenden gehalten wird.
Delfinjagden gebe es in Japan nicht nur in Taiji, sondern auch an anderen Orten, betonte Altherr. Vor der Küste des Landes würden jährlich bis zu 15.000 Delfine und Kleinwale gefangen und getötet. Von der japanischen Politik sei trotz des weltweiten öffentlichen Protestes kein Einlenken in dieser Frage zu erwarten. «Wir erwarten kein großes Umdenken bei der Regierung», sagte sie.
Hoffnungen setzten Tierschützer indes zunehmend auf einen Bewusstseinswandel in der japanischen Bevölkerung, für den es erste Anzeichen gebe. So laufe der Film «Die Bucht» seit diesem Sommer nach anfänglich heftigen Protesten «erstaunlich erfolgreich» in japanischen Kinos, berichtete Altherr. «Viele Aufführungen sind ausverkauft.» Bis heute wüssten viele Japaner gar nicht, dass Delfinjagden an ihrer Küste stattfänden, da die Medien bislang kaum darüber berichteten. «Das ändert sich nun langsam.» afp
Augsburger Allgemeine

Kirchen an EU: Tierschutzförderung ja, aber nicht auf Kosten menschlichen Lebens (02.09.2010)

Nutzung von humanen embryonalen Stammzellen statt Tierversuchen ist gefährdet Menschenwürde
BRÜSSEL, 1. September 2010 (ZENIT.org).- Die Kirchen Europas haben sich jetzt erneut mit einem Appel zum Schutz des menschlichen Lebens an die EU gewandt. Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) befürwortet die Zielrichtung einer neuen Richtlinie der EU, den Tierschutz zu verbessern.
Allerdings betont die COMECE die grundlegend unterschiedliche Würde von Tieren und Menschen. Alternativen für Tierversuche können Versuche auf der Basis von humanen embryonalen Stammzellen beinhalten. Gemäß einer EU-Richtlinie könnten solche umstrittenen Versuche für Mitgliedstaaten verpflichtend werden.
Am 8. September 2010 wird das Plenum des Europäischen Parlaments in zweiter Lesung über folgenden Richtlinienentwurf „zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere" diskutieren und abstimmen (COD/2008/0211).
Tierversuche werden in der Forschung durchgeführt für die Entwicklung von Medikamenten, sowie für die Einschätzung der chemischen Toxizität, Ecotoxikologie und Sicherheit von Produkten (Pestizide, Lebensmittelzusatzstoffe, Kosmetika und andere Substanzen mit potenziellen Risiken für die menschliche Gesundheit).
Eines der Ziele der Richtlinie ist es, Tierversuche durch alternative Testversuche zu ersetzen. Einige dieser Alternativen könnten allerdings die Nutzung von humanen embryonalen Stammzellen (heSZ) beinhalten, die ursprünglich durch die Zerstörung menschlicher Embryonen gewonnen werden.
Tatsächlich ist COMECE äußerst besorgt über eine Vorschrift in dem Richtlinienentwurf wonach Mitgliedsstaaten verpflichtet werden könnten sicherzustellen, daß solche alternativen Methoden angewendet werden, unabhängig davon, ob diese auf heSZ beruhen oder nicht.
[Artikel 4 Absatz 1 ‚Grundsatz der Vermeidung, Verminderung und Verbesserung': „Die Mitgliedstaaten gewährleisten, dass, wo immer dies möglich ist, anstelle eines Verfahrens eine wissenschaftlich zufrieden stellende Methode oder Versuchsstrategie angewendet wird, bei der keine lebenden Tiere verwendet werden." ]
Ein Bericht der Europäischen Kommission („Alternative Testmethoden - Fortschrittsbericht 2009") nennt Beispiele für alternative Testmethoden, die gegenwärtig entwickelt werden. Unter 21 machen die folgenden 5 Strategien von humanen embryonalen Stammzellen (heSZ) Gebrauch:
- ReProtect: diese Strategie zielt darauf ab, reproduktive Toxizitätstests zu entwickeln unter Nutzung von heSZ, die mit bestimmten Chemikalien behandelt werden während ihrer Herz- und neuronalen Differenzierung. -
VITROCELLOMICS: diese Strategie beabsichtigt die Entwicklung von Medikamententests unter Nutzung von menschlichen in vitro Hepatitismodellen, die aus heSZ gewonnen werden.
- INVITROHEART: hier geht es darum, daß in vitro Modelle entwickelt werden sollen, die aus heSZ gewonnen werden und die verläßlich menschliche Herzmyocyten für Medikamententests abbilden sollen.
- ESNATS: dieses Projekt fördert die Entwicklung einer Platform für neue Toxizitätstests, speziell basierend auf heSZ, um den Medikamentenentwicklungsprozeß und die Evaluierung von Medikamententoxizität in klinischen Studien zu beschleunigen.
- carcinoGENOMICS: dieser Ansatz nutzt hepatocyte-ähnliche Zellen, die aus heSZ gewonnen werden, für die Entwicklung eines Tests zur Beurteilung bestimmter toxischer Eigenschaften.
Diese Technologien wurden von der EU unter dem 6. und 7. Forschungsrahmenprogramm finanziell unterstützt. Wie in früheren Stellungnahmen ruft die COMECE daher die Mitglieder des Europäischen Parlaments dazu auf, dafür Sorge zu tragen, daß alternative Testmethoden, welche auf der Basis von heSZ entwickelt werden, von den verpflichtenden Alternativen im Rahmen dieser Richtlinie ausgenommen werden. Dieser Ansatz könnte außerdem dazu beitragen, die zahlreichen alternativen Strategien zu fördern, welche unumstritten sind.
zenit.org

Wildschwein-Jagd ohne Soldaten (02.09.2010)

München - Bundeswehr-Einsatz im Jagdrevier: Bayerns Landwirte und Jäger erteilen dieser Idee eine Absage. Der Präsident des Bauernverbands Rheinland-Pfalz Süd hatte militärische Hilfe beim Abschuss von Wildschweinen gefordert.
Deutsche Soldaten, die in Tarnanzügen die Wälder durchkämmen, das Maschinengewehr schussbereit, auf der Suche nach dem Feind. Der hat vier Beine, ist keinen Meter hoch und ziemlich stabil gebaut: das Wildschwein. So sieht die moderne Form der Jagd nach den Wünschen von Norbert Schindler aus. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd und CDU-Bundestagsabgeordnete fordert eine Zwangsbejagung mit „militärischer Hilfe“, da die Tiere drastische Schäden auf den Feldern hinterließen.
Bayerns Bauern und Jäger erteilen diesem Vorschlag eine Absage. Als „völlig grotesk“ bezeichnet der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes, Jürgen Vocke, die Idee. „Ich kann mich über den Präsidenten nur wundern.“ Noch dazu wäre Schützenhilfe durch die Bundeswehr ein Straftatbestand, betont der Jurist. „Der Abschuss von Wild mit automatischen Waffen ist strengstens verboten.“ Auch von seinen bayerischen Kollegen bekommt Schindler keine Rückendeckung. „Ich kann mir das in Bayern nicht vorstellen“, sagt Johann Koch, Jagdreferent beim Bayerischen Bauernverband. Er hält den Vorstoß eher „für einen Ausdruck der Verzweiflung“. Er spricht sich dafür aus, zunächst alle andere Möglichkeiten auszuschöpfen, bevor ein ganzes Heer zum Nahkampf ausrückt. Dazu zählt für ihn ein bayernweites Konzept zur revierübergreifenden Jagd.
Dafür nimmt Koch die Jäger in die Pflicht, noch stärker zusammenzuarbeiten. Militärische Hilfe hält er für kontraproduktiv. „Das ist auch ein Akzeptanz-Problem“, vermutet der Jagdreferent. Wenn plötzlich Profi-Schützen der Bundeswehr in den Revieren anrücken, könnten sich die Jäger auf den Schlips getreten fühlen. „Das wäre ein Vertrauensbruch.“ Auch der Tierschutz spricht gegen einen Bundeswehr-Einsatz in Bayerns Wäldern. Denn die Waffen der Soldaten verletzen die Tiere nach Aussagen Vockes zunächst nur stark. „Sie sterben dann später elendig.“ Durch die verwendete Munition würde zudem das Fleisch unbrauchbar.
Um der großen Wildschwein-Population Herr zu werden, lautet sein Konzept: Bauern statt Bundeswehr um Hilfe bitten. „Wir brauchen dringend Schussschneisen in den Feldern.“ Landwirte und Jäger müssten noch stärker kooperieren.
Janine Tokarski
Merkur Online

Neue Anschläge auf Manager von Novartis (02.09.2010)

Von Maurice Thiriet
Militante Tierschützer haben in Mexiko, Russland und Spanien Farb- und Sprengstoffanschläge auf den Pharmakonzern verübt.
Novartis hat nach wie vor ein Sicherheitsproblem. Seitdem militante Tierschützer vor rund einem Jahr die Asche von Daniel Vasellas Mutter vom Friedhof in Chur entwendet haben, sind mindestens vier weitere Anschläge auf Einrichtungen oder Manager von Novartis verübt worden.
Der jüngste Anschlag ereignete sich am 1. August in Barcelona. Aktivisten verwüsteten nachts die Fassade des Hauses einer Novartis-Geschäftsführerin. Die Tierschützer füllten das Schloss der Haustür laut einem Bekennerschreiben mit Leim und warfen vier Farbbeutel.
Neben den Farbschäden prangte der Slogan «M. S. F. quält Tiere. Novartis = HLS». Die Aktivisten wollen mit ihren Aktionen erreichen, dass Novartis die Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Tierversuchslabor Huntingdon Life Sciences (HLS) einstellt, was ihnen im Fall des zweiten Schweizer Pharmariesen Roche mit ähnlichen Methoden gelungen ist.
Rohrbombe vor Novartis-Niederlassung
Bereits am 27. April attackierten militante Tierschützer ein Bürohaus in Moskau, in dem Novartis-Einrichtungen untergebracht sind, mit Steinen, Rauchpetarden und Farbbomben. Und am 19. Mai fand die mexikanische Polizei in Guadalajara eine Rohrbombe vor einer Novartis-Niederlassung, die offenbar kurz vor der Explosion stand.
Wie mexikanische Medien berichteten, war an der gleichen Stelle bereits am 22. September 2009 ein Sprengsatz aus Dynamit und Butangas explodiert. Ein Novartis-Sprecher bestätigt die Vorfälle, präzisiert indes, der Anschlag vom 22. September habe in Mexiko City stattgefunden. Laut den einschlägigen Internetforen der Tierschutzaktivisten scheint es in keinem der Fälle zu Verhaftungen gekommen zu sein. Novartis wollte sich dazu nicht äussern.
Zwei Aktivisten festgenommen
Einen Erfolg erzielten die Ermittler jedoch Ende Juli in England. Die Polizei nahm zwei Aktivisten der losen Gruppierung Militant Forces Against Huntingdon (MFAH) fest. Sie hatten mutmasslich die Fahrzeuge einer Tierfarm in Brand gesetzt, die mit Huntingdon Life Sciences zusammenarbeitet.
Die MFAH bekannte sich auch zu den Anschlägen auf Daniel Vasella im letzten Jahr. Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat die Ermittlungen im Fall vorübergehend eingestellt. «Daran hat sich bis jetzt nichts geändert, aber die Verbindungen zu den englischen Gruppierungen werden weiterverfolgt», sagt Maurus Eckert vom Untersuchungsrichteramt Graubünden.
Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) wollte aus ermittlungstaktischen Gründen nicht darüber Auskunft geben, ob man mit den Engländern in Kontakt stehe. (Tages-Anzeiger)

Gegner des Impfstoffzentrums: Staatsanwältin will höhere Geldstrafen im Boehringer-Prozess (02.09.2010)

Im Prozess gegen die Gegner des umstrittenen Boehringer-Impfstoffzentrums hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch bis zu 600 Euro Strafe für die Besetzer des Baugeländes in Kirchrode gefordert – das ist doppelt so viel, wie die Anklagebehörde bisher verlangt hatte.
Staatsanwältin Claudia Becker-Kunze begründete dies damit, dass sich das Verhalten der Angeklagten während des Prozesses strafverschärfend auswirken müsse. Sie hätten „keinerlei Unrechtsbewusstsein“ gezeigt und ihnen sei es erklärtermaßen darum gegangen, „der Fließbandjustiz in die Suppe zu spucken“, zitierte die Staatsanwältin aus einem Aufruf der Aktivisten.
Den drei jungen Männern und zwei jungen Frauen wird zur Last gelegt, das Gelände des Pharmaunternehmens Boehringer in Kirchrode im August 2009 nach einer Räumung der Polizei wiederbesetzt und dafür einen Bauzaun überwunden zu haben. Nach Auffassung der Staatsanwältin hat sich der Vorwurf des Hausfriedensbruchs in der Verhandlung bestätigt. Sie forderte, drei der fünf Angeklagten zu 40 Tagessätzen à 15 Euro zu verurteilen. Für die beiden anderen Angeklagten sollen die Sätze jeweils fünf Euro niedriger liegen, weil sie das besetzte Gelände „freiwillig verlassen haben und sich nicht tragen ließen“, sagte Becker-Kunze.
Die 20- bis 28-Jährigen forderten ihrerseits einen Freispruch. Sie hatten ihre Verteidigung selbst übernommen und hielten am Mittwoch ihre Plädoyers, was insgesamt fast vier Stunden in Anspruch nahm. Juristisch stellten die Angeklagten und ihre Laienverteidiger auf das Grundrecht der Versammlungsfreiheit ab. Einer der Angeklagten erklärte, die Tatmerkmale für einen Hausfriedensbruch seien nicht gegeben: Zum einen sei die Umzäunung des Geländes lückenhaft gewesen, zum anderen sei nicht nachgewiesen worden, wie der Zaun überwunden worden war. Ein Laienverteidiger wies darauf hin, dass Boehringer die Besetzung ursprünglich offiziell geduldet habe. Die Polizei habe die Räumung später als Maßnahme der Gefahrenabwehr gerechtfertigt – ohne sich auf den Hausherrn zu berufen, der die Gruppe später anzeigte. „Wenn weder Kenntnis noch Vorsatz über das Brechen des Hausfriedens besteht, ist der subjektive Tatbestand nicht gegeben“, folgerte der Rechtsbeistand.
Auch eine Lanze für den Tierschutz wurde gebrochen. In ihren Vorträgen verwiesen die Angeklagten auf die ökologischen und sozialen Folgen der Massentierhaltung, die Boehringer mit seinem Tierversuchslabor unterstütze. „Darüber hätte hier geredet werden müssen und nicht über den Widerstand dagegen“, sagte einer.
Das Urteil soll am kommenden Mittwoch fallen.
[Sonja Fröhlich]
Hannoversche Allgemeine

Hundeführerschein für alle! (02.09.2010)

Kampfhunde - schon alleine dieser Begriff ist diskriminierend. Stellen Sie sich vor, Sie haben seit langem ihrem Hund, der Ihnen gehorcht, keinen anderen Hund oder Mensch angreift und ein echter Familienhund ist. Von heute auf morgen bekommt dieser den Begriff Kampfhund.
Weil er eben einer bestimmten Rasse angehört, die in der Landeshundeverordnung als Kampfhund deklariert wird. Nun müssen Sie als Halter der zuständigen Behörde nachweisen, dass ihr Hund keine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit gegenüber Menschen oder Tieren aufweist. Das erging vielen Hundebesitzern von zehn Jahren mit der Einführung der Landeshundeverordnung. Doch nicht nur das: Nachbarn grenzten sie plötzlich aus, wechselten die Straßenseite und mieden den Kontakt.
Hunde sind potenziell gefährlich - wenn sie nicht richtig erzogen werden. Doch das liegt nicht unbedingt an der Rasse, sondern in erster Linie an den jeweiligen Haltern. Deswegen sollte man keine bestimmten Rassen als Kampfhunde bezeichnen, sondern von allen Hundehaltern und Hunden - ohne Ausnahme - einen sogenannten "Hundeführerschein" verlangen. Denn jeder Hund kann gefährlich werden.
Von Andrea Rothfuß
Haben Sie die gleiche Meinung? Oder haben Sie ganz andere Ansichten, die vielleicht auf persönliche Erfahrungen mit Kampfhunden zurückzuführen sind? Sagen Sie mir Ihre Meinung, wir veröffentlichen Ihre Leserbriefe in der nächsten Ausgabe. Schicken Sie mir eine Mail an: Andrea.Rothfuss@gmx.com.
Stuttgarter Wochenblatt

"Ich krieg jeden Dackel scharf - wenn ich will" (02.09.2010)

Thema Kampfhunde: Interview mit Hundetrainerin Elke Franz
 Kampfhunde sind böse, aggressiv und sollten am besten weggesperrt werden. Diese Meinung haben nicht wenige. Doch entspricht das auch der Wahrheit? Oder sind das nur die gängigen Vorurteile, die man ausräumen kann? Wir haben Hundetrainerin Elke Franz, die auch Pressereferentin des Internationalen Berufsverbandes der Hundetrainer ist, dazu befragt.
Von Andrea Rothfuß
S-MITTE
STW: Frau Franz, gibt es immer noch so viele Vorurteile gegenüber Kampfhunden?
Elke Franz: Die gibt es nach wie vor, deswegen sind solche Demonstrationen wie heute auch notwendig. Es gibt keine Kampfhunde in dem Sinn, diese Rassen sind genauso sozial wie andere Hunde auch. Natürlich sind sie optisch etwas Spezielles, aber viel wichtiger ist es genau hinzuschauen, wer solche Hunde denn hält.
STW: Was halten Sie von der Landeshundeverordnung, in denen bestimmte Rassen als gefährlich eingestuft und als Kampfhunde deklariert werden?
Elke Franz: Diese Rassenlisten sind schwachsinnig, ein Wahnsinn. Seit zehn Jahren gibt es die schon, das ist eine viel zu lange Zeit. Ich kriege jeden Dackel oder Chiwawa scharf, wenn ich das will.
STW: Das heißt es liegt am Halter und nicht am Hund, ob ein Hund aggressiv ist oder nicht? Elke Franz: Genau. Die Rassenlisten sind Rassismus pur. Was es braucht sind Schulungen für alle Hundehalter und ihre Hunde. Damit diese lernen, wie man einen Hund erzieht und mit ihm arbeitet, je nachdem, welcher Rasse der Hund angehört.
STW: Sie arbeiten seit 2005 als Hundetrainerin. Haben Sie in ihrer Praxis auch mit Kampfhunden gearbeitet, die auffällig geworden sind?
Elke Franz: Ich hatte diverse Hunde im Training, wo etwas vorgefallen ist.
Allerdings war kein Hund davon ein Kampfhund beziehungsweise gehörte zu einer Rasse, die als solche beschrieben wird.
Stutgarter Wochenblatt

Neusäß: Jogger greift Hund und Herrchen an (02.09.2010)

Ein Jogger hat am Montagabend in Neusäß zuerst einen Schäferhund und dann seine Besitzerin mit Pfefferspray attackiert. Für den Griff zum Spray gab es laut Polizeibericht keine Veranlassung.
Die 37-jährige Frau führte gegen 18.30 Uhr auf dem Fußweg neben der Straße von Hammel nach Aystetten ihren angeleinten Schäferhund aus. Ein ihr entgegenkommender etwa 40 Jahre alter Jogger sprühte im Vorbeilaufen dem Hund unvermittelt Pfefferspray auf die Schnauze. Als die Hundehalterin den Mann ansprach, sprühte er ihr ebenfalls Pfefferspray ins Gesicht und lief weiter. Die Frau erlitt eine brennende Hautrötung. (kar)
Die Polizei in Gersthofen bittet um Hinweise auf den Jogger unter Telefon (08 21) 3 23-18 10.
Augsburger Allgemeine

Eine neue Heimat für Yoko (02.09.2010)

Über 30 Jahre lang war der Graupapagei Yoko im Hotel Gollner zu Hause. Weil das neue Tierschutzgesetz die Einzelhaltung von Papageien aber nicht mehr erlaubt, musste er nun umziehen.
Artgerechtes Leben führen
Sein neues Zuhause fand Yoko im Papageinhaus in Vösendorf, wo er sich auch schon gut eingelebt hat. Umgeben von einem Schwarm von 17 Grau- und Amazonenpapageien kann er hier ein artgerechtes Leben führen und fühlt sich nach zwei Monaten schon richtig heimisch.
Nach nur zwei Monaten eingewöhnt
Er hat auch schon Freunde gefunden. Da nicht nur er jahrelang allein lebte, sondern auch andere Papageien, haben sich einige Vögel selbst die Federn ausgerissen - hier heilen diese Wunden langsam.
Yoko schaut sich auch schon nach einer fixen Partnerin um: "Es gibt zaghafte Annäherungsversuche mit einem weiblichen Graupapagei namens Franzi. Letzte Woche konnten wir Yoko dabei beobachten wie er sie gefüttert hat", erzählt die Biologin Elisabeth Zeppetzauer.
Ein großes Erinnerungsfoto in Graz
Im Hotel Gollner in Graz erinnert nur noch ein großes Foto an den tierischen Dauergast. Viele vermissen Yoko und fragen noch immer nach ihm, erzählt Hotel-Chefin Christine Gerlach: "Tagtäglich kommen Stammgäste und Kinder, um in die Ecke zu schauen, wo Yoko war, und jetzt ist dort nichts mehr. Dann erzählen wir den Gästen halt immer unsere Geschichte und geben das positive mit auf den Weg, dass es ihm gut geht."
Wer Yoko und seinen Freunden etwas Gutes tun will, kann übrigens Patenschaften übernehmen - und so zu einem glücklichen Papageienleben beitragen.
ORF Steiermark


Großes Sommerfest am 4. und 5. September im Tierheim Elisabethenhof mit zahlreichen prominenten Gästen (01.09.2010)

Reichelsheim, 31.08.2010. Am kommenden Wochenende feiert das Tierheim Elisabethenhof sein traditionelles und in der Wetterau sehr beliebtes Sommerfest. Das Team vom Elisabethenhof hat auch diesmal wieder ein buntes und abwechslungsreiches Programm für Kinder, Erwachsene – und Vierbeiner zusammengestellt.
„Neben unserem umfangreichen Rahmenprogramm erwarten unsere Besucher zahlreiche prominente Gäste“, sagt Mike Ruckelshaus vom Tierheim Elisabethenhof. „Die Hessische Tierschutzbeauftragte, Dr. Madeleine Martin, und der Moderator der VOX-Sendung „hundkatzemaus“, Frank Weber, werden unsere Tierheimhunde vorstellen und unseren Besuchern für Fragen rund um den Tierschutz zur Verfügung stehen.“
„Besonders freuen wir uns über den Besuch der bekannten Schauspielerin Radost Bokel („Momo“), die den Jugendtierschutzpreis der Ehepaar-Quade-Stiftung an die diesjährigen Preisträger überreichen wird“, so Mike Ruckelshaus.
Zum weiteren Programm gehören mehrfach täglich sehenswerte Vorführungen der Hundeschule Wetterau und natürlich – als „Besucher-Highlight“ – die Wahl des schönsten Mischlingshundes. Über die artgerechte Haltung von Hunden, Katzen und Kleintieren klärt das Tierheim-Team an den jeweiligen Info-Ständen auf. Interessierte erhalten hier auch ausführliche Informationen über die Charaktereigenschaften der Tierheimtiere.
Eine außergewöhnliche Unterstützung erhält das Tierheim Elisabethenhof durch die Firma Purina, die im Rahmen des Sommerfestes eine 7,5 Tonnen Futterspende der Super-Premium-Hundenahrung PRO PLAN übergeben wird.
Zugunsten des Tierheims finden auch in diesem Jahr eine Tombola mit vielen attraktiven Preisen und ein großer Flohmarkt statt.
Für das leibliche Wohl ist bestens mit vegetarischem Essen, frischen Waffeln, Kaffee und Kuchen gesorgt. Den musikalischen Rahmen übernimmt erneut in gewohnt routinierter Form Robby Hildmann aus Rosbach.
Das Team vom Elisabethenhof ist fest davon überzeugt, dass auch das diesjährige Sommerfest ein wunderschönes Erlebnis für die Gäste sein wird und hofft auf zahlreiche Besucher.  
tierheim-elisabethenhof.de  


SPD und Grüne fordern Zootiere sollen artgerechter gehalten werden (01.09.2010)

Im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses haben sich SPD und Grüne am Montag für größere Gehege ausgesprochen und höhere Besucherattraktivität gefordert. Der Direktor der Tiergärten sieht dagegen wenig Änderungsbedarf.
„Der Käfig ist keineswegs out“, widersprach Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz gestern Claudia Hämmerling. Die Zoofachfrau der Grünen hatte im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses die Tierhaltung der Berliner Zoos scharf kritisiert. Auch wenn der Zoo-Vorstand Blaszkiewitz die meisten Lacher auf seiner Seite hatte, einwickeln konnte er die Abgeordneten damit nicht. Während Blaszkiewitz in Sachen Artenerhaltung und Tierschutz in beiden Berliner Zoos keinen Handlungsbedarf sieht, findet Hämmerling die Konzepte von Zoo und Tierpark überholt und altbacken. „Da muss sich dringend etwas ändern.“ Nach ihrer Ansicht müssen die Einrichtungen vor allem artgerechter werden.
Der Tierschutzexperte der SPD, Daniel Buchholz, pflichtete der Grünen-Politikerin bei. Insbesondere der Tierpark in Friedrichsfelde habe „großes Entwicklungspotenzial“ – davon könnten Tiere und Besucher profitieren. Die Präsentation der Tiere und die Gestaltung der Wege könnten verbessert werden. In naturähnlichen Gehegen könnte man den Tieren mehr Auslauf ermöglichen, sagte Buchholz. In der Tierhaltung habe es in den letzten 200 Jahren eine enorme Entwicklung gegeben. Nun müsse ein „Tierpark des 21. Jahrhunderts her“. Die SPD will dennoch die Standorte beider Hauptstadtzoos erhalten.
„Tierhaltung ist immer eine Beschränkung zu dem, was ein Tier in der freien Natur eigentlich machen könnte“, sagte Zoochef Blaszkiewitz. Man halte alle geltenden Gesetze und aktuellen Bestimmungen ein. Die Arbeit des Direktors ist umstritten, insbesondere nachdem vor zwei Jahren bekannt wurde, dass er 1991 vier Katzenbabys eigenhändig den Hals umgedreht hatte, weil sie seiner Meinung nach verwildert waren und Krankheiten hätten übertragen können. Für den Tod der Katzen entschuldigte er sich 2008 und sagte im Untersuchungsausschuss: „Heute würde ich es nicht mehr tun.“
Wenn es nach Claudia Hämmerling geht, sollen die Berliner Zoos vor allem unabhängiger von Zuschüssen der Steuerzahler werden. „Vor dem Hintergrund von 65 Milliarden Euro Schulden muss an einem tragfähigen Konzept mit Strahlkraft gearbeitet werden.“ Berlin solle sich ein Beispiel am Leipziger Zoo nehmen. Dieser habe mit verändertem Konzept seine Besucherzahlen verdoppelt. Der Zoo erhält laut Finanzverwaltung in diesem Jahr 1,4 Millionen Euro, der Tierpark wird sogar mit 5,8 Millionen Euro Landesmitteln bezuschusst.
Nach Meinung von Blaszkiewitz habe es in den vergangenen Jahren viele positive Entwicklungen im Tierbestand der beiden Zoos gegeben. Er verwies auf ein Zukunftsprojekt, dessen Konzept dem Abgeordnetenhaus vorliegen soll. Dieses hat Claudia Hämmerling allerdings noch nicht zu Gesicht bekommen. „Ich habe lediglich einmal einen geheimen Entwurf gesehen, aber das ist Jahre her“, sagte Hämmerling. Die Finanzverwaltung des Senats bestätigte dem Tagesspiegel ebenfalls die Existenz eines geheimen Entwurfes aus dem Jahre 2007.
Der Tagesspiegel

Wilde Tiere im Zirkus: Tierschützer sprechen von Quälerei (01.09.2010)

Bad Oldesloe - Protest gegen den Zirkus Probst, der jüngst auf dem Exer in Bad Oldesloe gastierte: Jugendliche prangerten mit Flyern die Haltung von Zirkustieren an. Das gab Ärger, die Polizei rückte an.
„Wenn solche Leute auftauchen, rufe ich sofort die Polizei“, erklärt der Pressesprecher des Zirkus Probst, Laurens Thoen. Solche Leute, dass sind Jugendliche, die im oder vor einem Zirkus kritische Flyer über Tierhaltung im Zirkus verteilen, die demonstrieren, im Zweifel auch Plakate beschädigen.
Gleich zwei Mal, so Thoen, hätte der Zirkus während seines Oldesloer Gastspiels Besuch von Jugendlichen bekommen. „Sie skandieren, dass wir Tierquäler sind, sie bezichtigen uns eines Straftatbestandes, der nicht stimmt, und dagegen verwahren wir uns.“ Dabei warten die Mitarbeiter des Zirkus allerdings nicht erst auf das Eintreffen der Polizei, sondern versuchen auch selbst die Jugendlichen zu entfernen. „Unsere Leute sind da rausgegangen. Wir machen uns allerdings die Hände nicht schmutzig, das wollen die nur, die wollen provozieren.“ Thoen glaubt nicht, dass es sich dabei um seriöse Tierschützer handelt, „die haben damit nichts zu tun“. Vielmehr, das ist seine Erfahrung und auch die Erfahrung seiner Kollegen von anderen Großzirkussen, heuerten bestimmte Organisationen gerne „radikale“ Jugendliche an, die für Stimmung sorgen sollen.
Ob das so ist, ist unklar. Die Jugendlichen, die vor Ort die Flyer verteilen wollten, haben den LN lediglich in einem anonymen Schreiben von einem Vorfall berichtet. Sie schreiben, dass sie heftig beschimpft, geschubst und sogar bespuckt worden seinen. Sie hätten sich massiv bedroht gefühlt. Davon, dass die Polizei gekommen ist, wie Thoen berichtete, schreiben sie nichts. Und auch nicht zu dem eigentlichen Anlass ihrer Aktion – Tierquälerei in Zirkussen. „Es gibt in unserer Branche schwarze Schafe“, erklärt Thoen. Das sei gar keine Frage. Für sich selbst nimmt der Zirkus Probst aber in Anspruch, seinen Tieren die Freihaltung ermöglicht zu haben – ohne angebunden zu sein – lange bevor es gesetzlich geregelt wurde. Und „der Verzicht auf solche Tiere, deren Bedürfnissen der Reisebetrieb nur mir größtem Aufwand gerecht werden kann, gehört ebenso zur Philosophie wie die artgerechte Haltung in Übereinstimmung mit geltenen Leitlinien und allgemein akzeptierteten Ansichten“, heißt es auf der Internetseite des Zirkus. Dass es ihren Tieren gut ginge, würde bei den Kontrollen der Veterinärbehörden immer wieder festgestellt. Das bestätigt auch Dr. Paul-Gerhard Domke, Leiter des Fachbereich Veterinärwesen beim Kreis Stormarn: Üblicherweise würden Großzirkusse in dem Moment intensiv kontrolliert, wenn sie erstmals auf schleswig-holsteinischem Boden gastieren. Das sei auch beim Zirkus Probst so gewesen, in Pinneberg. „Es sind keine Beanstandungen festgestellt worden“, sei dem Kreis Stormarn von dort mitgeteilt worden.
Die Jugendlichen haben sich an Bad Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos) gewandt und ihn gebeten, eine Genehmigung für den Zirkus Probst in Zukunft zu überdenken. Von Bary hat den Zirkus um eine Stellungsnahme zu den Ereignissen gebeten. Vor Jahren habe es eine ähnliche Situation mit einem anderen Zirkus gegeben. Aber „wenn wir keine Probleme mit dem Zirkus haben, können die auch wiederkommen“. Und solange es kein gesetzliches Verbot der Tierhaltung in Zirkussen gibt, „kann auch der Bürgermeister nichts dagegen tun“. Er könne Berufsfreiheit nicht einschränken.
Von K. Kuhlmann-Schultz
Lübecker Nachrichten

Fall "Joshi" kommt nicht vor Gericht (01.09.2010)

RNZ Zuzenhausen. (kel) Die Halterfamilie des elend zugrunde gegangenen ungarischen Hirtenhundes "Joshi" kommt offenbar glimpflich davon. Für vier Familienangehörige habe es Geldbußen gegeben, erklärte die Staatsanwaltschaft Heidelberg auf Anfrage. Ein Gerichtsverfahren wird es somit aller Wahrscheinlichkeit nach nicht geben. Dafür müssten die Angeschuldigten Widerspruch gegen den Strafbefehl einlegen.
Die vom Amtsgericht Sinsheim verhängte Geldstrafe sei "empfindlich" gewesen, so Oberstaatsanwältin Kerstin Anderson. Sie wollte aus Rücksicht auf den Persönlichkeitsschutz keine genaueren Beträge nennen, deutete aber an, dass die Strafen sehr unterschiedlich ausgefallen seien und sich durchweg im vierstelligen Euro-Bereich bewegten. Für die Familie, die neben dem Hund noch etliche Katzen im Haus hatte, gilt außerdem weiter ein Tierhalteverbot.
Bei ihrem Strafbefehl berief sich die Justizbehörde auf Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes, der für Tierquälerei Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren vorsieht. Ein derart hohes Strafmaß wird praktisch aber nicht ausgeschöpft. Die Beschuldigten ließen, so der Vorwurf, dem von ihnen gehaltenen Hund nicht die erforderliche Pflege und tierärztliche Behandlung zukommen, so dass das Tier zusehends verwahrloste und länger andauernde Schmerzen erdulden und schließlich eingeschläfert werden musste.
Der Hund, der ursprünglich "Pit" hieß und unter dem vom Sinsheimer Tierheim verwendeten Namen "Joshi" traurige Berühmtheit erlangte, war Ende April in Zuzenhausen auf der Straße gefunden worden: mit offenen Wunden, in denen Maden hausten, mit gebrochenem Schwanz und derart langem und verfilztem Fell, dass ihm das Laufen unmöglich geworden war. Das Tierschicksal hatte viele Menschen erschüttert. Zu einem Schweigemarsch und einer Mahnwache waren im Juni rund 550 Teilnehmer gekommen. Eine eigens für "Joshi" gegründete Internet-Gruppe zählt heute immer noch über 28 000 Mitglieder und organisiert einen Informationsaustausch über Tierquälereien in ganz Deutschland.
Rhein-Neckar-Zeitung

Tierquäler-Video: Mädchen ertränkt sechs Hunde-Babys in einem Fluss (01.09.2010)

Nach dem Film über Katzen-Quälerei sorgt ein neues Video für Empörung. Ein Mädchen wirft grinsend wehrlose Welpen in einen Fluss.
Nach einem Video, in dem eine Frau eine Katze in einen Mülleimer steckte, hat ein neuer Tierquäler-Film im Internet einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der im Videoportal Youtube veröffentlichte Film zeigt ein blondes Mädchen mit einem roten Pullover, das mehrere quiekende schwarz-weiße Welpen einzeln aus einem Eimer herausnimmt und in einen Fluss wirft. Youtube nahm das 44 Sekunden dauernde Video von seiner Plattform, doch es erschien wieder auf anderen Seiten und sorgte in der Internetgemeinde für einen Aufschrei der Empörung.
Im sozialen Netzwerk Facebook wurden gleich mehrere Gruppen gegründet, in denen zur Rache gegen das Mädchen aufgerufen wurde. Die Gruppe „Findet das Mädchen, das Welpen in einen Fluss warf“ hatte bereits 1200 Fans.
„Findet das Mädchen und steckt es wegen Tierquälerei ins Gefängnis“, schrieb eine Nutzerin. „Werft sie in den Fluss“, forderte ein anderer Facebook-User. Viele Kommentatoren riefen zu extremer Gewalt gegen das Mädchen auf. Einige Nutzer gaben an, das Mädchen komme aus Bosnien.
Erst vor wenigen Tagen hatte ein Video Empörung ausgelöst, in dem eine Frau eine Katze in eine Mülltonne steckt. Die Katze konnte gerettet werden.
AFP/tma
Die Welt

Dogge Joschi stirbt im verschlossenen Auto am Harras (01.09.2010)
 
München - Damit hat Hundebesitzer Peter S. nicht gerechnet: Bei nur 18 Grad Außentemperatur ließ er seine Dogge Joschi in einer Box im Auto. Als Peter S. zurück kam, war Joschi dem Sterben nahe.
Es ist der klassische Fall einer Tierquälerei aus Nachlässigkeit: Herrchen oder Frauchen lassen ihr Zamperl im Hochsommer im Auto, im Körper des Hundes staut sich die Wärme bis zum Hitzschlag. Es war Juli, als Peter S. (40) seinen Joschi im Ford Galaxy zurückließ. Aber es war ein trüber Tag, 18 Grad, der Feuerwehrmann hat sich „nicht vorstellen können, dass etwas passieren könnte“, verteidigte er sich vor dem Amtsgericht. Doch die 90 Minuten im Auto führten letztlich zu Joschis Tod.
S. hatte die dreijährige Bordeaux-Dogge seit sechs Monaten. Weil er den Hund oft mitnehmen musste, besorgte er sich „die größte Transportbox, die es gibt“. Am 9. Juli 2009 hatte S. einen Zahnarzttermin, er ließ Joschi im Auto bei offenem Kippfenster auf dem Parkplatz der Medizinfirma am Harras, bei der sein Freund Alexander W. (43) tätig ist.
W., der Rettungssanitäter ist, rief ihn gegen 15 Uhr auf dem Handy an: „Dem Hund geht es schlecht“. S. konnte nicht weg, sein Spezl drängte aber weiter. „Schlag die Scheibe ein, ich komme“, rief S. und rannte mit aufgebohrtem Zahn los. „Wir haben den Hund sofort gekühlt, Alex hat ihm Sauerstoff zugeführt“. Die beiden brachten ihn zur Tierärztin, die schickte sie in die Tierklinik Haar . Joschi war nicht mehr zu helfen, er musste eingeschläfert werden. „Es ist mir sehr nah gegangen“, versichert S.
Eine Zeugin meldete den Vorfall damals dem Kreisverwaltungsreferat. Anja J. (29): „Der Hund konnte sich in dem engen Behältnis nicht rühren, er hat versucht, die Stäbe durchzubeißen“. Eine Sachverständige: „Das hat ihn zusätzlich Energie gekostet“. Auf keinen Fall dürfe ein Hund in einer Box im Auto zurückgelassen werden, „er muss sich frei bewegen können“. Auch verschaffte das gekippte Ausstellfenster der Dogge zu wenig Luft. Die Expertin: „Der Hund kann nicht über die Haut schwitzen“. Er gibt die Wärme über die Zunge ab, beim Ausatmen bildet sich warmer Wasserdampf, das Tier kann die steigende Körpertemperatur nicht regulieren.
Anwalt Erhard Frank regte eine Einstellung des Verfahrens gegen seinen unbescholtenen Mandanten an. Die Staatsanwältin stimmte angesichts der besonderen Umstände zu. Peter S. muss 900 Euro an den Allgemeinen Rettungsverband zahlen.
Sarah List
Merkur Online

Hund an fahrenden Traktor angebunden (01.09.2010)

Da trauten sie ihren Augen nicht: Im Begegnungsverkehr sahen Beamte der Polizeihundestaffel Aalen auf der B 29 am Montag, gegen 17.45 Uhr hinter einem Traktor zunächst nur einen Anhänger mit vier Pfoten. Genauer nachgeschaut stellten die Polizisten fest, dass an dem mit Schrittgeschwindigkeit fahrenden Traktor ein Appenzellerhund mit einer längeren Leine befestigt war, welcher notgedrungen hinter dem Fahrzeug herlaufen musste.
Auf sein Verhalten angesprochen erklärte der 80-jährige Traktorfahrer, dass sein Hund schon zweimal ausgebüxt wäre und er ihn gerade wieder einmal vom Tierheim abgeholt habe. Da das Tier sich aber weigere, auf dem Nebensitz der landwirtschaftlichen Zugmaschine „Platz“ zu nehmen, müsse er nun halt hintendrein laufen. Keine Frage, dass ihm ein solches Vorhaben von den Beamten kurzerhand verboten wurde. Mit immer griffbereiten Hunde-Leckerli lockte ein Polizeibeamter den Ausreißer erfolgreich auf den Traktorsitz, wo er sicher mit der Leine fixiert werden konnte. Dankbar verabschiedete sich das Tier bei dem Beamten nicht nur ordentlich mit Pfötchen, sondern sogar noch mit einem feuchten Schlabberkuss. Der Abschied des Hundebesitzers indessen fiel nicht ganz so überschwänglich aus, denn der war von den Polizisten zuvor noch verwarnt worden.
© Schwäbische Post

Hund erschrickt: Frauchen bricht sich Wirbel (01.09.2010)

Starnberg - Eine Entenjagd am Starnberger See ist einer Gastwirtin (48) zum Verhängnis geworden. Ihr angeleinter Hund erschrak sich durch die Schüsse so heftig, dass er sie umriss. Mit fatalen Folgen.
Sie stürzte und brach sich einen Lendenwirbel. Jetzt verklagte sie den örtlichen Jagdpächter.
Es war der 27. Dezember 2007, sechs Uhr in der Früh. Maria L. war mit Balu, einem damals drei Jahre alten Golden Retriever, am Starnberger See beim Gassigehen. In der Nähe der Nepomukbrücke traf die 48-Jährige auf drei Männer mit Gewehren. Es waren der örtliche Jagdpächter Helmut W. (65), der mit zwei Kollegen vom Tegernsee und Schliersee Enten und Gänse abschießen wollte.
Am Gehweg begrüßte der Jagdpächter die Gastwirtin, die eine Bekannte von ihm ist. Er bat sie, wegen der Gefahr durch mögliche Abpraller zurückzubleiben. Danach konzentrierten sich die Männer auf die Enten, auf die sie im Flug schossen.
Als sich Helmut W. in einer Nachladepause umschaute, sah er Maria L. auf dem Boden liegen. Ihr Hund wartete neben ihr. Der 48-Jährigen ging es nicht gut. Sie war so unglücklich auf eine Bordsteinkante gefallen, dass sie sich nicht mehr bewegen konnte. Zwei Operationen retteten sie vor einer Querschnittlähmung. Ein Jahr lang war die Mutter von vier Kindern arbeitsunfähig. Heute kann sie sich wieder einigermaßen bewegen. „Es geht so“, sagte sie am Rande des Prozesses.
Weil die Versicherung des Jägers keinen Schadenersatz zahlen wollte, zog Maria L. vor Gericht. Sie verklagte Helmut W. auf rund 40 000 Euro. Ein Vergleichsangebot von Richter Stefan Antor auf die einmalige Zahlung von 15 000 Euro lehnte sie ab. Dafür war die Verletzung zu gravierend gewesen.
Doch der Richter hielt ein Mitverschulden der Frau für gegeben. Grund: Die Gastwirtin hätte die Jäger zum Beispiel bitten können, nicht zu schießen oder den Hund an einen Zaun binden können. Maria L. hingegen erklärte, sie hätte die Jäger gebeten, sie noch rasch über die Nepomuk-Brücke zu lassen, um im Ort verschwinden zu können. Doch stattdessen hätten die Jäger sofort losgeschossen.
Diese Version wurde von den Männern nicht bestätigt. Vielmehr erinnerte sich der 63-jährige Tegernseer, dass die Frau in einer Entfernung von rund 30 Metern zurückgeblieben und an einem Gartenzaun stehen geblieben sei. „Dann haben wir geschossen“, berichtete er. „Und haben Sie getroffen?“; erkundigte sich Richter Antor. „Natürlich, wir sind ja gute Schützen“, erwiderte der Jäger.
Während des Abschusses, so vermutete der Mann, müsse der Hund die Frau umgerissen haben. „Die Dame lag dann am Boden“, erinnerte er sich. „Und was war mit dem Hund?“, fragte der Richter. „Der war weg“, behauptete der 63-Jährige. Sein Schlierseer Kollege war sich ziemlich sicher, den Hund bei der Frau gesehen zu haben. Angeblich war sie auch erst aus Richtung Schwimmbad zur Dreiergruppe gestoßen. Von einer Bitte, sie schnell über die Nepomuk-Brücke zu lassen, sprach niemand.
Da die klagende Gastwirtin auf ein Urteil bestand, wurde die Entscheidung auf Ende September vertagt. Vermutlich wird Richter Antor dann ein Gutachten in Auftrag geben, das klären soll, ob die Verletzung durch den Sturz aufgrund des Reißens an der Leine entstanden sein kann.
Angela Walser
Merkur Online


Angst: Aktion Feuerzauber reloaded (31.08.2010)

Schneller als die Polizei klärt Niedersachsens Unions-Fraktion Brandstiftungen auf: Alles das Werk von "radikalisierten Tierschützern". VON BENNO SCHIRRMEISTER
Ernst ist die Lage in Niedersachsen. Und es steht "zu befürchten, dass sich die Gefahr für landwirtschaftliche Betriebe erhöht". Denn der Terror hat seine blutige Hand aufs Agrar-Industrieland gelegt, fast wie 1978, bloß in Gestalt "so genannter radikalisierte Tierschützer". Die hätten nämlich durch "gezielte Brandstiftung" am 30. Juli in Sprötze und am 21. August in Ahlhorn das "Leben von Menschen und Tieren" gefährdet.
So heißt es in einer "Resolution der Fraktionsvorsitzenden im Niedersächsischen Landtag", wohlgemerkt aller Fraktionsvorsitzenden. Und natürlich verurteilt die "auf das Schärfste die Brandanschläge". Sie findet sich online zwar nur auf der CDU-Website, jedoch mit allen sechs Namen drunter.
Bloß: uu Unrecht. Außer Björn Thümler, Chef der Landtags-CDU und Verfasser des Brandbriefs, will das so nicht einmal Koalitionsfreund Christian Dürr (FDP) unterzeichnen. Und verstimmt haben die Oppositions-Spitzen reagiert: Seine Nennung bezeichnete Stefan Schostok (SPD) als "befremdlich", Stefan Wenzel (Grüne) drohte gar mit "rechtlichen Schritten" gegen diese "Fälschung". Die Linke antwortete mit einer parodistischen "Resolution der Vorsitzenden der Fraktionen von CDU und Die Linke", die Thümler als Mitunterzeichner aufführt und ganz in seinem Jargon "auf das Schärfste die soziale Auslese im Bildungssystem" verurteilt.
Das ist geschmacklos. Denn das Bildungsthema ist ein ernstes und empirisch belegt. Anders, als der Trend zum Tierschutz-Terrorismus: Anzeichen für den wittern Thümler & Co. in den genannten Brandstiftungen. Zwar ist weder das Abfackeln einer neuen Hähnchenmastanlage in Sprötze, noch das eines Papiercontainers bei der Putenbrüterei der Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen bislang aufgeklärt. Und zwei Brände sind noch nicht sehr viele. Trotzdem schwadroniert Unions-Sprecher Oliver Wagner von "einer Häufung von Vorfällen" und einer "Gesamtlage", auf die zu reagieren sei - per Resolution. "Es hat ja auch", erwähnt er dann, "eine Morddrohung gegen die Ministerin gegeben."
Das weiß er genau. Denn während die Fragen nach Grotelüschens Verwicklung in tierquälerische Putenmast immer drängender wurden, war ein Drohbrief gegen sie eingegangen - komischerweise an die Unionsfraktion. "Das war ein handschriftlicher Brief", so Wagner, "und heftig im Wortlaut." Zudem wurde "ein konkreter Zeitpunkt benannt", nämlich "der Monat August". Klingt nach Spinner-Post - war aber für die CDU Anlass genug, die Medien zu alarmieren. Immerhin ermittelt das Landeskriminalamt und hier wenigstens scheint der Kontext klar.
Anders als bei den zwei Brandstiftungen: In Sachen Sprötze ist ein anonymes Kommuniqué öffentlich geworden, im Internet. Die Verfasser sympathisieren mit der Tat, schildern sie aber nicht kenntnisreicher, als die Presseagenturen. Beweist das die Täterschaft von Tierschützern? "Bei uns stehts noch nicht fest", so die Auskunft der Staatsanwaltschaft Stade. Und die in Oldenburg hat nicht einen Hinweis darauf, dass den Papier-Tonnen-Brand bei der Ahlhorner Ministerinnenbrüterei Tier-AktivistInnen gelegt haben könnten. "Es kommt im Grunde jeder als Täter in Frage", so ihr Sprecher Rainer du Mesnil. Tatsächlich kennt die Kriminalgeschichte AlkoholikerInnen, feindliche Nachbarn und liebeskranke Feuerwehrleute als Brandstifter. Ja, in Niedersachsen hat sogar einst der Verfassungsschutz eine Aktion Feuerzauber koordiniert, 1978, in Celle. Damals schiens dem CDU-Ministerpräsidenten opportun, Terrorismus-Ängste zu schüren.
Greifbare Hinweise auf eine Neuauflage des Skandals gibt es ebenso wenig, wie zwingende Anlässe für eine gemeinsame Resolution. Dürr, der Chef der FDP-Fraktion, glaubt trotzdem, dass sie zustande kommt. "Das ist eine Frage der Formulierungen", sagt er, etwas in Richtung "Gewalt ist keine Lösung". Hui! Ein solcher Beschluss, das wäre natürlich eine echte Sternstunde des Parlaments.

Aktion Feuerzauber I
Einschlägige Erfahrung mit terroristischen Brandanschlägen sammelte die Niedersachsen-CDU bereits 1978 mit der Aktion Feuerzauber. Sie fand kurz nach der Wahl, die Ernst Albrecht als Ministerpräsidenten bestätigte, an der Justizvollzugsanstalt Celle statt.
Dort führten am 25. Juli 1978 um 2.54 Uhr zwei Kriminelle mit Ausstattung und im Auftrag des Landesamtes für Verfassungsschutz eine Teilsprengung der Gefängnis-Mauer durch.
Es entstand das "Celler Loch". Erst 18 Jahre später stellte sich heraus, dass diese Intervention in den öffentlichen Raum doch nicht zu Lasten der RAF, sondern des Verfassungsschutzes und des CDU-Ministerpräsidenten Albrecht ging.
Das Loch wurde beim Neubau der JVA 1998 en bloc herausgefräst. Es dient seither als Mahnmal gegen Staatsunsinn.
taz.de

Japan: Jagd auf Delfine geht wieder los (31.08.2010)

München, 30.08.2010: Tierschützer befürchten das Schlimmste: Am Mittwoch, dem 1. September, startet vor der japanischen Küste wieder die Treibjagd auf Delfine und Kleinwale. Alljährlich werden dort bis zu 15.000 der kleinen Meeressäuger grausam abgeschlachtet.}
Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife ruft zu Protesten an die japanische Regierung auf, damit diese die Treibjagden einstellt. Der Öko-Thriller "Die Bucht" hatte im vergangenen Jahr der Weltöffentlichkeit gezeigt, wie eine weltweite Delfinindustrie mit den alljährlichen Treibjagden im japanischen Fischerort Taiji verflochten ist, wo jährlich bis zu 2.000 Tiere sterben. Seit Juli wird "Die Bucht" auch in japanischen Kinos gezeigt. Im deutschen Fernsehen ist der mit dem Oscar prämierte Dokumentarfilm erstmals am 11. September um 20:15 Uhr auf Vox zu sehen.
Japan: Die Medien sind weg, die Jagd geht weiter Jedes Jahr am 1. September beginnt in Japan die Treibjagdsaison auf Delfine - bis vor einem Jahr blieb dies der Öffentlichkeit verborgen. Nachdem der Dokumentarfilm "Die Bucht" im vergangenen Sommer in die internationalen Kinos gekommen war, mit Preisen überschüttet wurde und Medien weltweit über die grausame Delfinjagd in Taiji berichtet hatten, strömten im September 2009 Fernsehteams aus aller Welt in das japanische Küstenstädtchen. Daraufhin setzten die Fischer in Taiji die Delfinjagd zunächst aus. Doch als einige Monate später die öffentliche Aufmerksamkeit wieder zurückging, nahmen die Fischer die grausame Jagd wieder auf - nun teils auf das offene Meer verlagert, um Augenzeugen zu verhindern. Zwar starben 2009 offenbar weniger Delfine in Taiji - offizielle Zahlen liegen noch nicht vor - doch die Fischer haben bereits angekündigt, dass sie auch 2010 wieder Treibjagden durchführen wollen. "Tierschützer aus aller Welt müssen deshalb weiterhin auf die japanische Regierung einwirken. sagt Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife. "Über www.prowildlife.de kann jeder, der etwas gegen diese sinnlosen Jagden unternehmen möchte, beim japanischen Fischereiminister protestieren".
"Die Bucht": Kassenschlager in Japan
Die Auszeichnung mit dem Oscar hat dem Film auch in Japan zu mehr Bekanntheit verholfen und damit auch dort über das blutige Treiben der Fischer in Taiji informiert. Seit Juli dieses Jahres zeigen auch japanische Kinos "Die Bucht". Der Film wurde in Japan ein Überraschungserfolg, in vielen Kinos läuft er länger als geplant, immer mehr Filmtheater zeigen ihn. "Endlich erfahren auch die Japaner, wie grausam in ihrem Land Delfine gejagt werden und dass, anders als die Regierung propagiert, Delfinfleisch keine gesunde Kost, sondern schwer verseuchter Sondermüll ist", so Altherr. Deshalb unterstützt Pro Wildlife, zusammen mit anderen Verbänden, Tierschutz- und Verbraucherorganisationen in Japan, die die Bevölkerung über die Massaker informieren und vor dem Verzehr von Delfinfleisch warnen. Mit ersten Erfolgen: Zunehmend berichten auch japanische Medien über die Belastung von Wal- und Delfinfleisch, die zu ernsten Erkrankungen bei den Begriff aus der Ökologie. Konsumenten führen kann. Doch noch hält die Regierung in Tokio an ihrer Politik fest und erteilt weiterhin unbeirrt Fangquoten für Delfine und Kleinwale.
Sendetermin "Die Bucht": Samstag 11. September; 20:15 Uhr auf VOX
umweltjournal.de

An JLU sind Tierversuche wichtiger Bestandteil vieler Forschungsvorhaben (31.08.2010)

GIESSEN (fod). Wenige Themen sind emotional derart aufgeladen wie Tierversuche. Während die einen sie für unverzichtbar halten, werden sie von anderen strikt abgelehnt. Fakt ist, dass ohne solche Experimente der medizinische Fortschritt nicht in gleichem Maße möglich wäre und somit viele Krankheiten von Menschen und Tieren unheilbar bleiben würden. Auch an der Justus-Liebig-Universität (JLU) sind Tierversuche wichtiger Bestandteil vieler Forschungsvorhaben.
Was jedoch viele Außenstehende nicht wissen: Eine große Anzahl der Experimente an Wirbeltieren ist gesetzlich vorgeschrieben. „Bevor ein neues Medikament auf den Markt gebracht werden darf, muss es zunächst an Tieren getestet werden“, erklärt Prof. Hanno Würbel. Dabei wird es von der pharmazeutischen und chemischen Industrie sowohl auf Verträglichkeit als auch etwaige Nebenwirkungen untersucht. An der JLU hingegen fänden Tierversuche aber hauptsächlich in der Grundlagenforschung in den Fachbereichen Human- und Veterinärmedizin statt. Laut dem gebürtigen Schweizer, der seit 2002 Inhaber der damals in der Veterinärmedizin neu geschaffenen Professur für Tierschutz und Ethologie und seit 2008 auch zentraler Tierschutzbeauftragter der Universität ist, unterscheide man zwischen genehmigungspflichtigen und anzeigepflichtigen Versuchen. Immer mit dem Ziel, den Tieren unnötige Schmerzen zu ersparen.
Während gesetzlich vorgeschriebene Experimente nur angezeigt werden müssen, verlangen Versuchsreihen, dass vorher bei der zuständigen Behörde ein Antrag gestellt wird - im Falle Gießens beim Regierungspräsidium. „Darin müssen Ziele und Umfang genauestens dargelegt und eine Absichtserklärung abgegeben werden, wie viele Tiere in welchen Tests eingesetzt werden sollen“, schildert Würbel. Im Jahr 2008 beispielsweise wurden in Laboren der JLU im Rahmen von Forschungsvorhaben über 1300 Mäuse und mehr als 800 Ratten getötet.
Würbel und sein Team sind dabei erste Ansprechpartner der Wissenschaftler. „Wir sagen ihnen schon im Vorfeld, wenn Versuchsreihen nicht zu rechtfertigen sind, und beraten sie, wie die angestrebten Erkenntnisse möglichst tierschonend zu erzielen sind“, so der Biologe.
Das deutsche Tierschutzgesetz macht hierzu strenge Auflagen: „Versuche an Wirbeltieren dürfen nur durchgeführt werden, wenn die zu erwartenden Schmerzen, Leiden oder Schäden der Versuchstiere im Hinblick auf den Versuchszweck ethisch vertretbar sind“, heißt es im Gesetzestext. Als „unerlässlich“ werden solche Experimente bezeichnet, die etwa dem „Vorbeugen, Erkennen und Behandeln von Krankheiten“ dienen, der „Prüfung von Stoffen oder Produkten auf ihre Unbedenklichkeit für die Gesundheit von Mensch und Tier“, dem „Erkennen von Umweltgefährdungen“ oder eben der „Grundlagenforschung“.
Letztere ist es auch, die an der JLU den größten Teil ausmacht. Wobei die Zahl der verwendeten Tiere laut Hanno Würbel „von Jahr zu Jahr schwankt“ und die meisten Forschungsprojekte keine dauerhaften Schäden verursachen. So stehen in der Statistik zu 2008 neben 1325 Mäusen und 867 Ratten ebenfalls 23 140 Puten, 322 Schafe, 70 andere Vögel, zwölf Hunde und neun Pferde. Und nicht jeder Antrag wird vom Gießener Regierungspräsidium positiv beschieden: 2009 etwa wurden demnach laut RP-Angaben 97 Anträge eingereicht, 2010 sind es bisher 67. Bei der Entscheidung wird die Behörde von einer Kommission beraten, „der mindestens zur Hälfte Fachleute angehören müssen, die beurteilen können, ob die beantragten Experimente sinnvoll sind, und zu einem Drittel Vertreter von Tierschutzorganisationen“, wie Würbel erläutert.
Tierschutz-Forschungspreis
Nach „lange Zeit rückläufigen Versuchstierzahlen“ kann der Biologe von „jetzt wieder etwas ansteigenden Zahlen“ berichten. „Diese Tendenz zeigt sich auch international, da die Möglichkeit zur Schaffung von transgenen Mäusen für die medizinische Forschung bisher ungeahnte Möglichkeiten eröffnet.“ Damit lassen sich zum Beispiel bestimmte Erbfaktoren, die beim Menschen eine Krankheit auslösen, in eine Maus einbringen, um den Verlauf der Erkrankung an ihr verfolgen und neuartige Therapien erproben zu können.
Mit seiner eigenen Arbeitsgruppe betreibt Hanno Würbel Forschungen, die vor allem zur Verbesserung der Haltungsbedingungen beitragen sollen. „Eines unserer bisherigen Resultate ist, dass Mäuse dann häufig Verhaltensstörungen zeigen, wenn sie ihr natürliches Verhalten wie das Verstecken, den Nestbau oder den Kontakt zu Artgenossen nicht ausüben können“, berichtet er. Solche Erkenntnisse, für die Würbel unter anderem 2005 mit dem Tierschutz-Forschungspreis Hessen gewürdigt wurde, finden direkten Eingang in die Forschungslabore. Bei der Käfiggröße hingegen gelten EU-Richtlinien: Demnach müssen für jede einzelne Maus 60 Quadratzentimeter Platz in einem Käfig, der wenigstens zwölf Zentimeter hoch sein muss, zur Verfügung stehen. Hanno Würbel räumt selbst ein, dass bezüglich des Umgangs mit Versuchstieren „noch vieles verbesserungsfähig“ sei.
Allerdings gibt er auch zu bedenken, dass die Anforderungen an die Haltung und den Umgang mit Versuchstieren „sehr viel höher sind als bei landwirtschaftlichen Nutztieren“. Dort gehe es nämlich darum, möglichst hohe Ertragsraten an Fleisch, Milch oder Eiern zu den geringstmöglichen Kosten zu erzeugen.
Lauterbacher Anzeiger

TIERE: Wenn Fiffi Zähne zeigt (31.08.2010)

In Brandenburg bissen Hunde im vorigen Jahr knapp 600 Mal zu / Kampfhunde werden seltener
POTSDAM - Das Kleinkind war mit seiner Oma gerade beim Sonntagsspaziergang, als der Schäferhund aus dem Hof gerannt kam und das eineinhalb Jahre alte Mädchen ins Gesicht biss. Hundeattacken wie diese in Spremberg (Spree-Neiße) ereignen sich immer wieder in Brandenburg. Insgesamt 581-mal bissen Hunde im Vorjahr zu. 279 Menschen wurden dabei von Vierbeinern verletzt.
Besonders tragische Vorfälle wie der Tod eines Babys Ende April in Cottbus, das vom Husky-Mischling der Eltern totgebissen wurde, sind zum Glück eine traurige Ausnahme. Dennoch hat auch gerade der Fall in Cottbus die Debatte über die geltenden Vorschriften für Hundehalter in Brandenburg wieder angefacht. 2004 hat das Land eine Verordnung erlassen, die unter anderem eine Maulkorb- und Anleinpflicht für bestimmte Hunderassen vorschreibt, die umgangssprachlich als „Kampfhunde“ bezeichnet werden. „Unwiderlegbar gefährliche“ Hunde der Rassen American Pitbull, Bullterrier, Tosa Inu und American Staffordshire dürfen seit 2004 in Brandenburg gar nicht mehr erworben werden. Bei den „widerlegbar gefährlichen“ Hunden wie etwa Rottweiler und Dobermann müssen die Besitzer mittels eines Gutachtens nachweisen, dass sie nicht besonders angriffslustig gegenüber Menschen und anderen Tieren sind. Hunde, die nicht als gefährlich gelistet sind, müssen zumindest in Parks und öffentlichen Verkehrsmitteln an die Leine.
Aus Sicht des Innenministeriums hat sich die Verordnung bewährt, schließlich seien die Beißvorfälle insgesamt zurückgegangen. Tatsächlich bissen 2004 noch 797 Hunde zu. Die Zahl der Angriffe von als gefährlich gelisteten Hunden hat sich sogar halbiert. Insgesamt gibt es seit Inkrafttreten der Verordnung deutlich weniger „Kampfhunde“ in Brandenburg.
„Das Ziel, potenziell gefährliche Hunde rechtzeitig zu erkennen und die Bevölkerung wirksam vor diesen zu schützen, ist erreicht worden“, erklärt Ingo Decker, Sprecher des Potsdamer Innenministeriums. Die erhöhten Anforderungen an das Halten und Führen von Hunden hätten dazu beigetragen, das Problembewusstsein der Hundehalter insgesamt zu schärfen.
Frank Henning ist da skeptischer. „Das Problem sind nicht die Hunde, sondern die Leute“, sagt der Leiter von Brandenburgs größtem Tierheim in Ladeburg (Barnim). Er habe den Eindruck, dass die Ordnungsbehörden die Kontrolle der Verordnung seit geraumer Zeit wieder schleifen lassen. Die Auswirkung der Verordnung bekommt er dabei auch selbst zu spüren. Acht als gefährlich eingestufte Hunde leben im Tierheim Ladeburg, einige von ihnen schon seit Jahren, denn innerhalb Brandenburgs dürfen sie nicht mehr vermittelt werden. Der Großteil der Hunde, die bei Henning und seinen Mitarbeitern ein Zuhause finden, sind aber ganz „normale“ Hunde vom Dackel über den Spitz bis zum Cocker Spaniel. Manche würden aus finanziellen Gründen abgegeben, viele allerdings auch, weil sich die Besitzer vorher nicht ausreichend mit dem Thema beschäftigt hätten und nun mit dem Tier überfordert sind. „Manche haben den Hund versaut“, sagt Henning. Und so kann auch ein scheinbar harmloser Hund zuschnappen, wenn man ihn reizt. Die meisten Attacken gehen dabei – wie in dem Fall in Spremberg – von Schäferhunden aus. Allerdings ist der Schäferhund auch die am häufigsten vertretene Rasse. Der Anteil an Schäferhundattacken ist im Verhältnis also nicht überdurchschnittlich hoch.
Auch Sven Petke, innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, zweifelt nicht an der Richtigkeit der brandenburgischen Verordnung, wohl aber an deren Umsetzung. Die strengeren Auflagen für Hundehalter hatten seinerzeit eine große Debatte ausgelöst. „Inzwischen ist der Focus nicht mehr so auf das Thema gerichtet“, sagt Petke. Entsprechend lax währen inzwischen die Kontrollen der Ordnungsämter. „Die geltenden Vorschriften würden ausreichen“, ist Petke überzeugt, „aber in der täglichen Anwendung gibt es Defizite“.
Manchmal erleben Ordnungshüter in der Praxis aber auch ganz andere Fälle. Jüngst wurden Polizisten in eine Tankstelle nach Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) gerufen. Ein Kampfhund hatte sich in den Laden verirrt. Dieser hatte es allerdings nicht auf Kunden abgesehen. Der Hund machte sich vielmehr seelenruhig über Paprikapulver und Schokoriegel her. (Von Marion Kaufmann)
Märkische Allgemeine

Illegale Einfuhr von Kampfhund-Welpen verhindert (31.08.2010)

Nadrensee (dpa/mv) - Bundespolizisten haben in Vorpommern die illegale Einfuhr junger Kampfhunde verhindert. Wie die Bundespolizei in Pasewalk am Montag mitteilte, waren die sechs Tiere in einem Auto zweier Deutscher, die am Sonntag über die Autobahn 11 aus Polen einreisten. Einer der Welpen der Rasse Pitbull Terrier habe auf dem Rücksitz gesessen, die fünf anderen Tiere waren im Kofferraum. Die beiden 22 und 33 Jahre alte Männer hätten nur Blankoimpfausweise vorweisen können. Besitzer und Tiere wurden zurückgeschickt. Nach Angaben eines Zollsprechers ist die Einfuhr solcher Tiere eher selten und zudem nur mit entsprechenden tierärztlichen Gutachten gestattet.
Bundespolizei
Schweriner Volkszeitung

Tierschutz warnt: Fangt die Affen im Thurgau ein! (31.08.2010)

FRAUENFELD - Die Berberaffen aus dem Plättlizoo sind noch nicht zurückgekehrt. Der Tierschutz warnt: «Fangt die Affen ein, sonst vermehren sie sich!»
Von Jessica Francis
Bald fünf Tage schon leben sechs Berberaffen im Wald unterhalb des Frauenfelder Plättlizoos. Das Alpha-Männchen ist aus seinem neuen Gehege ausgebrochen. Drei Weibchen und zwei Junge sind ihm gefolgt.
«Die Affen sind noch nicht heimgekommen», sagt die Schwester von Zoo-Chef Walter Mauerhofer. Einfangen werde man sie nicht, sie seien ja nicht weit. Irgendwann würden sie dann schon wieder zurückkommen. Obwohl sie in der Natur alles haben – ausser dem Popcorn, das ihnen die Zoobesucher füttern.
Berberaffen gehören nicht in die Ostschweiz
Beim Schweizer Tierschutz sieht man die Sache nicht ganz so locker. «Der Zoobesitzer darf nicht warten, bis sich die Tiere verschieben und eine Population gründen», sagt der Tierfilmer Mark Rissi.
Zwar zeige das Beispiel des nahegelegenen Affenberg Salem, dass die Tiere winterfest und nicht auf den Zoo angewiesen seien, doch Berberaffen seien aus Marokko und gehörten nicht in die Schweiz. «Man muss die Tiere einfangen und das Gehege ausbruchsicher machen.»
Wölfe im Wallis, Affen im Thurgau
Die Berberaffen waren im Plättlizoo über den Zaun gesprungen. Zoo-Chef Mauerhofer wird gerade im Spital an der Schulter operiert. Wenn die Affen zurück sind, wird er die Stromstärke im elektrischen Zaun erhöhen, sagt seine Schwester.
Wenn die Berberaffen aber nicht zurückkommen, hätte der Thurgau als erster Schweizer Kanton Affen in freier Wildbahn. Berberaffen ernähren sich von Obst, Früchten und Beeren. Und Äpfel gibt es im Kanton Thurgau ja genug.
blick.ch

Gütersloh: Kein Applaus für Quälerei in der Manege (31.08.2010)

Von unserem Redaktionsmitglied Gerrit Dinkels
Gütersloh (gl). Gegen Tiere im Zirkus haben am Freitag knapp 70 Tierschützer aus der Region mit einem Protestzug durch die Fußgängerzone zum „Circus Krone“ auf dem Marktplatz demonstriert. Was die Besucher des größten europäischen Zelt-Zirkusses fasziniert, bringt die zumeist jungen Leute auf die Palme: „Kein Applaus für Tierquälerei“, forderten sie auf Transparenten.
Eine artgerechte Haltung von Tieren sei im Zirkus generell nicht möglich, meinen die Demonstranten. Hinter dem „Aktionsbündnis Zirkus ohne Tierleid“ stecken die Bielefelder Hochschulgruppe Enga, die Tierfreunde OWL, die Gütersloher Grünen, der Tierschutzverein Gütersloh und Umgebung und der Verein Achtung für Tiere um die Gütersloher Tierärztin Astrid Reinke. Unterstützt wird die Gruppe auch von den Linken.
Grünen-Sprecherin Jasmin Allouch („Tierschutz ist mein Herzensthema“) sagte, Tiere gehörten nicht in den Zirkus wegen der langen Transportwege, wegen der Dressurmethoden, weil sie zu wenig Auslauf hätten und wegen falscher klimatischer Bedingungen für exotische Tiere. Allouch: „Das Leid entsteht, weil wir Menschen Spaß haben wollen.“
Von der Stadt Gütersloh forderten die Demonstranten, Tierzirkussen künftig keine Flächen mehr zur Verfügung zu stellen. Die Grünen waren Anfang des Jahres mit einem solchen Vorstoß im Umweltausschuss gescheitert. Wenn Politik und Verwaltung nicht reagierten, müsse man Druck von unten machen, forderte Ratsfrau Allouch.
Anke Elsner und Britta Gorsler von den Tierfreunden OWL berichteten von Beobachtungen, die ein Mitglied der Gruppe im Mai im „Circus Krone“ gemacht haben will: von „webenden“ (den Kopf hin und her schwenkenden) Elefanten, von zu kleinen Stellplätzen, von schlechter Versorgung und Pflege einzelner Tiere. Elsner: „Elefanten sind Wildtiere, die kann man nicht mit einem Zuckerchen beruhigen.“ Es müsse endlich eine gesetzliche Regelung her. Die Demonstranten zogen mit kurzen Zwischenstopps am Kolbeplatz und am Rathaus zum Zirkus, wo einige während der Vorstellung ausharrten.
Unterdessen hat Astrid Reinke nach eigenen Angaben wegen eines Vorfalls im Pferdezelt am Donnerstag Strafanzeige gegen einen Zirkusmitarbeiter gestellt. Sie fühle sich wegen ihrer Aufklärungsarbeit bedroht.
Die Glocke Online

Elefant schleudert Frau auf Wiese und frisst Handtasche (31.08.2010)

Jena (sda) Schmerzhafte Begegnung mit einem Elefanten hat am Samstag im ostdeutschen Jena eine 42-jährige Frau gemacht. In der Pause einer Zirkusvorstellung wurde die Frau von einem Elefanten gepackt und weggeschleudert. Der Elefant frass danach ihre Handtasche.
Die Frau hatte die Vorstellungspause genutzt, um mit ihrer zehnjährigen Tochter eine Tierschau auf dem Freigelände zu besuchen. Wie die Polizei am Montag mitteilte, hielt die Frau dabei einen Beutel in der Hand, in dem ein Elefant offenbar Futter vermutete.
Das Tier griff nach der Tasche und führte sie mit dem Rüssel zum Maul. Da die Frau den Beutel festhielt, umschlang der Elefant die Mutter mit dem Rüssel und schleuderte sie über seinen Rücken auf eine Wiese. Die Frau wurde dabei kurzzeitig bewusstlos.
Der Elefant frass die Tasche samt Inhalt und spuckte lediglich einen zerkauten Autoschlüssel wieder aus. Ein weiterer Schlüssel sowie das Portemonnaie der Frau "blieben in dem Elefant", hiess es.
tierwelt.ch

Hund „Struppi” vor Tierquäler gerettet (31.08.2010)

Von STEFAN HELLMICH
Emden. In einer Blitzaktion hat gestern Nachmittag die Emder Polizei auf Anweisung des städtischen Veterinäramtes einen Hund gerettet, der offenbar schon seit längerem von seinem Besitzer misshandelt worden war.
Ausschlaggebend für die Schnelligkeit, mit der die Polizei gestern agierte, war anscheinend der Druck, der sich durch einen besonders brutalen Vorfall in den letzten Tagen in der Öffentlichkeit aufgebaut hatte. Denn der Mann hatte Dienstagnacht in betrunkenem Zustand sein Tier auf offener Straße erbarmungslos geschlagen und versucht, ihn an einem Garagentor aufzuhängen. Das berichteten gestern Zeugen. Zusätzlich hatte auch der Tierschutz den Mann seit längerem im Blick, weil er den Hund oft tagelang alleine in der Wohnung zurückließ.
Wider Willen
Das Geschehnis am Dienstagabend, das in der offiziellen Polizeimeldung vom Donnerstag nur wenige Zeilen umfasste, begann nach Aussage der Zeugen bereits auf Höhe der Firma Fokken und Müller. Ein Passant hatte die Polizei angerufen, weil ein Betrunkener wütend auf seinen Hund einschlug.
Auf Höhe Fürbringerstraße verprügelte der Mann sein jammerndes Tier immer noch. Aber erst als Anwohner der Fürbringerstraße die Polizei nochmals anriefen, kamen die ersten beiden Beamten an den Ort des Geschehens, berichten die Zeugen. Inzwischen wäre der Betrunkene mit dem Rad mehrmals gestürzt und dabei auf das Tier gefallen. Dann hätte er wieder damit begonnen, heftigst auf den kleinen Mischling einzuschlagen und ihn zu treten. Schließlich wollte er ihn an seinem Brustgurt an einem Garagentor aufhängen. Mittlerweile wären sechs Anwohner damit beschäftigt gewesen, den rasenden Mann von seinem Tier zu trennen.
In Gegenwart der Beamten, so berichten die beiden Zeugen gegenüber der Emder Zeitung, hätte der Betrunkene sie direkt bedroht: „Ich hole gleich ein Messer raus und steche euch ab.” Zudem habe er sie angeschrien: „Ich weiß, wie ihr ausseht, ich weiß, wo ihr wohnt, ich werde euch kriegen.”
Offenbar wegen der Renitenz des Mannes hätten die Beamten Verstärkung angefordert. Schließlich seien vier Polizisten vor Ort gewesen, um den Mann in Gewahrsam zu nehmen.
Das Tier wurde dann von der Feuerwehr zunächst ins Tierheim gebracht. Nach Auskunft von Tierheimleiterin Jantke Tjaden war der Hund, der den Namen „Struppi” trägt, ziemlich verstört, verdreckt, aber ansonsten äußerlich unverletzt.
Allerdings musste das Tierheim den Hund bereits am nächsten Tag wieder seinem Besitzer aushändigen. Wider besseres Wissen, wie Jantke Tjaden sagt: „Wir waren gegen unsere Überzeugung gezwungen, das Tier herauszugeben und haben es nur schweren Herzens getan.”
Die Herausgabe war, wie sich gestern herausstellte, ohne Wissen des zuständigen Beamten erfolgt. „Das ist ein Skandal, dass so etwas möglich ist”, sagten gestern die beiden Anwohner, die sich auch der Polizei als Zeugen zur Verfügung gestellt hatten.
Die Polizei gab gegenüber der Emder Zeitung zu, dass es sich bei der Freigabegenehmigung um einen Irrtum gehandelt hatte und sprach in dem Zusammenhang von einem „kleinen Missgeschick”.
Das Emder Veterinäramt, ebenfalls schon seit Tagen von dem Vorfall informiert, wollte die Sache eigentlich erst in der nächsten Woche weiter verfolgen und „ein strenges Auge” auf den Hundehalter werfen, wie der städtische Veterinär Dr. Jürgen Kleiminger gestern auf Nachfrage erklärte.
Heulend
Dass er dann doch noch gestern tätig wurde und der Polizei eine entsprechende Anweisung zur Wegnahme des Hundes erteilte, war anscheinend dem Einschreiten der Vorsitzenden des Tierschutzverein, Angelika Grave, geschuldet. Die hatte den Tierquäler bereits länger im Blick, weil er seinen Hund angeblich am Wochenende tagelang allein in der Wohnung zurückließ und das Tier in seiner Verzweiflung stundenlang heulte, konnte jedoch bisher nichts unternehmen, da in solchen Fällen sehr genau protokollarisch Nachweis über die Vorwürfe geführt werden muss.
Der Mann, bei dem ein Promillewert von 1,74 festgestellt wurde, ist von der Polizei wegen Trunkenheit im Verkehr und Tierquälerei angezeigt worden.
Emder Zeitung

Französischer Geflügelzüchter zeigt Luftwaffe wegen toter Hühner an (31.08.2010)

Tiere starben angeblich durch Tiefflug von Kampfjets Rennes (sda/afd) Ein Geflügelzüchter hat die französische Luftwaffe angezeigt, weil durch den Tiefflug zweier Kampfjets angeblich 4800 seiner Hühner verendet sind.
Der Züchter habe die Hühner nach eigenen Angaben in seiner Hühnerfarm mit insgesamt 68'000 Tieren tot aufgefunden, nachdem die Kampfflugzeuge am Dienstagmittag über die kleine Ortschaft Pléguien in der Bretagne gedonnert seien, teilten Polizei und Luftwaffe mit.
Ein Sprecher der Armee sagte, die Piloten seien "in vorschriftsmässiger Höhe" geflogen. Sollte sich bei den Ermittlungen aber herausstellen, dass ein Zusammenhang zwischen dem Übungsflug und dem Ableben der Hühner bestehe, werde die zuständige Abteilung den Züchter entschädigen.
tierwelt.ch


Offizielle Statistik: Hunde beißen häufiger zu (30.08.2010)

Von Jutta Rippegather
Die hessische Hundeverordnung hat nicht bewirkt, dass weniger gebissen wurde. Im Gegenteil. Dies geht aus internen Statistiken des Innenministeriums hervor, die der Frankfurter Rundschau vorliegen. Die Zahl der Vorfälle, in denen Menschen leicht bis schwer verletzt wurden, ist von 72 im Jahr 2000 auf 225 im vergangenen Jahr gestiegen.
Im selben Zeitraum sank die Population der als gefährlich eingestuften Rassen, der sogenannten Listenhunde, um rund die Hälfte. Ausgenommen ist hier der Rottweiler, der erst Anfang 2009 – mit Bestandsschutz – auf die Liste kam. Hunde dieser Rasse bissen im vergangenen Jahr 14 Mal einen Menschen. Spitzenreiter blieb mit 61 Vorfällen aber der Schäferhund, der nicht auf der Liste steht.
„Diese Rasseliste muss weg.“ Da sind sich Experten, Tierschützer, Hundehalter und -züchter seit der Debatte um die als „Kampfhunde“ verschrienen Vierbeiner einig. Jetzt nehmen sie einen neuen Anlauf, um den Konflikt zu lösen und den wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung zu tragen: Donnerstagabend unterschrieben bei einer SPD-Veranstaltung im Landtag die ersten 270 Leute das „Wiesbadener Manifest für Halterschulung“. Darin fordern sie, die Rasseliste durch einen Halterkunde-Nachweis zu ersetzen, der noch vor der Anschaffung des Hundes erbracht werden soll.
Unwissen führe oft zu Missverständnissen, sagte der Verhaltensforscher Günther Bloch. „Wenn ein Hund brummt oder knurrt, ist diese aggressive Kommunikation Bestandteil seines Sozialverhaltens. Er will sich verständlich machen.“ Wer diese Warnsignale nicht richtig deute, könne sich in Gefahr bringen. Wie eine hessen-, möglicherweise sogar bundesweite Halterschule aussehen kann, soll bei einer Anhörung am 24. September im Landtag näher diskutiert werden. Veranstalter sind SPD, Grüne, Landestierschutzverband und Bund gegen den Missbrauch der Tiere. Ziel: „Ein verantwortungsvoller und sicherer Umgang des Halters mit seinem Hund.“
Wie Verhaltensforscher Bloch in seinem Vortrag am Donnerstag ausführte, habe er nichts gegen eine Maulkorbpflicht in der Stadt. Der Leinenzwang könne dann wegfallen, und es müsse große Areale geben, in denen sich die Hunde austoben können – prädestiniert seien etwa die umzäunten verlassenen Flächen der US-Army. Ausreichende Freilaufmöglichkeiten sind denn auch der zweite Punkt, den das an Kommunen, Land und Bund adressierte Manifest formuliert.
Chip im Ohr
Des weiteren fordern die Unterzeichner die Pflicht zum Abschluss einer Tierhaftversicherung und die Identifikationsmöglichkeit des Hundes durch einen Chip oder eine Tätowierung, So könnten gewissenlose Halter oder Züchter belangt werden, sagte Hans-Jürgen Kost-Stenger vom Landestierschutzverband. „Damit die Tierheime nicht weiter auf den Kosten sitzen bleiben.“
Neben der Rasseliste diene auch der derzeit praktizierte Wesenstest keineswegs einer realistischen Gefahrenbeurteilung, stellte der Zoologe Udo Gansloßer heraus. „Aus wissenschaftlicher Sicht ist er nicht haltbar.“ Im Alter von 15 Monaten, wenn der erste Test ansteht, sei die Persönlichkeit eines Hundes noch nicht ausgereift. „Bis zum Alter von 24 Monaten ist er stark beeinflussbar.“ Auch gebe es – wie beim Menschen – launenhafte Typen, die heute völlig anders auf einen Reiz reagierten, als morgen. Hormone spielten eine Rolle, vor allem aber das soziale Umfeld, das sich ständig ändere. Sind andere Hunde dabei? Welches Familienmitglied ist am anderen Ende der Leine, wie ist seine Stimmung?
Gansloßers Quintessenz: „Für einen validen Test bräuchte es einen enormen Aufwand.“ Der Zoologe fordert eine wissenschaftlich fundierte Regelung statt eine „aus Aktionismus entstandenen gesetzgeberischen Entscheidung“.
Beim hessischen Innenministerium unter Volker Bouffier (CDU) kam die Botschaft bislang nicht an. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau steht zwar erneut eine Änderungen der Gefahrenabwehrverordnung an. Doch der scharfe Kurs bleibt – es gibt nur kleinere Reparaturen.
Nicht aus Hessen stammende Listenhunde ohne Wesensprüfung sollen nicht mehr nur an die Leine, sondern auch Maulkorb tragen. Und der Fila Brasileiro, von dem es landesweit rund 20 Exemplare gibt, soll von der Liste, weil es in den letzten vier Jahren keine Beißvorfälle gab.
Frankfurter Rundschau

Die wahrheit: Schonendes Schlachten (30.08.2010)

Der erste Kirchentag für Mensch und Tier in Dortmund. VON COLIN GOLDNER
Eine bunte Schar Christenmenschen traf sich am zurückliegenden Wochenende in Dortmund, um den "1. Kirchentag Mensch und Tier" zu begehen. Wie bitte? Ausgerechnet die Kirchen machen sich stark für ein neues Verhältnis "Mensch/Tier"?
Na ja, die Kirchen selbst gerade nicht. Die katholische Abteilung hält es getreu mit Papst Ratzinger, der unmissverständlich dekretierte: "Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bilde geschaffen hat." Der Mensch dürfe sich ihrer zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidung bedienen, er dürfe sie sich dienstbar machen, und auch Tierversuche seien ethisch zulässig, sei doch das "Gewaltverhältnis zwischen Mensch und Tier grundsätzlich unaufhebbar". Die evangelische Fraktion sieht das nicht anders: Auch sie bezieht sich grundlegend auf das biblische Diktum des 1. Buches Moses, in dem Gott selbst seinen Ebenbildern befiehlt: "Furcht und Schrecken vor euch über alle Tiere, machet sie euch untertan und herrschet!"
Es gibt in der gesamten Bibel keinen einzigen Satz, in dem Tieren Schutz vor der Rohheit und Gier des Menschen zugesprochen würde. Vielmehr sei es dessen unhintergehbares Recht, sie nach Belieben zu unterjochen und auszubeuten. Auf dem "offiziellen" Kirchentag in München im Mai dieses Jahres wurde konsequenterweise das Verhältnis "Mensch/Tier" mit keinem Wort angesprochen.
Auch auf den Tiermessen und Tiersegnungen, die die Kirchen allenthalben inszenieren, geht es nie um Segnung, sprich: Schutz der Tiere um ihrer selbst willen, allenfalls sollen sie durch den Segen vor Krankheit und Unfall bewahrt werden, um umso besser ausgenutzt werden zu können. Auf eigenen Hubertusmessen werden die Jäger gesegnet, vor Walfangfahrten die Walschlächter, vor Stierkämpfen die Toreros. Keine Eröffnung eines Zoos oder Delphinariums, keine Zirkuspremiere, keine noch so abartige Tierquälerei im Gewande von Tradition oder Brauchtum, ohne dass nicht ein Priester seinen Weihwasserwedel schwänge.
Das alles müsse anders werden, befand Ost-Pfarrer Ulrich Seidel. Angesichts rapide sich leerender Betstühle müssten neue Wege beschritten werden, abhandengekommene Schäflein in die Herde zurückzuholen und neue zu gewinnen. Was lag näher, als sich auf das Thema "Tierschutz" aufzuschwingen, bei dem die Kirchen bislang beispiellos versagt haben.
Als Vorsitzender des Vereins "Aktion Kirche und Tier" sieht Seidel seine Aufgabe darin, dem "diakonischen Auftrag Jesu auch an der nichtmenschlichen Schöpfung nachzukommen und den Tieren in Kirchen und Gemeinden Raum zu geben". Der Dortmunder Kirchentag sollte Tierfreunde unterschiedlicher Herkunft und Ausrichtung zusammenbringen, um, wie es in den Werbeflyern hieß, "Begeisterung für das Engagement für Tiere zu schaffen". Tatsächlich ging es um nichts anderes, als die in unzählige Gruppen und Grüppchen zersplitterten Tierschützer unter Talar und Soutane der Großkirchen zusammenzuführen, weshalb ja auch kein Tierschutz- oder gar Tierrechtstag veranstaltet wurde, sondern ein ökumenischer Kirchentag mit Bibelkreisen, Gottesdiensten, Kinderprogramm ("Wir basteln eine Arche Noah") und unvermeidlichem Gospelchor.
Seidel hatte eine ganze Reihe an Theologen aufgeboten, die sich in Vorträgen und Podiumsdiskussionen redlich abmühten, tierfreundliche Passagen in die Bibel hinein- oder aus dieser herauszuinterpretieren. Der österreichische Theologieprofessor Kurt Remele etwa deutete das Herrschafts- und Unterjochungsgebot aus dem 1. Buch Moses allen Ernstes in einen Auftrag Gottes an den Menschen um zu "verantwortungsvollem Leiten der ihm an die Hand gegebenen Mitgeschöpfe". Die theologisch bewegte Psychologin Hanna Rheintz beschrieb gar das ganze Alte Testament als besonders tierfreundlich: Das historisch entstandene Schächten sei ein enormer Fortschritt des Tierschutzes gewesen, das Judentum habe insofern die "schonendstmögliche Methode des Schlachtens" entwickelt. Auch Eugen Drewermann, Klaus-Peter Jörns und andere gaben sich jede Mühe, allein es blieb alles Farce.
Keinem der Referenten und keiner der Tierschutzorganisationen, die ihre Infostände aufgebaut hatten - viele davon aus dem Dunstkreis der rechtslastigen Kultgemeinschaft "Universelles Leben" -, ging und geht es um wirkliche Veränderung des Verhältnisses Mensch/Tier. Allenfalls geht es um Reformen der bestehenden Zustände - größere Käfige, kürzere Transportwege ins Schlachthaus, schonendere Tötung -, so dass prinzipiell alles weiterlaufen kann wie bisher, nur besser: sprich: ohne schlechtes Gewissen. Die gemeinsame Abschlussforderung "Nein zur Massentierhaltung!" brachte es auf den Begriff: Um ein Ende der Tierausbeutung an sich geht es den guten Christen nicht.
Ganz abgesehen davon, dass Gebete und Hallelujasingen noch nie etwas verändert haben: Statt der erwarteten 10.000 Teilnehmer tauchten nur ein paar hundert auf. Und das lag nicht nur am Regenwetter und an den 25 Euro Eintrittsgebühr.
COLIN GOLDNER
taz.de

Thüringen regelt Arbeitsbedingungen für Kutschpferde (30.08.2010)

Erfurt (ddp). Thüringen hat die Arbeitsbedingungen für Kutschpferde geregelt. Die Mindestanforderungen für Kutschbetriebe bezögen sich auf die Versorgung der Tiere, ihren Gesundheitszustand, die Arbeitszeiten und Pausen sowie die Qualifikation der Kutscher, sagte Landessozialministerin Heike Taubert (SPD) am Sonntag in Erfurt. Ihr Ministerium ist die oberste Tierschutzbehörde Thüringens.
So dürfen beispielsweise nur gesunde, ausreichend trainierte, mindestens fünf Jahre alte Pferde für regelmäßige Stadtrundfahrten eingesetzt werden. Die Tiere dürfen außerdem nicht länger als neun Stunden angespannt sein, wobei mehrere Erholungs- und Versorgungsphasen eingeplant werden müssen. Darüber hinaus werden konkrete Vorgaben gemacht, was bei hohen Temperaturen zum Wohle der Tiere berücksichtigt werden muss. Außerdem erhalten die Kutscher die Auflage, ein Fahrtenbuch zu führen.
Laut Tierschutzgesetz benötigen Reit- und Fahrbetriebe, die ihre Tiere regelmäßig gegen Bezahlung einsetzen, eine Genehmigung. Die Anforderungen, die für eine solche Genehmigung erfüllt werden müssen, würden durch die Leitlinien konkretisiert, hieß es.
ddp
Yahoo Nachrichten


Spass am Ballern: Putin schiesst auf Wale (27.08.2010)

MOSKAU - Russlands Ministerpräsident Putin macht Jagd auf Grauwale. Das ist tatsächlich ganz im Sinne des Tierschutzes.
Russlands grösster Politik-Macho lässt sich mit einer Armbrust in der Hand auf einem Schlaufboot ablichten. Will er die Wale töten? Nein, die Aktion hat einen anderen Zweck.
Pfeile feuern auf bedrohte Tiere
Putin kann seinem Hobby ganz im Sinne eines Forschungsprogramms frönen. Dazu feuert er Pfeile auf die bedrohten Tiere, um ihnen Gewebeproben zu entnehmen. Diese werden untersucht, um herauszufinden, woher die Tiere stammen.
Der Einsatz wurde im Fernsehen übertragen. Putin war ganz bei der Sache. Beim vierten Mal habe er getroffen, sagt er stolz in die Kamera.
Putin mag wilde Tiere
Der Ministerpräsident liebt wilde Tiere. Nur allzugerne lässt er sich mit ihnen abblichten. Er legte erst kürzlich einem Eisbären ein Halsband mit einem Peilsender an. Zuvor tat er dies auch bei einem Sibirischen Tiger. Er gab Elchkälbchen das Fläschchen und besuchte Lepoarden im Gehege. Zwischendurch liess er sich auch gerne mit nacktem Oberkörper beim Angeln abblichten. Alles für die Natur – selbstverständlich. (tmm)
blick.ch

Zweifel an Anschlag auf Putenbetrieb (27.08.2010)

Oldenburg - Nach dem Feuer in der Putenbrüterei Grotelüschen im niedersächsischen Ahlhorn haben die Ermittler bislang keinen Anhaltspunkt für einen Brandanschlag gefunden. Der Brand in einer Papiermülltonne könne auf eine weggeworfene Zigarettenkippe zurückgehen oder von Jugendlichen gelegt worden sein, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Oldenburg Rainer du Mesnil de Rochemont am Mittwoch. «Einen Hinweis auf einen Anschlag haben wir gegenwärtig überhaupt nicht», betonte er.
Unterdessen startete die CDU-Landtagsfraktion in Hannover wegen des vermuteten Anschlags gegen die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen eine Initiative gegen «Gewalt unter dem Deckmantel des Tierschutzes». Sie übermittelte den anderen Fraktionen des Landesparlamentes den Text einer Resolution, die unter anderem das Feuer in der Papiermülltonne «auf das Schärfste» als Brandanschlag verurteilt. Ziel sei es die Resolution, noch diese Woche zusammen mit den anderen Fraktionschef zu verabschieden, erklärte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Björn Thümler.
Demgegenüber wies die Staatsanwaltschaft darauf hin, dass nach dem Brand in der Putenbrüterei Grotelüschen kein Bekennerschreiben veröffentlicht worden sei. Man habe am Tatort auch kein auf Tierschützer hindeutendes Graffiti gefunden, sagte Staatsanwalt du Mesnil de Rochemont. «Es ist reine Spekulation, dass es Tierschützer gewesen sein könnten», fügte er hinzu.
Die niedersächsische Landwirtschaftministerin Grotelüschen, deren Mann die Brüterei betreibt, war in die Kritik geraten, nachdem Tierschützer Filmaufnahmen aus dem Unternehmen wirtschaftlich verbundenen Putenmastbetrieben veröffentlicht hatten.
Das Feuer in einer Papiermülltonne der Putenbrüterei hatte ein Wachmann in der Nacht zum vergangenen Samstag entdeckt und umgehend mit Hilfe eines Feuerlöschers erstickt. Dabei zog er sich leichte Verletzungen zu, weil er aufgewirbeltes Löschpulver einatmete.
Ein Sprecher der Staatskanzlei erklärte, Ministerpräsident David McAllister (CDU) sei noch am Samstag über den Mülltonnenbrand informiert worden.
AP
net-tribune.de

»Querschnittslähmung im Motor der Evolution« (27.08.2010)

Der Kirchentag »Mensch und Tier« beginnt heute in Dortmund. Es geht letztlich um die natürlichen Ressourcen. Gespräch mit Eugen Drewermann
Interview: Gitta Düperthal
Eugen Drewermann ist katholischer Theologe, Buchautor und Psychotherapeut
Die Antiatombewegung ist im Aufschwung, Empörung herrscht über die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich. Sie hingegen referieren beim Kirchentag »Mensch und Tier«, der vom heutigen Freitag bis Sonntag in Dortmund stattfindet ...
Das alles steht im Zusammenhang. Wir leben in einem Wirtschaftssystem, das auf der Ausbeutung der Arbeitskraft von Menschen basiert. Die gesamte Natur ist als Rohstofflieferant in Dienst gestellt. Was wir zur Zeit anrichten, wirkt wie eine Querschnittslähmung im Motor der Evolution. Die Verwüstung ist ungeheuerlich. 150 Tier- und Pflanzenarten werden täglich unwiederbringlich ausgerottet. Nach industriestandardisierten Normen halten wir Milliarden von Tieren, um sie als Billigstprodukte auf dem Schlachtviehmarkt zu handeln. Wer sich erlaubt, mit fühlenden Wesen gefühllos umzugehen, hat am Ende keine Ressourcen mehr für Mitleid im Umgang mit Menschen.
Inwiefern hat die von Ihnen geschilderte Haltung der Menschen gegenüber Tieren mit der Gesellschaftsform des Kapitalismus zu tun?
Der Kapitalismus sieht nur die Vermehrung des Geldes vor. Er kennt keine Rücksicht. Wer glaubt, die Welt so verwalten zu können, kann sie nur zugrunde richten. Der Kapitalismus funktioniert mit außerordentlichem Expansionsstreben. Kreditfinanzierung erzeugt einen enormen Zinsendruck. 2015 werden wir in der Bundesrepublik 50 Milliarden Euro Zinsen für Schulden bezahlen, die wir nicht finanzieren können. Das ist mehr als der Bildungshaushalt – oder der ohnedies entsetzliche Militärhaushalt.
Die Vermehrung der Menschheit in den vergangenen 50 Jahren von ungefähr vier auf etwa 6,8 Milliarden ist ein Alptraum. Es wird nicht diskutiert, daß Tiere und Pflanzen an unserer Seite ein Überlebensrecht haben.
Sie treten für einen Paradigmenwechsel ein?
Wir können nicht den Einsichten von Charles Darwin folgen und eine veraltete Herrschaftsethik auflegen, die alles, was wir wissen können, nur dazu verwendet: Kapital soll Rendite abwerfen. Es gibt keinen Freiraum mehr, andere Gedanken zu entwickeln. Von der Atombombe bis zur Genveränderung wird alles erforscht – ohne zu überlegen, ob es sich ohne Schaden in die Natur einfügen läßt. Schimpansen z.B. unterscheiden sich in weniger als zwei Prozent des Genoms von uns Menschen. Sie haben Gefühle wie Freude und Leid, sie können tanzen und Einsamkeit bis zur Suizidgefährdung fühlen – trotzdem sind wir dabei, sie aus der Evolution auszuklammern.
Sind Sie der Meinung, alle Menchen sollten sich vegan ernähren?
unbenannt
Natürlich müssen wir über unsere Gewohnheiten nachdenken. Wir können nicht Tiere in der Massentierhaltung quälen und uns dann fröhlich an den Tisch setzen. Mit der Massentierhaltung muß Schluß sein – das ist wichtiger als Streitereien zwischen Vegetariern und Veganern. Wir sind nicht allein auf der Erde. Weil der Turbokapitalismus jedoch immer mehr Menschen als Verbrauchsmaterial verlangt, wird Geburtenkontrollpolitik nicht mehr thematisiert. Das blockiert unter anderem der Vatikan.
Was enttäuscht Sie derart, daß Sie aus der katholischen Kirche ausgetreten sind?
Ein komplexes Thema. Das Kirchensystem hat sich außerstande gesehen, an irgendeiner relevanten Stelle den Mund aufzumachen. Die Bundesregierung baut die Bundeswehr zur Dauereingreifstruppe weltweit um – Protest ist nicht zu vernehmen. Es kann nicht sein, daß wir künftig Berufssoldaten haben, die davon leben, daß sie töten. Wir haben eine Kirche, die das mit militärbischöflichen Segen abzudecken glaubt und auch in der Asylfrage nicht aktiv ist.
Was wollen Sie mit Ihrem Vortrag mit dem Titel »Der tödliche Fortschritt« beim Kirchentag bewirken?
Die Besucher muß ich nicht überzeugen – wer dahin geht, ist es bereits. Daß Sie meine Argumente in die Zeitung bringen, ist schon ein Schritt voran. Wer etwas von der Natur begreift, kann die Unnatur unseres Wirtschaftssystems nicht akzeptieren.
Junge Welt

Rechtsgrundlage für Hundedatenbank gefordert (27.08.2010)

Die Bündner Regierung fordert vom Bund im Zusammenhang mit der Revision des Tierseuchengesetzes eine rechtliche Grundlage für eine nationale Hundedatenbank – analog zur Tierverkehrsdatenbank.
Chur. – Eine einheitliche Lösung könne die Datenqualität stark verbessern und den Aufwand verringern, hielt die Regierung heute fest. Die Revision des Tierseuchengesetzes begrüsst sie ansonsten im Grundsatz.
Aufgaben möglichst klar definieren
Dem Projekt eines nationalen Tierseuchenfonds stimmt die Exekutive aber nur unter der Voraussetzung zu, dass der Fonds das föderale System mit den kantonalen Instrumenten ergänzt und nicht ersetzt, wie sie schreibt. Deshalb müssten die Aufgaben vorher möglichst klar definiert werden. (sda)
Die Südostschweiz

Scrapie: Schaf an Tierseuche verendet (27.08.2010)

Zum ersten Mal seit neun Jahren ist in Hessen wieder ein Schaf an der Traberkrankheit verendet. Unter Umständen müssen alle Tiere der Herde geschlachtet werden.
Das Schaf starb im Landkreis Gießen und gehörte zu einer Herde von 36 Tieren. Es habe auch Kontakt zu einer weiteren Herde von 127 Tieren gehabt, teilte das Umweltministerium in Wiesbaden am Mittwoch mit. Die auch als Scrapie bekannte Seuche befällt ähnlich wie BSE das Gehirn und führt zu Ausfallerscheinungen.
Scrapie ist nach derzeitigen Erkenntnissen für Menschen nicht gefährlich. Die Seuche werde nur von Tier zu Tier übertragen, erklärte das Ministerium.
Untersuchungsergebnis liegt in zwei Wochen vor
Die beiden Herden werden nun untersucht. Wenn das Ergebnis in zwei Wochen vorliegt, werde entschieden, was mit ihnen passiert, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Das Schaf starb bereits Mitte August.
Den letzten Fall von Scrapie gab es in Hessen im Jahr 2001. Die Krankheit tritt weltweit auf. In Mitteleuropa sind dem Ministerium zufolge vor allem Großbritannien und Irland betroffen.
hr Online

Spaziergänger entsetzt: Hund in Erft ertränkt? (27.08.2010)

Grevenbroich (NGZO) War es ein grausamer Akt von Tierquälerei? Diese Frage beschäftigt die Polizei, nachdem am Mittwochnachmittag ein toter Hund aus der Erft geborgen wurde. Der Körper des Tiers war mit Steinen beschwert worden.
Spaziergänger hatten den an der "Schwarzen Brücke" im Wasser treibenden Kadaver gesehen und per Handy sofort Polizei und Feuerwehr verständigt. "Das Tier muss wohl längere Zeit in der Erft getrieben haben. Der Körper ist schon so in Mitleidenschaft gezogen worden, dass es sehr schwer ist, die Rasse zu bestimmen", erklärt Bernd Schmutzler.
Aus "ermittlungstaktischen Gründen" will der Polizeisprecher jedoch keine näheren Angaben zum Fall machen. Nur so viel: "Das Tier war gechipt." Dies könnte die Fahnder auf die Spur des Besitzers bringen.
Die Polizei ermittelt wegen eines Verdachts auf eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz. "Es könnte sein, dass der Hund in der Erft bewusst ertränkt worden ist", meint Schmutzler. Andererseits sei es aber auch möglich, dass sich der Besitzer seines bereits toten Tieres entledigen wollte. Die Ermittlungen dauern an.
Quelle: NGZ/dhk  
NGZ-Online


CDU-Resolution verärgert: Fraktionen streiten nach Brand bei Grotelüschen (26.08.2010)

Nach dem Brand auf dem Gelände der Mastputen-Brüterei Ahlhorn hat CDU-Fraktionsvorsitzender Björn Thümler den anderen Fraktionschefs am Mittwoch einen Entwurf zu einer „Resolution gegen Gewalt unter dem Deckmantel des Tierschutzes“ überreicht und damit die Opposition verärgert.
Nach dem Brand auf dem Gelände der Mastputen-Brüterei Ahlhorn, die dem Ehemann von Agrarministerin Astrid Grotelüschen (CDU) gehört, ist zwischen den Fraktionen ein Streit um eine Resolution gegen Gewalt ausgebrochen. CDU-Fraktionsvorsitzender Björn Thümler hat am Mittwoch den anderen Fraktionschefs einen Entwurf zu einer „Resolution gegen Gewalt unter dem Deckmantel des Tierschutzes“ überreicht und damit heftigen Widerstand der Oppositionsparteien hervorgerufen.
In dem Entwurf heißt es, am 30. Juli sei eine fast fertig gestellte Hähnchenstallanlage in Sprötze bei Buchholz in der Nordheide abgebrannt, in der Nacht zum 21. August habe es in Ahlhorn gebrannt: „Es gibt in beiden Fällen Hinweise auf gezielte Brandstiftung so genannter radikalisierter Tierschützer.“ Dies bestreitet der Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg, die die Ermittlungen führt, entschieden. „Dafür gibt es keinerlei Anhaltspunkte“, sagt Rainer du Mesnil de Rochemont. Es seien keine Bekennerschreiben oder Parolen hinterlassen worden. Es könne genauso gut ein Streich von Jugendlichen sein oder der Brand habe sich an einer achtlos weggeworfenen Zigarette entzündet: „Erst wenn wir den Täter haben, haben wir auch das Motiv.“
Solange der Brand nicht aufgeklärt sei, wolle man sich an Vorverurteilungen nicht beteiligen, teilen Vertreter der Opposition mit. SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Schostok nennt Thümlers Entwurf nicht zustimmungsfähig. Wie Marianne König (Linke) stößt er sich auch an der Formulierung, ideologische Kampfbegriffe wie „tierquälerische Massentierhaltung“ zu vermeiden. Dies komme einer Zensur gleich. Verärgert ist die Opposition auch darüber, dass unter dem Entwurf schon die Namen aller Fraktionschefs stehen, obwohl er noch gar nicht abgestimmt ist. Trotz des Streits hat Stefan Wenzel (Grüne) vorgeschlagen, sich nächste Woche zu einem fraktionsübergreifenden Gespräch zu treffen. Christian Dürr (FDP) gibt sich zuversichtlich, dass man sich auf eine gemeinsame Resolution einigen wird.
Thümler befürchtet, dass auch andere Landwirte Opfer von Brandanschlägen werden könnten. Der Verfassungsschutz spricht von einer zunehmenden Gewaltbereitschaft der Tierschützer. Auch im Ahlhorner Brandfall ermittelt der Staatsschutz.
Unterdessen hat Agrarministerin Grotelüschen eine zweite Strafanzeige erhalten. Nach der Tierschutzorganisation Peta hat jetzt auch eine Rechtsanwältin aus Hemmingen bei Hannover die CDU-Politikerin und ihren Ehemann angezeigt. Ines-Maria Pfeiffer geht es ums Grundsätzliche: Tierschutz sei im Agrarministerium falsch angesiedelt, da hier zu viele Interessen aufeinanderprallten. Ein Ministeriumssprecher sagte, Grotelüschen denke bislang nicht daran, selbst zu juristischen Mitteln zu greifen: „Wir wollen politische Auseinandersetzungen nicht über Staatsanwaltschaften klären lassen.“
[Saskia Döhner]
Hannoversche Allgemeine

Katze im Mülleimer: "Für Sekundenbruchteile vom Wahnsinn übermannt" (26.08.2010)

Ein Fall von Tierquälerei in England sorgt weltweit für Aufregung: Aus bisher unbekannten Gründen stopfte eine Bankangestellte aus Coventry die Katze ihrer Nachbarn in einen Mülleimer - und wurde dabei gefilmt. Das Video der Schandtat ging um die Welt. Jetzt bekommt die Frau Morddrohungen und muss um ihren Job fürchten.
London - Die Geschichte von Mary B. und Lola zeigt vieles: Dass Tiere noch immer misshandelt werden und Schutz brauchen, aber auch, dass in der modernen Informationsgesellschaft jedermann von heute auf morgen am Internetpranger stehen kann und plötzlich um sein Leben, die Liebsten und den Job fürchten muss.
"Ich weiß gar nicht, was die ganze Aufregung soll", sagte Mary B., nachdem ein Video im Internet aufgetaucht war, dass sie dabei zeigte, wie sie die Katze Lola am Schlafittchen packt und nonchalant in eine Mülltonne entsorgt. "Es ist doch nur eine Katze" sagte sie dem britischen Boulevardblatt "The Sun" - eine Steilvorlage für Tierschützer aus der ganzen Welt, und nicht nur für die friedfertigen unter ihnen.
Bis nach Australien reichte die Empörung, nachdem das Video der umstrittenen "Entsorgungsaktion" ins Internet gestellt worden war. Seitdem wird die Besitzerin online mit Todesdrohungen bombardiert. Militante Tierfreunde gründeten gar eine Facebook-Gruppe namens "Tod für Mary B."
Ein Reporter der "Sun" besuchte die unfreiwillig zum Negativstar avancierte B. in ihrem Haus. Sie habe die Katze zufällig auf dem Nachhauseweg gesehen, mit ihr gespielt, sie gestreichelt, und ihrem Schnurren zugehört. "Sie war sehr freundlich", so die Frau.
"Ich weiß nicht, was über mich kam"
Dann habe sie das Tier aus unerfindlichen Gründen in den Mülleimer gesteckt. "Ich weiß nicht, was über mich kam, aber ich dachte plötzlich, dass es lustig wäre, sie in die Tonne zu stecken", sagte die Frau. Sie habe das ganze als Witz begriffen und sei davon ausgegangen, dass die Katze von selbst wieder aus dem Eimer hinauskriechen werde. Tatsächlich verbrachte das Tier 15 lange Stunden in dem Behälter, bevor es gerettet wurde.
"Ich habe keine Ahnung, was ihr durch den Kopf ging, aber es war widerlich anzusehen und es hat meiner achtjährigen Tochter das Herz gebrochen", empörte sich die Besitzerin des Tieres, Stephanie Mann. Sie hatte gemeinsam mit ihrem Mann Darryl das erschöpfte Tier in der Mülltonne gefunden, nachdem es seit Samstag als vermisst galt. "Wir folgten dem Miauen und fanden sie durch Zufall", berichtete Mann dem "Coventry Telegraph". Das Paar hatte zuvor eine Überwachungskamera vor seinem Haus installiert, weil es mehrfach zu Diebstählen in der Nachbarschaft gekommen war. Gemeinsam stellten sie schockierenden Aufnahmen später ins Internet.
Kritiker hatten bemerkt, dass sich Mary B. während ihres Tuns vorsichtig umgesehen habe, so als wolle sie ausschließen, dass sie beobachtet werde. B. sagte der "Sun": "Ich glaube, alle haben ein bisschen überreagiert." Es sei unfassbar, welchen Aufruhr das Video ausgelöst habe. Für Sekundenbruchteile habe sie eine Art Wahnsinn übermannt, "ich habe es aber nicht verdient, dass mich Menschen auf der ganzen Welt hassen". Sie sei noch immer eine Privatperson und wolle ihre Familie nicht unnötig in Sorge versetzen. "Ich hätte das nicht tun sollen - aber letzten Endes ist es nur eine Katze", betonte B.
Die Bankangestellte muss sich nun mit den Konsequenzen ihres Tuns auseinandersetzen. Laut eigener Aussage wurde sie bereits von ihrem Chef kontaktiert, der um den guten Ruf des Kreditinstituts fürchtet. Lolas Besitzer haben bereits Anzeige wegen Tierquälerei erstattet.
ala
Spiegel Online

Fiese Tierquälerin meldet sich zu Wort: «Das war doch nur ein kleiner Spass» (26.08.2010)

COVENTRY GB - Das Überwachungsvideo schockiert Tierfreunde auf der ganzen Welt. Mary Bale (45) wirft eine Katze in den Abfall und macht sich davon. Jetzt rechtfertigt sie sich.
Das Überwachungsvideo schockiert: Die 45-jährige Mary Bale streichelt auf der Strasse in Conventry das Büsi Lola, um es dann unvermittelt in eine Mülltonne zu werfen (Blick.ch berichtete). Die Frau erhält seither Todesdrohungen und wird beschimpft. Jetzt meldet sich die die Büsi-Quälerin zu Wort.
«Ich weiss gar nicht, warum sich alle so aufregen», sagt die 45-Jährige gegenüber der «Sun». «Es ist doch nur eine Katze.» Sie habe das Tier gestreichelt und ein bisschen mit ihm gespielt. «Dann dachte ich mir, es könnte lustig sein, die Katze in den Mülleimer zu stecken. Es war doch einfach nur ein kleiner Spass.»
Dass Lola geschlagene 15 Stunden im Dreck ausharren musste, bis ihr Herrchen sie fand, tut aber auch Mary leid: «Ich dachte, dass sie rausklettern kann oder so wütet, dass die Mülltonne umfällt.»
«Mir sind Tiere einfach gleichgültig»
Viele Menschen hätten sich bei ihr gemeldet und sie als Tierhasserin beschimpft. «Das stimm aber nicht. Ich hasse Katzen nicht. Mir sind Tiere einfach gleichgültig», sagt Bale.
«Es ist unfassbar für mich, dass Menschen auf der ganzen Welt das Video sehen. Ich hoffe, dass sie meine Familie in Ruhe lassen.» Schliesslich zeigt sich Mary Bale doch noch ein wenige einsichtig: «Mir ist klar, dass ich das nicht hätte tun sollen. Die Leute überreagieren doch einfach nur.» (gca)
blick.ch

Über 20 verwahrloste Tiere aus Wohnung geholt (26.08.2010)

Die Polizei und Mitarbeiter des Veterinäramts haben in der Wohnung einer 60-jährigen Mieterin in Wedding verwahrloste Tiere entdeckt. Die Beamten holten 16 Katzen, zwei Hunde sowie mehrere Mäuse aus den Räumen. Ein Hund musste sofort eingeschläfert werden.
Über 20 verwahrloste Tiere hat die Polizei am Mittwoch aus einer Wohnung in Berlin-Wedding geholt. Die Beamten waren alarmiert worden, weil die 60-jährige Mieterin Mitarbeiter des Ordnungsamts und des Veterinäramts nicht hereinlassen wollte, wie die Polizei mitteilte. Nachdem sie sich Zutritt verschafft hatten, bot sich den Angaben zufolge ein „Bild der Verwahrlosung“. 16 Katzen, zwei Hunde sowie mehrere Mäuse und Stadttauben hätten sich in der Zwei-Zimmer-Wohnung in der Prinzenallee aufgehalten. Der Boden sei mit den Fäkalien der Tiere verdreckt gewesen.
Bei einem der beiden Hunde wurde den Angaben zufolge eine schwere Erkrankung festgestellt. Er musste sofort eingeschläfert werden. Die übrigen Tiere wurden in eine Tiersammelstelle gebracht. Gegen die Frau wird wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Laut Polizei soll außerdem ein Tierhalteverbot erwirkt werden.
Am vergangenen Montag hatte die Polizei ein Kleinkind aus einer völlig verdreckten Wohnung im Stadtteil Wedding geholt. Nahezu alle Böden waren mit den Exkrementen der beiden in der Wohnung lebenden Hunde und der zehn Katzen verdreckt. Zudem waren in den zweieinhalb Zimmern ein Papagei, eine Vogelspinne und eine Echse in Terrarien untergebracht. (Tso/ddp)
Der Tagesspiegel

Hundebesitzer drücken die Schulbank - Kurse laufen auf Hochtouren (26.08.2010)

Bern (sda) Die obligatorischen Hundehalterkurse laufen auf Hochtouren: Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) rechnet damit, dass bis zum Ablauf der Frist am 1. September die meisten Hundebesitzer einen Kurs besucht haben. Die Kontrolle liegt jedoch bei den Kantonen.
"Im vergangenen April zählten wir noch rund 10'000 säumige Hundehalter", sagte BVET-Sprecherin Cathy Maret am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Ende August endet die Übergangsfrist für die obligatorischen Hundeausbildungen - dann müssen insgesamt rund 40'000 Hundebesitzer einen Praxiskurs besucht haben.
Neue Zahlen lägen zwar keine vor, jedoch seien seitdem in allen Kantonen viele Hundehalterkurse durchgeführt worden, erklärte Maret. Deshalb rechne das BVET mit "sehr wenigen Hundebesitzern", die ihre Kurspflicht vernachlässigten. Säumige Hundehalter werden gebüsst.
Die Kantone kontrollieren die Hundebesitzer unterschiedlich, wie die BVET- Sprecherin sagte: Gewisse Kantone verlangen mit der Hundesteuer einen Kursnachweis. Andere nutzen die Hundedatenbank für Stichproben oder der Kantonstierarzt kontrolliert Besitzer von ohnehin bewilligungspflichtigen Hunden.
Gemäss der neuen Tierschutzgesetzgebung müssen Hundehalter eine Ausbildung besuchen. Darin lernen sie die Grundzüge der Hundehaltung kennen. Seit September 2008 müssen Neuhalter einen Theorie- und einen Praxiskurs besuchen. Zudem müssen alle mit einem neuen Hund einen Praxiskurs absolvieren.
Dabei gilt eine zweijährige Übergangsfrist. Konkret bedeutet dies: Bei Ablauf der Übergangsfrist am 1. September 2010 müssen alle Neuhundehaltende, die seit dem 1. September 2008 einen Hund gekauft haben, mindestens einen Theoriekurs vorweisen können.
(SDA/ATS - bu pa/bsd043/POL/4/100823 1013)
tierwelt.ch

Zwei junge Krokodile aus französischem Privatzoo ausgebüxt (26.08.2010)

Lyon (sda/afd) Zwei junge Krokodile sind aus einem Privatzoo in Frankreich ausgebüxt. Die Polizei suchte nach den beiden China-Alligatoren, die sich aus der Krokodilfarm in der Nähe von Avignon davongemacht hatten, wie die lokalen Behörden am Dienstag mitteilten.
Die Tiere seien ungefähr achtzig bis neunzig Zentimeter lang. Sie würden schon seit Ende Juli vermisst. Zunächst sei die Polizei von einem Diebstahl ausgegangen, weil jedes einzelne von ihnen mehrere zehntausend Euro wert sei.
Dann seien aber "Spuren" in der Umgebung gefunden worden, und es bestehe die Hoffnung, die Jungtiere wiederzufinden. Noch sei ihr Maul gerade einmal so gross wie das eines Pudels - "sie werden niemanden fressen", versicherte die Präfektur.
(SDA/ATS - mt/bsd066/HUM/4/100824 1058)
tierwelt.de


Hundegesetz verabschiedet: Unerfahrene Halter müssen Hundeführerschein machen (25.08.2010)

Die Landesregierung hat nach mehr als einem Jahr Beratung am Dienstag ein neues Hundegesetz auf den Weg gebracht. Wenn der Entwurf so den Landtag passiert, müssen unerfahrene Halter in Zukunft einen sogenannten Hundeführerschein ablegen.
Die Landesregierung hat nach mehr als einem Jahr Beratung am Dienstag ein neues Hundegesetz auf den Weg gebracht. Wenn der Entwurf so den Landtag passiert, müssen unerfahrene Halter in Zukunft einen sogenannten Hundeführerschein ablegen. Das Gesetz schreibt außerdem eine Haftpflichtversicherung für alle Tiere vor. Hunde werden darüber hinaus in Zukunft in einem Zentralregister erfasst und erhalten einen elektronischen Chip eingepflanzt. Das neue Gesetz unterstütze die artgerechte Haltung und helfe, Angriffen vorzubeugen, sagte die zuständige Agrarministerin Astrid Grotelüschen. Ihr Vorgänger Hans-Heinrich Ehlen (beide CDU) hatte die Novelle im Vergangenen Jahr auf den Weg gebracht. Damals hatten in Hildesheim zwei Rottweiler zwei Kinder schwer verletzt.
Das Gesetz war innerhalb der Koalition lange umstritten. Die FDP hat sich erfolgreich gegen den Hundeführerschein für alle Halter gewehrt. Der Kompromiss sieht so aus, dass seine Sachkunde nicht mehr nachweisen muss, wer mindestens zwei Jahre ein Tier besessen hat. Laut einer Sprecherin des Agrarministeriums kann der Nachweis darüber „zum Beispiel durch die Bezahlung der Hundesteuer erbracht werden.“ Die FDP-Fraktion zeigte sich gestern zufrieden mit dem Gesetzentwurf: „Niedersachsen bekommt das modernste Hundegesetz Deutschlands“, sagte Christoph Oetjen, Agrarexperte seiner Fraktion.
Städte und Kreise erhalten neue Möglichkeiten, auf auffällige Hunde zu reagieren. Sie können deren Besitzern Schulungen aufbrummen, Leinen- oder Maulkorbzwang anordnen und in letzter Konsequenz sogar die Haltung verbieten.
[Karl Doeleke]
Hannoversche Allgemeine

Jagdunfall: Zwei Tote in Süddeutschland (25.08.2010)

Schwörstadt (RPO). Einen tragischen Jagdunfall mit zwei Toten hat es in Süddeutschland am Mittwochabend gegeben. Wie die Polizei Lörrach mitteilte, schoss ein 71-jähriger Jäger von seinem Hochsitz in Schwörstadt (Kreis Lörrach) aus versehentlich auf einen Treiber. Der 39-jährige, der in einem Maisfeld das Wild aufscheuchen sollte, erlag noch vor Ort seinen Verletzungen. Der völlig bestürzte Schütze fuhr danach zu seinem nahe gelegenen Wohnhaus und nahm sich selbst das Leben. Die Initiative zur Abschaffung der Jagd forderte die Politik am Donnerstag erneut auf, die Hobbyjagd endlich zu verbieten. Allein in Deutschland gebe es pro Jahr bis zu 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen.
RP Online

Jäger tot aufgefunden (25.08.2010)

Ein 57 Jahre alter Jäger ist am Montag, gegen 17 Uhr, in einem Wald bei Illmensee tot unter einem Hochsitz aufgefunden worden. Die Kriminalpolizei Sigmaringen geht von einem Jagdunfall aus
Der Mann aus dem Kreis Ravensburg hatte sich am Montagmorgen, gegen 5 Uhr, auf die Jagd begeben. Als er entgegen der üblichen Gewohnheit um die Mittagszeit immer noch nicht zu Hause war, verständigte seine Ehefrau mehrere Jagdkameraden ihres Mannes. Diese begaben sich auf die Suche.
Gegen 17 Uhr entdeckten sie im Gewann „Sturmberg“ den 57-Jährigen tot unter einem Hochsitz liegend. Er wies eine Schussverletzung im Brustbereich auf. Das Jagdgewehr hatte sich in einer Leitersprosse des Hochsitzes verheddert.
Nach den kriminalpolizeilichen Untersuchungen dürfte sich der tödliche Schuss gelöst haben, als der Mann vom Hochsitz heruntersteigen wollte. Fremdverschulden ist nach derzeitigem Ermittlungsstand auszuschließen.
suedkurier.de

Vegetarier betrachten Tiere menschlicher (25.08.2010)

Studie bestätigt: Im Vergleich zu Veganern und Vegetariern schreiben Fleisch essende Menschen Tieren weniger menschliche Emotionen zu. Das hat ein internationales Forscherteam um Roland Imhoff vom Institut für Psychologie der Uni Bonn herausgefunden. Die Ergebnisse sind jetzt in der Zeitschrift „European Journal of Social Psychology“ veröffentlicht worden (doi: 10.1002/ejsp.766).
Roland Imhoff von der Abteilung für Sozial- und Rechtspsychologie der Uni Bonn hat zusammen mit polnischen Kollegen mehrere Studien mit Fleischessern und Vegetariern durchgeführt. So sollten die Teilnehmer unter anderem auf einer Skala markieren, ob bestimmte Emotionen sowohl Menschen als auch Tieren bzw. nur Menschen zu Eigen seien. Dabei unterschieden die Forscher zwischen angeborenen Primäremotionen wie Angst oder Wut und Sekundäremotionen wie Melancholie oder Schuldbewusstsein. Die Befragung zeigte, dass Fleisch essende Menschen Sekundäremotionen eher als spezifisch menschlich ansehen. Genau diese sahen die Vegetarier aber auch bei den Tieren.
„Vegetarier nehmen Tiere insgesamt menschlicher wahr als Omnivore“, fasst Roland Imhoff die Ergebnisse zusammen. Das gilt am deutlichsten für Tiere, die in Europa vor allem für die Nahrungsmittelproduktion gezüchtet werden. Das zeigt eine weitere Studie, in der die Forscher die Teilnehmer nach menschähnlichen Emotionen von Hunden und Schweinen befragten. Hunde sind in der westlichen Welt keine traditionellen Nahrungsmittel, sondern gelten als ‚bester Freund des Menschen’. Das spiegelte sich auch in den Angaben der Nichtvegetarier: Sie schrieben Hunden mehr menschliche Emotionen zu als Schweinen, vor allem hinsichtlich der Sekundäremotionen.
In der Regel bestehe bei Fleischessern jedoch ein vernunftorientiertes Konzept menschlicher Einzigartigkeit, das Tieren gewisse Eigenschaften abspreche. Psychologen sprechen auch von „Entmenschlichung“. Diese Strategie gebe es auch bei Konflikten zwischen verschiedenen menschlichen Gruppen, etwa zur psychologischen Rechtfertigung der Tötung im Krieg, erklärt Imhoff. „Wir haben uns daher gefragt, ob auch die passive Teilnahme an der Tötung von Tieren mit der Strategie der Entmenschlichung einher geht. Bei Menschen, die Fleisch essen, scheint das zumindest so zu sein.“
(Quelle: UNI Bonn)
vetline.de

Morddrohungen! Katzen-Quälerin unter Polizeischutz (25.08.2010)

Coventry –  Die Frau, die im englischen Coventry einfach so eine Katze in eine Mülltonne steckte und dabei gefilmt wurde, steht unter Polizeischutz.
Nachdem die ältere Dame identifiziert worden war, hatten schockierte Tierschützer auf Facebook und Youtube ihrem Ärger Luft gemacht. Dabei wurden sogar vereinzelt Morddrohungen ausgestoßen.
Jetzt kümmert sich die Polizei um den Fall - allerdings um die Frau vor Übergriffen zu schützen, wie „Sky News“ berichtet. Darryl Mann, der Besitzer der gequälten Katze Lola, sagte dem Sender: „Ich verstehe ja, dass einige Menschen Katzen nicht gerne haben, aber wie können sie das einem wehrlosen Tier antun?“
Rechtlich belangen kann er die Täterin aber nicht. Dafür wurde die Tierschutzorganisation RSPCA eingeschaltet.
express.de

Katze verdurstet in Schließfach (25.08.2010)

Hamburg - Eine kranke Katze wurde in einem Schließfach am Hauptbahnhof eingesperrt. Passanten riefen die Polizei, als sie Geräusche hörten. Die Katze konnte zunächst gerettet werden, starb dann aber.
Eine kranke Katze ist in einem Schließfach des Hamburger Hauptbahnhofs eingesperrt worden und gestorben. Das Tier konnte zwar zunächst lebendig befreit werden, war aber bereits so ausgetrocknet, dass es starb, wie die Polizei am Mittwoch berichtete. Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Katze erheblich gelitten haben muss. Nun wird der Täter gesucht.
“Der Fachdienst für Umweltdelikte der Wasserschutzpolizei hat die Ermittlungen übernommen und ein Verfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet“, heißt es im Polizeibericht. Passanten hörten am vergangenen Samstag gegen 11.50 Uhr ein Jaulen aus dem Schließfach 457 und informierten das Bahnpersonal. Eine Schließfachaufsicht befreite die Katze.
Ein Tierarzt kümmerte sich sofort um sie, konnte sie aber nicht mehr retten. Die Sektion des Tieres in der Pathologie des Hygieneinstituts ergab, dass die graue Katze, ein Mischling der norwegischen Waldkatze, eine Nierenerkrankung hatte und mehr Flüssigkeit brauchte als normalerweise. Sie hatte am Bein hinten links eine große Schürfwunde und war weder gechipt noch tätowiert. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Katze zwischen Freitag und Samstag eingesperrt wurde.
dapd
OVB Rosenheim

Tier in Lebensgefahr: Feuerwehr befreit Hund aus Auto (25.08.2010)

Von OLIVER MEYER
Köln –  Die Tiere litten Todesqualen. Zwei Köln-Touristen aus Belgien hatten ihre beiden Autos in der Sebastianstraße in Niehl geparkt und zwei Hunde zurückgelassen.
Die Feuerwehr befreite den einen Hund, der vermutlich nicht überleben wird, als der Besitzer des Ford-Fiesta auftauchte und die Beamten wegen der kaputten Scheibe beschimpfte.
„Ich werde nie wieder nach Köln kommen“, motzte er und ließ sich kaum von seiner Ehefrau beruhigen. Der zweite Hund erholte sich, musste nicht zum Tierarzt.
Die Polizei warnt ausdrücklich davor, Kinder oder Tiere im Wagen zurückzulassen – auch nicht kurz! Der Innenraum erhitzt sich schnell – bis zu 60 Grad. Ein Beamter: „Solchen Autofahrern sollte man den Führerschein abnehmen.“
Kölner Express

Staatssekretär Gerd Müller: Agrarexporte wieder auf Rekordkurs (25.08.2010)

Der deutsche Agrarexport hat im ersten Halbjahr 2010 wieder deutlich zugelegt. Nach vorläufigen Zahlen wurden Güter der Land- und Ernährungswirtschaft im Wert von rund 24,6 Milliarden Euro exportiert.
"Das ist ein Plus von rund 1,6 Milliarden Euro oder 6,9 Prozent im Vergleich zum 1. Halbjahr des Vorjahres. Der Export übersteigt sogar die Ergebnisse des 1. Halbjahres im Rekordjahr 2008 von rund 24,3 Milliarden Euro. Der Agrarexport ist damit wieder auf Rekordkurs", sagte der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundeslandwirtschaftsministerin und Exportbeauftragte im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Gerd Müller.
"Der begonnene konjunkturelle Aufschwung wird sich sicherlich auch auf die Agrarexporte im weiteren Verlauf des Jahres 2010 positiv auswirken. Das bisherige Rekordergebnis des Jahres 2008 mit rund 51,9 Milliarden Euro könnte 2010 wieder erreicht oder gar übertroffen werden", fügte Staatssekretär Müller hinzu.
Bei allen wichtigen Warengruppen waren sowohl mengenmäßig als auch wertmäßig deutliche Steigerungsraten zu verzeichnen. Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei Milcherzeugnissen. Dort konnte der Einbruch des Vorjahres wettgemacht werden. Die Ausfuhren stiegen insbesondere wegen höherer Preise um 16,5 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro (darunter Käse mit einem Plus von 13 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro). Die Exporte von Fleisch und Fleischwaren konnten mengenmäßig um 4,6 Prozent und dem Werte nach um 2,4 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro zulegen. Die wichtigste Produktgruppe hinter Fleisch und Milch stellen Getreideerzeugnisse und Backwaren mit einem Exportwert von 2,1 Milliarden Euro dar (+ 7 Prozent).
"Die Zahlen bestätigen die gute Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Die Unterstützung der Exportbemühungen der Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft durch das Bundeslandwirtschaftsministerium wird fortgesetzt und ausgebaut", so Müller. Er kündigte ein neues "Förderprogramm Agrarexport" an, das demnächst der Öffentlichkeit vorgestellt werde.
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Wer einen Hund will, soll bald zum Test (24.08.2010)

Von Michael Ahlers. Die niedersächsische Landesregierung will das Hundegesetz nachbessern. Jeder Hund soll einen Chip implantiert bekommen. Außerdem werden Haftpflichtversicherung und Sachkunde-Prüfungen für neue Hundehalter vorgeschrieben.
Was die Landesregierung heute auf Vorschlag von Agrarministerin Astrid Grotelüschen (CDU) beschließen will, geht zwar noch ins Anhörungsverfahren. Doch die Eckpunkte des Gesetzes, dass 2011 in Kraft treten könnte, sind klar:
Sachkundenachweis
Ihn sollen laut Entwurf zur Vermeidung von „Beißunfällen“ nur unerfahrene Hundehalter erbringen müssen. „Wer länger als zwei Jahre einen Hund ohne Probleme führt, gilt als sachkundig“, betont Gert Hahne, Sprecher im Ministerium. Rasse oder Größe des gehaltenen Hundes spielen keine Rolle. Weil nach Schätzungen rund 90 Prozent der Hundehalter damit den Nachweis bereits erbracht haben – zu belegen zum Beispiel durch die Hundesteuerzahlungen – rechnet die Landesregierung mit wenig Widerstand. Wer neu Hunde hält, könnte allerdings mit bis zu 200 Euro zur Kasse gebeten werden.
Hunde-Chip
Zur Identifizierung bekommen die Tiere nach sechs Monaten beim Tierarzt einen Chip mit einer Nummer unter die Haut implantiert. Die Nummer kann von den Behörden mit einem Lesegerät ermittelt werden. „Viele Halter haben das bereits getan, für Auslandsreisen ist es vorgeschrieben“, sagt Jörg Baumgarte vom Ministerium. Die Vorschrift soll für alle Tiere gelten, die älter als sechs Monate sind. Kosten: rund 50 Euro. Es soll zudem ein zentrales Hunderegister eingerichtet werden.
Haftpflicht
Alle Halter müssen für ihre Tiere künftig eine Haftpflicht abschließen. Dies kann laut Ministerium eine eigene Hunde-Haftpflicht oder aber die Erweiterung einer bestehenden Versicherung sein. Kosten rund 50 bis 150 Euro pro Jahr.
Gefahrenabwehr
Mit einem Katalog zur Abwehr von Gefahren zielt die Landesregierung insbesondere auf die Halter – darunter der Sachkundenachweis, Leinenpflicht, Maulkorb oder Schulung. Dies steht bislang nicht detailliert im Gesetz. „Wir wollen Hundehalter gezielter in die Verantwortung nehmen“, sagt Grotelüschen.
„Das sind Verschärfungen, mit denen wir durchaus leben können“, sagte Jochen Rissmann vom Landesverband fürs Hundewesen gegenüber unserer Zeitung. Chip- und Versicherungspflicht seien vernünftig. Der Sachkundenachweis verursache aber viel Bürokratie, „und die bösen Buben schicken dann eben ihre Oma zum Test. „Es klingt erst einmal gut, wird in der Praxis aber nicht viel helfen“, so Rissmann.
newsclick.de

Betrunkene Jäger: Tierschutz fordert totales Alkoholverbot (24.08.2010)

von Bigna Silberschmidt/Nico Menzato - Der Tierschutz sagt Jägern, die mit Feldflaschen voller Schnaps durch die Wälder ziehen, den Kampf an. Indirekte Schützenhilfe bekommt er vom Berner Jagdverband.
«Wir wissen von Jagden, bei denen enorm viel getrunken wird – insbesondere Weisswein», so Mark Rissi, Sprecher des Schweizer Tierschutzes (STS). Bei betrunkenen Jägern bestehe die Gefahr, dass Tiere nicht sauber getroffen würden und daher schrecklich leiden müssten. Zudem bestehe auch eine Verletzungsgefahr für andere Personen. Rissi: «Der STS fordert deshalb eine Null-Promille-Grenze auf der Pirsch.» Das Verbot soll in die Revision der Eidg. Jagdverordnung einfliessen, die bald vom Bundesamt für Umwelt erarbeitet wird.
Von linker Seite zeichnet sich Unterstützung ab: «Es kann doch nicht sein, dass ­alkoholisierte Jäger Schäden am Wildtier anrichten», so SP-Nationalrätin Evi Allemann. Mindestens eine 0,5-Promille-Grenze wie im Strassenverkehr sei deshalb notwendig.
Die Alkoholproblematik scheint auch der Berner Jagdverband zu kennen: Er ruft seine Mitglieder in einer Verhaltensempfehlung dazu auf,
beim Trinken zurückhaltend zu sein. Verbandspräsident Lorenz Hess: «Es ist aber eine Falschmeinung, dass Jäger Alkoholprobleme haben.» Die Empfehlung soll nur zeigen, dass eine verantwortungsbewusste Jagd wichtig sei. Jagdinspektor Peter Juesy bestätigt: «Es gibt hier keinen Handlungsbedarf.» Anders sieht dies FDP-Grossrätin Marianne Staub: «Ich weiss von Wildhütern, dass während der Jagd oft ein Gläschen zu viel gehoben wird.»
20min.ch

Wilderer erschießt Priester (24.08.2010)

Ein 55-jähriger Priester ist in Süditalien Opfer eines Jagdunfalls geworden. Ein mutmaßlicher Wilderer erschoss den Geistlichen in der Region Bari, als er mit einer Jugendgruppe im Freien übernachtete, berichteten italienische Medien am Montag. Ein Tatverdächtiger habe sich der Polizei gestellt, weil er «mit dieser Last auf dem Gewissen» nicht leben könne, meldete der Online-Dienst libero-news.it.
Die verwendete Munition führte die Ermittler zu der Annahme, dass es der Täter möglicherweise auf ein Wildschwein abgesehen hatte. Offenbar habe der Schütze den Schlafsack des Priesters im Dunkeln mit einem Stück Jagdwild verwechselt.
Das Opfer war als Pfarrer einer katholischen Gemeinde im norditalienischen Bistum Belluno tätig. In der apulischen Hochebene der Murgia leitete er eine spirituelle Wanderwoche mit rund 20 Jugendlichen. Laut Tageszeitung «Avvenire» hörten Teilnehmer nachts den Schuss und Autogeräusche, nahmen aber von dem Vorgang nicht weiter Notiz. Am nächsten Morgen fanden sie den Geistlichen verblutet im Schlafsack. Der Bischof von Belluno, Giuseppe Andrich, reagierte bestürzt auf den Vorfall. kna
Augsburger Allgemeine

Die Wurst war mal ein Tier  (24.08.2010)

Der amerikanische Autor Jonathan Safran Foer ist der Frage nachgegangen, woher das Fleisch kommt, das wir essen. Die Antworten in seinem Buch «Tiere essen» sind für uns alle schwerverdaulich. Foer prangert aber nicht das Töten der Tiere an, sondern die qualvolle Massentierhaltung. Aber gilt das auch für die Schweiz?
Tin Fischer
Es gab eine Zeit, da hatten Metzgereien lachende Sauen als Logo, manche sogar mit einem Messer im Rücken. Nichts schien der Sau so viel Spass zu machen als sich schlachten zu lassen. Die Logos sind verschwunden und die Phantasie des Konsumenten wurde stattdessen auf den Teller gelenkt. Die Frage, woher das Fleisch kommt, ist uns unangenehm geworden.
Frankenstein-Hühner
Das neue Buch «Tiere essen» des New Yorker Autors Jonathan Safran Foer stellt genau diese Frage. Eine Antwort wollte ihm keiner der amerikanischen Schlachtbetriebe, die 99 Prozent des Fleisches auf dem US-Markt produzieren, geben. Schon gar nicht durfte Foer einen Schlachthof besichtigen. Also hat er sich selbst Zutritt verschafft und nimmt den Leser mit in die Welt der amerikanischen Tierfabriken, die von der Öffentlichkeit systematisch abgeschirmt werden, weil sie zum Himmel stinken. Ihr Mist bildet Seen, die auf der Landkarte eingezeichnet werden könnten.
Millionen von Hühnern werden in diesen Fabriken gleichzeitig grossgezogen, wobei von «Huhn» nur noch bedingt die Rede sein kann. Muskeln und Fettgewebe wachsen schneller als das Skelett. Entsprechend deformiert sind die Tiere. Sie können kaum gehen und haben Krankheiten, die ausserhalb der Massentierhaltung fast nicht vorkommen. Medikamente halten sie am Leben, deren Geschmack durch eingepumpte Bouillon-Lösungen kompensiert werden muss.
30 Prozent der Hühner, die im Schlachthof ankommen, haben aufgrund ihrer «Frankenstein-Genetik» und der ruppigen Behandlung Knochenbrüche.
Tierparadies Schweiz?
Der Umstand, dass in den USA 99 Prozent des Fleisches aus solchen Fabriken kommt, veranlasste Foer dazu, Vegetarier zu werden. Und mit ihm mancher Leser. In diesen Tagen ist das Buch auf Deutsch erschienen und wird auch hier manchen den Appetit am Fleisch verderben. Die deutsche Ausgabe wurde mit Fussnoten über die Situation in Deutschland ergänzt.
Sie ist vergleichbar mit jener in Amerika. Nur: Trifft sie auch auf die Schweiz zu?
«Von der Grösse her gibt es in der Schweiz praktisch keine Massentierhaltung», sagt Hansuli Huber, Geschäftsführer des Schweizer Tierschutzes STS. Als einziges Land weltweit lege die Schweiz – neben spezifischen Vorschriften für jedes Tier – auch ein Höchstmass an Tieren pro Hof fest. So dürfen maximal 1500 Schweine in einem Betrieb gehalten werden. Der Durchschnitt liegt sogar bei nur 150.
Solche Familienbetriebe können einen Grossteil des Futters selbst generieren und den Mist selbst entsorgen, das unterscheidet sie von den Massenbetrieben in den USA und der EU. Huber sagt es so: «Die USA sind ein wunderbares Land, für Nutztiere aber die Hölle. Die EU ist Vorhölle. In der Schweiz geschieht zwar noch immer zu wenig, aber wesentlich mehr als in den USA.»
Seuchenherd Massenbetrieb
Können wir «Tiere essen» also zurückgelehnt wie einen Schauder-Roman aus der amerikanischen Unterwelt lesen? Nein. Rund die Hälfte des Geflügels, das in der Schweiz konsumiert wird, kommt aus dem Ausland, sprich: aus Massentierhaltung wie sie Foer beschreibt (Schwein und Rind sind zu 90 bzw. 80 Prozent aus der Schweiz). Dass diese Massenbetriebe Seuchenherde für Viren wie die Vogelgrippe sind, ist ein Problem, das vor der Schweiz nicht haltmacht.
Ebenso dass der Energieaufwand für die Fleischproduktion und die entstehende Treibhausgasemission beträchtlich sind; ob biologisch oder konventionell dürfte laut dem deutschen Foodwatch keinen Unterschied machen. Und nicht zuletzt ist Foers Buch für den Schweizer Leser ein Warnschuss. Die Zeichen stehen auf Anpassung an die EU-Gesetzgebung, und der Wettbewerbsdruck aus dem Ausland wächst – ein Druck, der auf das Tier weitergegeben werden könnte, wie der Tierschutz befürchtet.
Ethisch vertretbares Fleisch
Wir haben also Gründe genug, den Fleischkonsum zu überdenken. Foer liefert die dazugehörigen, schlagkräftigen Argumente. Pragmatische wie Energie und Seuche, aber auch die grundsätzliche Frage, ob wir Tiere zum blossen Genuss – dass wir Fleisch brauchen, hat die Ernährungswissenschaft mittlerweile widerlegt – essen dürfen. So weit, dies zu verneinen, geht Foer allerdings nicht.
Es war die Journalistin Iris Radisch, die in diesen Tagen diese ethische Frage auf den Tisch gebracht und verneint hat, als sie den «Respekt vor der fremden Intelligenz» des Tieres forderte, die unserer in vielem – ob dem Sehen oder dem Hören – überlegen ist. Wo Foer mit dem Verzicht auf Fleisch lediglich den «Muskel Mitgefühl» trainiert, ist Vegetarismus für Radisch Teil der Zivilisierung. Foer geht den pragmatischen Weg. Für ihr kann es so etwas wie ethisch vertretbares Fleisch geben.
Es sei nur praktisch unmöglich, dass wir uns alle davon ernähren können, deshalb sollten wir es ganz lassen. Oder zumindest gelegentlich darauf verzichten, so wie es jener Gastrokritiker tut, der tagsüber bis 17 Uhr vegan lebt. Der Frage, ob es Gesetze braucht, weicht Foer dabei aus und ruft stattdessen dazu auf, dass jeder individuell das Richtige tut.
Nur 1,9 Prozent ist Bio-Fleisch
Als Amerikaner beruft sich Foer auf die Bürgerrechtsbewegung, der es gelang, mit einem einfachen Bus-Streik die Gleichberechtigung der Schwarzen zu erkämpfen, einfach indem jeder mitgemacht hat. Doch deren Ziel waren konkrete Gesetzesänderungen. Vegetarismus mag die richtige Entscheidung sein, wenn man das Töten eines Lebewesens zum blossen Genuss für falsch hält. Vegan zu leben, wenn man eine würdige Tierzucht für nicht machbar hält.
Der Kauf von Bio-Fleisch, wenn man glaubt, dass sich dies mit entsprechendem Mehraufwand umsetzen lässt. Bloss: Dem Grossteil der Tiere hilft das alles nichts. Der Marktanteil von Bio-Suisse-Fleisch beträgt nur gerade 1,9 Prozent. Nicht wesentlich höher ist der Prozentsatz der Vegetarier, Veganer oder jener, die aus ethischen Gründen nur sporadisch Fleisch essen.
Die Zivilisierung der Tierhaltung funktioniert nicht über korrekten oder verweigerten Konsum, sondern über Gesetze. Die Folge dieser Gesetze liegt auf der Hand: In der Schweiz kostet Fleisch fast doppelt so viel wie im Ausland und ist damit das verhältnismässig teuerste Lebensmittel. Allerdings wird der Anteil der Lebensmittel am Gesamteinkommen immer kleiner.
Wir zahlen also selbst beim Kauf von Bio-Fleisch einen geringen Preis, um Zustände zu verhindern, wie sie Foer in einem Sachbuch beschreibt, von dem man sich wünscht, es wäre nur ein fiktiver Roman gewesen.
Jonathan Safran Foer: Tiere essen, aus dem Englischen von Isabel Bogdan, Ingo Herzke und Brigitte Jakobeit, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2010
tagblatt.ch

«Wir müssen über das Fleisch, das wir essen, nachdenken» (24.08.2010)

Jonathan Safran Foer, 33, wurde mit seinen märchenhaften Romanen «Alles ist erleuchtet» über den Holocaust und «Extrem laut» über den 11. September berühmt. «Tiere essen» ist sein erstes Sachbuch und löste in den USA eine heftige Debatte aus. Zwar schreibt Foer nichts wesentlich Neues. Journalisten wie Eric Schlosser («Fast Food Gesellschaft»), Gail Eisnitz («Slaughterhouse») oder Jeremy Rifkin («Das Imperium der Rinder») haben das Innenleben amerikanischer Schlachthöfe, in denen die Tiere wie Waren und die Mitarbeiter wie Tiere behandelt werden, bereits in den 90er-Jahren angeprangert. Foers Stärke ist jedoch die Kombination von Erzählung und Berichterstattung, von Familiengeschichte und Fakten. Seine Recherche für das Buch hat begonnen, als er Vater geworden ist und sich die Frage stellte, wie man sein Kind ernähren soll.
Aber auch das politische Timing seines Buches stimmt: Fleischverzicht ist in der Energie- und Klimafrage zu einem zentralen Thema geworden. Foer fordert allerdings keine Gesetze, sondern individuelle Verantwortung. Ob das hilft, ist fraglich. Zeitlich mit der englische Ausgabe von «Tiere essen» ist das Buch «Ende der Märchenstunde» von Kathrin Hartmann erschienen, eine kritische Abrechnung mit der Idee, dass sich mit korrektem Konsum der Markt verbessern lässt. (tin)
tagblatt.ch

Verfahren gegen Föhrer Robben-Retterin eingestellt (24.08.2010)

von mgs
Auch das zweite Bußgeldverfahren gegen die auf Föhr arbeitende Tierärztin Janine Bahr ist eingestellt worden. Das teilte ein Sprecher des Kreises Nordfriesland mit.
Bahr war beschuldigt worden, ein Robbenbaby am Wyker Strand mitgenommen zu haben, um es gesund zu pflegen. Der Kreis hatte ihr daraufhin einen Bußgeldbescheid über 2000 Euro geschickt. Janine Bahr hatte aber von Anfang an beweisen können, dass sie zur angeblichen Tatzeit gar nicht auf Föhr war, sondern an einer Tierschutztagung in Estland teilgenommen hatte. Daraufhin stellte der Kreis Nordfriesland das Bußgeldverfahren jetzt von sich aus ein.
Erst kürzlich hatte das Amtsgericht Husum ein Verfahren gegen die Tierärztin wegen Geringfügigkeit eingestellt. Bahr hatte vor einem Jahr ein offenbar mutterloses und abgemagertes Robbenbaby vom Wyker Südstrand mit in ihre Praxis genommen, das Tier gesund gepflegt und später in der Nordsee wieder ausgesetzt. Damit hatte die Tierärztin eine Ordnungswidrigkeit begangen, da der junge Seehund dem Landesjagdrecht und der Bundeswildschutzverordnung unterliegt. Deshalb dürfen in Schleswig-Holstein nur die rund 40 "Seehundjäger" überlebensfähige Tiere in die Aufzuchtstation nach Friedrichskoog (Dithmarschen) bringen - oder nicht überlebensfähige Seehunde töten.
Ministerium wies Euthanasie-Vorwurf zurück
Parallel dazu verteidigte das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein die "Robbenrichtlinie". Es habe dazu mehrere Gespräche zwischen der Föhrer Tierärztin und Vertretern des Ministeriums gegeben. Ziel der Richtlinie sei es, "die Pflege und Wiederauswilderung zu regeln, und dadurch die Entnahme von erkrankten, geschwächten oder verlassenen Robben so gering wie möglich zu halten. Zum Erhalt der Population sind diese Maßnahmen nicht erforderlich. Sie sind zudem mit Risiken verbunden. Hierzu zählen die mögliche Einschleppung von Krankheitserregern sowie im Hinblick auf eine gegen die natürliche Selektion gerichtete Wirkung/Verschlechterung des Allgemeinzustandes und der Widerstandskraft der Populationen."
Das Ministerium wies auch den mancherorts aufgekommenen Verdacht zurück, "die Seehundstation Friedrichskoog würde nur eine begrenzte Anzahl Tiere aufnehmen und darüber hinaus eingelieferte Heuler euthanasieren."
Gestern Abend wilderten Mitarbeiter der Station die ersten zehn in dieser Saison aufgepäppelten Seehunde wieder im Dithmarscher Watt aus.
Barmstedter Zeitung

Tierquälerei bleibt ungeklärt (24.08.2010)

Weißwasser Es war eine angespannte Verhandlung. Fünf Zeugen wurden am vergangenen Donnerstag vor das Amtsgericht Weißwasser geladen.
Sie alle sagten für oder gegen den 76-jährigen Detlef W. aus (*alle Namen sind geändert), der aus einem Ortsteil der Gemeinde Schleife kommt. Der Vorwurf: schwere Tiermisshandlung. Der Angeklagte selbst erschien nicht zur Verhandlung. Er ließ sich von seinem Anwalt vertreten.
Am 9. September 2008 soll er ein Tellereisen an der Grundstücksgrenze zu seinem Nachbarn Michael M. aufgestellt haben, um dessen Hund zu verletzen. Eine halb verweste Wildschweinschwarte soll dabei als Lockvogel gedient haben. Es war bekannt, dass der Rüde öfters ausbüxte. Dabei hatte er auch einmal die Schäferhündin von Detlef W. gedeckt. Sowohl er, als auch seine Frau waren darüber erbost. Als der Rüde erneut versuchte, die Hündin auf deren Grundstück zu schwängern, habe Frau W. Michael M. telefonisch gedroht: »Wenn der Hund nochmal kommt, wirst du sehen, was mit ihm geschieht.« Das war zwei Wochen vor dem Vorfall. Heute bestreitet sie die Drohnung.
Michael M. und sein Schwager erinnern sich, wie sie den Rüden vorfanden: jaulend, sich vor Schmerzen windend, versuchte das Tier, die Eisenfalle durchzubeißen, um seine Pfote zu befreien. Dabei brach er sich mehrere Zähne ab. Detlef W. selbst habe die Szenerie von seinem Grundstück aus passiv mit entsetztem Gesicht beobachtet. Erst durch mehrfaches Auffordern holte er Werkzeug, damit die Falle geöffnet werden konnte.
Für die Staatsanwaltschaft war der Fall klar: Detlef W. ist schuldig. Zwar könne er gesundheitsbedingt schlecht laufen, doch sprächen viele Indizien gegen ihn. Nicht zuletzt, weil der Hund ihm und seiner Frau längere Zeit ein Dorn im Auge war und er mit Familie W. zerstritten sei. Zudem sei die Falle direkt vor seinem Grundstück aufgestellt worden. Genau dort, wo der Laufpfad des Hundes ist. Außerdem ist der Angeklagte selbst Jäger und habe Michael M. nach dessen Aussage bereits zu DDR-Zeiten ein Tellereisen angeboten, damit dieser seine Hühner vor Fuchsangriffen schützen könne. Michael M. habe abgelehnt.
Sowohl Detlef W., als auch seine Frau bestritten vor Gericht, jemals eine derartige Falle besessen zu haben. Frau W. will auch nichts von der Rettungsaktion mitbekommen, geschweige denn das Hundegejaule gehört haben. Und das, obwohl es durch die ganze Nachbarschaft hallte. Eine Aussage, die in den Zuschauerreihen für Rumoren sorgte.
Letztlich sprach das Gericht den Angeklagten jedoch wegen mangelnder Beweise frei. Und das mit schwerem Herzen, wie Richter Stefan Bachmann bei der Urteilsverkündung betonte: »Es sprechen sehr viele Indizien dafür, dass Detlef W. der Täter ist.« Laut Bachmann und Staatsanwalt hätte auch sein Sohn, ebenfalls Jäger, die Tat für ihn ausüben können. Vermutet wird, dass der Sohn den Köder durch heimliches Jagen besorgt habe.
Belastende Beweise gibt es aber laut Aussage eines Polizisten nicht. Auch für ihn sei Detlef W. tatverdächtig. »Eine Schüssel mit verwestem Fleisch stand neben der Falle. Beides konnte man von seinem Grundstück aus sehr gut sehen. Sprechen wollte Detlef W. an dem Tag aber nicht mit uns.«
Für Michael M. ein frustrierendes Urteil. »Mein Hund kann zum Glück wieder laufen, aber gerecht ist das nicht.« Vivien Czepok
Lausitzer Rundschau

Gewalt gegen Terrier: Mann soll in die Hundeschule (24.08.2010)

Bochum, 23.08.2010, Redaktion
Bochum. Wegen Misshandlung eines Terriers mit einem Gartenschlauch soll ein Mann aus Weitmar in eine Hundeschule.
Ein älterer Mann aus Weitmar, der am 11. August eine Anzeige bekommen hat, weil er in seinem Garten einen bei ihm lebenden Terrier mehrfach mit einem doppelt gelegten Gartenschlauch verprügelt haben soll, soll jetzt in die Hundeschule. Die Polizei hatte den Hund damals zwar per richterlichem Beschluss ins Tierheim gebracht, doch inzwischen lebt er wieder zu Hause.
Passanten hatten damals die Polizei alarmiert. Sie berichteten, dass das Tier vor Schmerzen laut aufgejault habe. Zur Rede gestellt, rechtfertigte der Mann das Schlagen als reine Erziehungsmaßnahme, so die Polizei.
Polizei ermittelt
Weil aber seine Partnerin Besitzerin des Hundes ist, lebt dieser jetzt wieder bei „Herrchen“. Die Stadt als Ordnungsbehörde hat da rechtlich keine andere Möglichkeit. Stadtsprecher Thomas Sprenger: „Gleichwohl nehmen wir den Vorfall sehr ernst. Wir sind auf den Mann zugegangen und bitten ihn eindringlich, eine Hundeschule zu besuchen, damit der richtige Umgang zwischen Mensch und Tier gelernt werden kann.“ Sollte er sich weigern, könnte er per Ordnungsverfügung gezwungen werden.
Zeugen berichten, dass sie schon früher laute Schmerzensschreie des Hundes gehört hätten. Die Polizei ermittelt jetzt.
derwesten.de

Hund beißt Katze tot – Besitzer schaut zu (24.08.2010)

BÜCHENBERG Ein Fall von Tierquälerei, Sachbeschädigung, oder beides? Anfang August ist gegen einen unbekannten Hundehalter Anzeige erstattet worden, der tatenlos dabei zugesehen haben soll, wie sein Jagdhund eine Katze tötete. Mittlerweile ermittelt die Polizei.
Spaziergänger hatten den Hundebesitzer dabei beobachtet, wie er seinen großen Jagdhund ohne Leine frei auf einer Wiese zwischen Rönshausen und Büchenberg laufen ließ ließ. Dabei spürte der Hund eine kleine schwarzweiße Katze auf, die er daraufhin brutal jagte und riss. Die geschockten Spaziergänger hatten den Mann darauf hin lautstark aufgefordert, in die Hetzjagd einzugreifen und den Hund zurück zu rufen. Laut Polizeiakte zeigte der Hundehalter sich, auch nach mehrmaliger Aufforderung durch die Zeugen, nicht Willens zu reagieren und machte abfällige Bemerkungen. Die Katze verendete qualvoll.
Die Ermittlungen gegen den unbekannten Hundehalter laufen, da der genaue Sachverhalt bisher noch nicht geklärt ist. Die Polizei ist aber zuversichtlich, den Tatverdächtigen ausfindig zu machen und zu fassen: Laut Martin Schäfer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Osthessen, liegt der Polizei eine gute Beschreibung vor, die sich auf den Wagen und das Kennzeichen beziehen. Das Kraftfahrzeugbundesamt überprüft nun die Angaben und ist dabei, den Wagenbesitzer zu ermitteln. Zum jetzigen Zeitpunkt besteht aber noch kein Tatverdacht. Außerdem muss dann noch geklärt werden, ob wegen Tierquälerei, Sachbeschädigung, oder beidem ermittelt wird. Daraus leitet sich dann nämlich ab, ob eine Straftat vorliegt oder ob ein Bußgeld verhängt werden würde.
jho
Fuldaer Zeitung

Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz - Pressemitteilung Nr. 41/2010: Hund durfte begutachtet werden (24.08.2010)

Über die Gefährlichkeit eines Hundes, der an mehreren Beißvorfällen beteiligt war, darf ein Gutachten eingeholt werden. Dies entschied das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz.
Der Hund des Antragstellers hatte im Mai 2008 sowie im Juli und August 2009 jeweils andere Hunde gebissen. Daraufhin gab die Ordnungsbehörde dem Antragsteller unter Anordnung der sofortigen Vollziehung auf, den Hund von einem Sachverständigen auf seine Gefährlichkeit begutachten zu lassen. Den Antrag, die aufschiebende Wirkung seines Widerspruchs gegen die ordnungsbehördliche Verfügung wiederherzustellen, lehnte bereits das Verwaltungsgericht ab. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte diese Entscheidung.
Die Begutachtung der Gefährlichkeit eines Hundes setze nicht die Feststellung voraus, dass von dem Tier bereits eine konkrete Gefahr  ausgegangen sei. Vielmehr genüge ein Gefahrenverdacht, der auf Tatsachen gestützt sei. Ein solcher Verdacht liege beim Hund des  Antragstellers vor, weil er an drei Beißvorfällen mit verschiedenen Hunden beteiligt gewesen sei und er dabei den anderen Tieren Verletzungen zugefügt habe.
Beschluss vom 17. August 2010, Aktenzeichen: 7 B 10860/10.OVG
Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz

Nach dem Tod der Tiertrainerin: US-Meerestierpark muss Strafe zahlen (24.08.2010)

Orlando/USA (apn). Der Freizeitpark Sea World Orlando ist wegen Sicherheitsverstößen im Zusammenhang mit dem Tod einer Tiertrainerin zu einem Bußgeld in Höhe von 75.000 Dollar (rund 59.000 Euro) verurteilt worden. Das gab die US-Behörde für Arbeitssicherheit (OSHA) am Montag bekannt. Die Dompteurin Dawn Brancheau war im Februar während einer Vorführung von einem Orca-Wal an ihrem Pferdeschwanz ins Becken gezogen worden und daraufhin ertrunken. Der gröbste Verstoß, der mit 70.000 Dollar geahndet wurde, bestand laut OSHA darin, dass Sea-World-Mitarbeiter bei der Arbeit mit Schwertwalen in fahrlässiger Weise der Gefahr durch Ertrinken ausgesetzt wurden.
rp-online.de

Wett-Angler müssen zum Lügendetektor-Test (24.08.2010)

In den USA tricksen sich Angler bei Wettbewerben mitunter dreist zum Sieg: Sie stopfen gefangenen Fischen Blei in den Leib, um deren Gewicht zu erhöhen oder bedienen sich aus zuvor heimlich angelegten Reservoirs. Diesem Treiben will man auf drastische Weise Einhalt gebieten.
Hamburg - Mehr als 200.000 Dollar Preisgeld hat Angler Mike Hart bei Wettbewerben in den USA sozusagen aus dem Wasser geholt - ob es bei den Erfolgen des sonnengegerbten Profisportlers jedoch immer mit rechten Dingen zuging, erscheint nun mehr als fraglich.
Im Fang des Kaliforniers, mit dem er kürzlich das Barsch-Wettfischen am Lake Mead im US-Bundesstaat Nevada für sich entschied, wurde nämlich Blei entdeckt - ausgerechnet, als die Fische, die man nach dem Wettbewerb an eine wohltätige Organisation verschenkt hatte, für den Verzehr filetiert werden sollten.
Fische mit Blei zu beschweren, damit das Gewicht und damit das Preisgeld höher ausfallen, ist ein typisches - und natürlich streng verbotenes - Mittel bei Wettbewerben. Die Strafe für Hart ist drakonisch: Auf Lebenszeit ist der Angler fürderhin von Wettkämpfen ausgeschlossen.
Um dem Treiben solcher schwarzen Schafe Einhalt zu bieten, wenden die Ausrichter großer Angel-Wettbewerbe in den USA mittlerweile Lügendetektoren an, wie die "Washington Post" berichtet.
"Ja, klar braucht man Lügendetektortests", bestätigte Jim Tobin, Vorsitzender des "Pirate's Cove Billfish Tournament", dem Blatt.
Beim "Pirate's Cove"-Turnier Mitte August ging die Crew des Siegerbootes "Uno Mas" immerhin mit einem Preisgeld von 150.785 Dollar nach Hause, insgesamt wurden mehr als 850.000 Dollar Preisgeld ausgelobt. "Wenn es um soviel Geld geht", sagt Tobin, "dann braucht man ein gewisses Maß an Schutz." Den sollen die Detektoren liefern.
Denn der Wille zum Sieg, so die "Post", mache die Sportfischer erfinderisch. So werde Fischen nicht nur Blei verabreicht, es würden auch vor Wettbewerben Fangkörbe mit bereits geangelten Tieren versenkt, die dann als frisch gefischt präsentiert würden. Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten kann man beim Sportangeln das Treiben der Teilnehmer nicht pausenlos überwachen und zum Beispiel jedes Boot in seinen Fanggründen im Auge behalten.
Selbst beim Turnier des christlichen Anglervereins "Fishers of Men" ("Menschenfischer") werden deshalb Lügendetektoren eingesetzt. "Man sollte eigentlich nicht meinen, dass wir das nötig haben", sagte Vereinssprecher Bob Eads der "Post". "Aber auch wir haben in der Vergangenheit immer wieder diese Tests angewendet."
Eine heftige Kontroverse löste im Juni ein Vorfall beim 52. "Big Rock Blue Marlin"-Wettkampf in Morehead City an der Atlantikküste in North Carolina aus. Auch dort unterzog man das Siegerteam einem Test per Lügendetektor - zwar wurden keine betrügerischen Praktiken nachgewiesen, es stellte sich jedoch heraus, dass einer der Angler keinen Angelschein hatte. Das Team wurde disqualifiziert.
Ein Schrei der Empörung erhob sich in der Anglergemeinde: Disqualifikation aufgrund einer bürokratischen Marginalie?
Doch in Morehead City blieb man hart: "Wir halten an unserer Entscheidung fest", sagte Komittee-Chefin Crystal Watters, "Regeln sind Regeln."
In Deutschland ist das Wettfischen übrigens verboten, aus Tierschutzgründen.
pad
Spiegel Online

Fiese Tierquälerin: Die meistgehasste Frau Englands (24.08.2010)

COVENTRY - Eine Frau läuft eine Strasse entlang, bis ihr Büsi «Lola» begegnet. Die Frau hält an, streichelt vermeintlich liebevoll das Tier – und wirft es dann unvermittelt in den Müll.
Was trieb die etwa 50 Jahre alte Frau zu dieser sinnlosen Tat? Sie wirft Katze Lola grundlos in den Müll (siehe Video). 15 Stunden lang muss die Katze im Müll ausharren.
«Ich wollte Lola füttern, doch ich konnte sie nirgends finden», sagte der 26-jährige Besitzer Darryl Andrews-Mann der «Daily Mail». «Plötzlich hörte ich ein schwaches Miauen aus dem Mistkübel. Dort fand ich sie, über und über mit Dreck bedeckt.»
Das Ehepaar Stephanie und Darryl Andrews-Mann haben eine Überwachungskamera vor ihrem Haus installiert, um die permanenten Attacken auf ihr Auto zu unterbinden. Jetzt sahen sie die schockierenden Szenen auf Band und veröffentlichten die Bilder auf Youtube und Facebook.
Sie hoffen, Hinweise auf die Identität der Tierquälerin zu erhalten. Der Katze gehe es mittlerweile wieder gut, so die Besitzer. «Sie ist nur noch ein wenig geschockt.» (num)
blick.ch


Robbenfelle dürfen trotz Embargos weiter verkauft werden (23.08.2010)

Kaum war das EU-weite Handelsverbot gegen Robbenprodukte wirksam, ist es schon wieder ausgesetzt. In letzter Minute hat ein Gericht die komplette Regelung gestoppt.
Die jahrzehntelange Kritik von deutschen und europäischen Tierschützern hatte sich gelohnt: Im vergangenen Juli beschloss die Europäische Union, die Einfuhr von Robbenfellen und anderen Robbenprodukten zu stoppen. An diesem Freitag trat das Embargo in Kraft – eigentlich. Denn der Jubel der Tierschützer ist verfrüht: Der Europäische Gerichtshof gab in letzter Minute neuen rechtlichen Einwänden gegen das Handelsverbot statt. Die Regelung ist bis zur endgültigen Klärung der Vorwürfe ausgesetzt.
Insgesamt 16 Organisationen und Einzelpersonen hatten gegen die Vorschrift geklagt, wonach grundsätzlich keine Robbenprodukte mehr auf den Markt gebracht werden dürfen. Zu den Beschwerdeführern gehören Unternehmen wie die Canadian Seal Marketing Group in Quebec, Jäger sowie die Vereinigungen der arktischen Ureinwohner Inuit in Kanada und Grönland. Alle wären von dem Embargo betroffen.
Unter anderem wollen die Inuit in Kanada erreichen, dass das Embargo für sie überhaupt nicht gilt. Dabei wurden die Ureinwohner schon mit einer Sonderregelung bedacht: So gilt das Verbot für sämtliche Robben-Produkte, darunter neben den Fellen auch für Öle, Häute und Tran – es sei denn, sie stammen von den Inuit. Allerdings gilt diese Ausnahme nur dann, wenn diese Inuit die Robbenjagd nicht kommerziell betreiben. Gegen diese Bedingung wehren sie sich.
Nun haben die Kläger bis zum 7. September Zeit, ihre Argumentation zu präzisieren und einzureichen. Diese werden auch in öffentlichen Anhörungen vor dem Gericht gehört werden. Im Anschluss dann soll der Richter entscheiden, ob die Regelung weiter ausgesetzt bleibt und zwar dann so lange bis ein endgültiges Urteil über das Verbot gefällt wird. Einen festen Zeitplan für das weitere Vorgehen gibt es laut EU aber nicht.
Weltweit werden im Jahr rund 900.000 Robben getötet, die meisten davon in Kanada, Grönland und Norwegen. Tierschützer kritisieren die Robben-Jagd als grausame Tierquälerei. Kanada dagegen verteidigt die Jagd und nannte das EU-Embargo eine "komplett unfaire" Entscheidung. Die kanadischen Robbenjäger würden "eklatant diskriminiert". Zuvor hatten bereits die USA und Mexiko ihren wichtigsten Handelspartner verärgert: Auch sie hatten ein Handelsverbot gegen Robben-Produkte verhängt.
ZEIT ONLINE

Niedersachsens Tierschutzministerin: Die Ministerin und die leidenden Puten (23.08.2010)

Von Jens Schneider
Niedersachsens Tierschutzministerin Grotelüschen setzt auf Massentierhaltung. Mehr noch, ihr werden enge Beziehungen zu Betreibern von Mastanlagen zugesagt, in denen Tiere unsagbar leiden.
Wenn von Ministern die Rede ist, wird deren Ressort meist schnell auf einen kurzen Nenner gebracht. Also firmiert die 45 Jahre alte Astrid Grotelüschen gemeinhin als Landwirtschaftsministerin. Tatsächlich führt sie in Hannover das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung. Nicht erwähnt wird im Titel der Tierschutz, für den sie auch zuständig ist. Das allein finden so manche Tierschützer empörend, weil es den geringen Stellenwert des Anliegens deutlich mache.
Bei Grotelüschen sehen sie gar einen unverantwortlichen Widerspruch: Die Christdemokratin passe nicht in dieses Amt, weil ihre Familie eine große Putenbrüterei betreibt, klagten Kritiker schon bei ihrer Ernennung im April. Die Grünen warnten, sie solle wohl das "grauenhafte Markenzeichen der Massentierhaltung" der niedersächsischen Landwirtschaft stärken. Jetzt hat ein Bericht des ARD-Magazins "Report Mainz" Tierschützer aufgebracht, während die Ministerin empört von ungerechtfertigten Vorwürfen spricht. Ihr Sprecher beklagt eine "Kampagne".
Laut dem Bericht soll es zu "tierquälerischer Putenhaltung" bei Mästern gekommen sein, die in enger Geschäftsbeziehung zur Mastkükenbrüterei Ahlhorn stünden. Diese Brüterei gehört dem Ehemann der Ministerin, sie selbst war bis zu ihrem Amtsantritt Geschäftsführerin. Die Mutter von drei Söhnen hat ihre Wurzeln in der Landwirtschaft, sie wuchs im Rheinland auf dem Hof ihrer Großeltern auf. Ihr Studium in Bonn schloss sie 1990 als Diplom-Oecotrophologin ab.
Während eines Praktikums lernte sie in Ahlhorn ihren Mann kennen, bald stieg sie in den Familienbetrieb ein. Der hat sich seit den 1960er-Jahren auf die Elterntierhaltung und Brut von Puten spezialisiert. Nach der Wende investierte der Betrieb in Mecklenburg, Grotelüschen war oft dort. Ihr Engagement in der CDU begann sie vor zehn Jahren als Beisitzerin im Gemeindevorstand Großenkneten. 2009 errang sie ein Direktmandat für den Bundestag, ein halbes Jahr später wurde sie Ministerin.
Die Vorwürfe dürften nun die emotionale Debatte über Massentierhaltung weiter anfachen. Das TV-Magazin zeigte - von Tierschützern aufgenommene - Bilder von verletzten und sterbenden Tieren, die sich gegenseitig Federn und Augen ausgepickt haben. Damit konfrontiert, nannte Grotelüschen dies "nicht wünschenswert". Verantwortlich sei sie nicht: "Wir sind als Betrieb nicht an Mastbetrieben beteiligt, wir sind eine Mastputenbrüterei." Mit den Betrieben in Mecklenburg habe sie nichts zu tun. Laut den Behörden in Mecklenburg wird in den Anlagen ordnungsgemäß gearbeitet. Ihr Ministerium hat Zweifel an der Authentizität der Aufnahmen.
Für die Tiermast im großen Stil will die Ministerin weiter werben. Sie unterstützt offensiv den umstrittenen Bau der größten Hähnchenschlachterei Europas in Wietze im Kreis Celle. Nach dem Brandanschlag auf einen Maststall für 36.000 Hähnchen in Buchholz rief sie jetzt Landwirte auf, weiter auf die Mast zu setzen. Solange es Bedarf für günstiges Fleisch gebe, sei es "richtig, weitere Mastställe zu bauen".
sueddeutsche.de

Feuer in Grotelüschen-Brüterei (23.08.2010)

Polizei prüft, ob Tierschützer den Brand legten – Oppositionspolitiker verurteilen Tat
Von Uwe Hildebrandt und unseren Agenturen
Die wegen des Vorwurfs der Tierquälerei in Putenmastbetrieben in die Kritik geratene Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen (CDU) kommt nicht zur Ruhe. In der Brüterei ihres Mannes in Ahlhorn bei Oldenburg brach in der Nacht zum Samstag ein Feuer aus. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, sie prüft, ob Tierschützer dahinterstecken.
Der Schutz für die Ministerin, die bereits eine Morddrohung erhielt, sei verstärkt worden, so die Polizei. Vertreter der Oppositionsparteien distanzierten sich gegenüber unserer Zeitung von dieser Art der Auseinandersetzung. „Wenn es sich um Aktionen von Tierschützern handelt, die Frau Grotelüschen in Misskredit bringen wollen, dann beobachten wir das mit Abschaum“, sagte Niedersachsens ehemaliger Innenminister Heiner Bartling (SPD).
„Solche Aktionen sind keine Art der politischen Auseinandersetzung, sie sind ein Zeichen der Hilflosigkeit“, meint der Braunschweiger Peter Rau, der seit 20 Jahren bei den Grünen auf Bundesebene die Tierschutz-Politik koordiniert. Zwar könnten Tierschützer teils nur mit aufsehenerregenden Aktionen auf Missstände hinweisen, diese dürften aber nie andere in Gefahr bringen.
In der Brüterei war eine Mülltonne in Brand geraten, die an einem Stall stand. Ein Wachmann verletzte sich beim Löschen des Feuers.
Die Debatte hatte ein Fernsehbericht angestoßen, der belegen soll, dass in Partnerbetrieben der von der Familie Grotelüschen geführten Brüterei Puten gequält werden.
Bartling forderte gestern eine umfassende Aufklärung, inwiefern die Ministerin persönlich in den Fall verstrickt ist. Peter Rau sagte: „Es hat sich nun deutlich gezeigt, dass es ein großer Fehler gewesen ist, eine Frau aus dieser Branche zur obersten Tierschützerin des Landes zu machen.“ Es werde nicht gelingen, sie langfristig im Amt zu halten.
newsclick.de

"Eine wahnwitzige, brutale Sache" (23.08.2010)

von Johanna Ruzicka
Bei Schweinen ist das heimische Tierschutzgesetz verbesserungswürdig
Auch wenn Österreich sich gerne als Genussinsel versteht, mit in der Werbung transportierten Bildern von herzigen Schweinderln und putzigen Küken - so heil ist das Nutztierleben in Österreich denn doch nicht.
Klar, die Situation ist von der riesigen Massentierhaltung in den USA, Brasilien und Argentinien weit entfernt, wie Agrarier in Österreich betonen: "Bei uns hat ein Rinderhalter im Schnitt 30 Kühe, einer mit hundert Rindern ist schon groß", sagt Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer.
Häufig gibt es hofeigenes Futter - eine Art Kreislaufwirtschaft. Schutzbestimmungen regeln alles und jedes, etwa wie viel Raum ein Tier haben muss und ob es Auslauf gibt oder nicht. Die klein strukturierte Landwirtschaft in Österreich hat da ihre guten Seiten.
Fütterung, Hygiene, Umgang mit der Gülle: Diese Dinge sind in Österreich recht gut geregelt - große Betriebe müssen in Österreich eine Umweltverträglichkeitsprüfung machen.
Das sieht auch die grüne Niederösterreich-Politikerin Madeleine Petrovic so. Als Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins konzediert sie über weite Strecken relativ tierfreundliche Regelungen bei Haltung und Schlachtung. "Bei Hühnern sind wir sehr gut", sagt sie. Generell sei das "Bundestierschutzgesetz nicht so schlecht", es verbiete etwa eine reine Stallhaltung, zum Beispiel bei Rindern.
Doch es gibt enorme Schwachstellen. Eine große ortet die Tierschützerin bei männlichen Schweinen, die in Österreich häufig ohne Betäubung kastriert werden, indem ihnen die Geschlechtsteile einfach herausgerissen werden. "Das ist eine wahnwitzige, brutale Sache", sagt Petrovic. "Wer je die Schreie der jungen Eber gehört hat, isst kein Schweinefleisch mehr." - Die Praxis sei übrigens überhaupt nicht notwendig, es gebe andere, gar nicht teure Möglichkeiten, das Problem, dass das Fleisch beim Kochen sonst unangenehm riecht, zu beseitigen.
Auch bei der Schweinehaltung selbst hat der Gesetzgeber bis dato keine großen Vorgaben gemacht, mit dem Effekt, dass nach Schätzung von Petrovic gerade einmal ein Prozent der Tiere in Freilandhaltung aufwachsen. Besonders arg bei den Muttertieren: Ein Schweineleben lang verbringen viele in einer sogenannten Eisernen Jungfrau, einem Gitterkasten, können sich nicht einmal umdrehen, sondern bieten nur die Zitzen für die Ferkel dar.
"Die Tiere dämmern nur so vor sich hin", sagt Petrovic. "Denn je weniger sie sich bewegen, desto weniger Futter benötigen sie. Würde ich noch Fleisch essen, dann sicherlich nicht vom Schwein." (Johanna Ruzicka, DER STANDARD Printausgabe 23.8.2010)

1000 Leben für den Hunger nach Fleisch (23.08.2010)

Mehr als 1000 Tiere vertilgt ein Fleischesser im Laufe seines Lebens. Doch welches Leben fristen unsere Nutztiere?
Vier Rinder, vier Schafe, zwölf Gänse, 37 Enten, 46 Truthähne, 46 Schweine und 945 Hühner: Es ist der Tierbestand eines Kleinbauernhofs, den ein Fleischesser laut deutschem Vegetarierbund im Laufe seines Lebens vertilgt. Und was das Fleischessen betrifft, sind die Österreicher mit den Deutschen Europameister. Mehr als 60 Kilogramm Fleisch verzehrt hierzulande jeder Bürger pro Jahr. Das ist doppelt so viel wie der weltweite Schnitt und ein Vielfaches des Fleischkonsums in den Entwicklungsländern.
Entsprechend dicht ist die Nutztierhaltung in unseren Breiten. Doch welches Leben fristen die Schweine, Rinder und Hühner in unseren Ställen? Ein besseres als noch vor wenigen Jahren, heißt es in der Landwirtschaftskammer. Ein unerträglich unwürdiges, sagen Tierschutzverbände.
Tatsächlich haben sich die Bedingungen für die Nutztiere durch strengere Auflagen verbessert. Hauptverantwortlich dafür ist das seit 2005 gültige Bundestierschutzgesetz. "Die Tiere müssen mehr Bewegungsfreiheit haben, Fressplätze und Liegeflächen sind genauer definiert", sagt Walter Breininger, Tierschutz- und Stallbaufachmann bei der steirischen Bauernkammer.
Doch kein Gesetz ohne Ausnahmen. Und auf die schießen sich Tierschützer besonders ein. "Laut Gesetz brauchen Rinder an 90 Tagen im Jahr Auslauf. Wer aber den Platz dazu nicht hat, kann die Milchkühe immer noch ständig angebunden halten", kritisiert David Richter vom Verein gegen Tierfabriken. Zudem gebe es wenige und unzureichende Kontrollen. "Bei den Schweinen ist das besonders drastisch", sagt Richter. Das Gesetz sei hier "eine schlichte Farce". Nach wie vor würde nicht das Haltungssystem den Tieren angepasst, sondern umgekehrt. "Rindern werden die Hörner abgeschnitten, Schweinen die Schwänze, damit man sie einfacher halten kann."
Dass der Schweinebereich von artgerechter Haltung noch am weitesten entfernt sei, räumt man auch bei der Kammer ein. Zudem gibt es immer weniger Betriebe mit immer mehr Tieren. "Das ist keine Gier der Bauern, sondern nötig, um überleben zu können", sagt Breininger. Denn Schweinefleisch sei ein Billigprodukt. "Erst wenn der Konsument bereit ist, mehr dafür zu zahlen, reagiert auch der Markt." Schließlich, sagt Breininger, sei es ethisch ohnehin fragwürdig, so viel Fleisch zu essen, wie es hierzulande passiere.

Das Weidenidyll ist nur die Ausnahme
Kühe, die auf grünen Weideflächen Gras fressen - entgegen dem weitverbreiteten Bild bilden sie hierzulande die Ausnahme. Rund 80 Prozent der heimischen Milchkühe leben in Ställen, nicht wenige in Anbindehaltung. Ihr Bewegungsraum: Sie können sich hinlegen und aufstehen. Und sie liegen zumindest 295 Tage im Jahr in Ketten. Das neue Tierschutzgesetz verbietet die Anbindehaltung zwar. Für Bestandsanlagen gelten aber Übergangsfristen.
In den neueren Ställen können sich die Kühe frei bewegen. Mindestfläche für ein 350 Kilogramm schweres Tier: zwei Quadratmeter. Bei "Bio-Kühen" sind es 6,5 Quadratmeter plus Auslauf. Gemolken wird in der Regel maschinell und zweimal täglich, um den Milchfluss anzuregen. Bis zu 6000 Liter pro Jahr werden aus einer Milchkuh gewonnen - fünf Mal so viel, wie ein Kalb benötigen würde.
Mastkälber kommen mit acht Tagen in die Mastanstalt. Dort bekommen sie vornehmlich Milchbrei mit hohem Fettgehalt und legen so rund 1,4 Kilogramm pro Tag zu - doppelt so viel wie ein gewöhnliches Kalb.
Spalten im Boden statt Rüssel in der Erde
Insgesamt 2,3 Millionen Schweine werden in Österreich in 54.000 Betrieben gehalten. Der Anteil der Bio-Betriebe ist verschwindend gering und bewegt sich im Promillebereich. In der konventionellen Schweinezucht und -mast dominieren Ställe mit Vollspaltenböden. Über die ein bis zwei Zentimeter breiten Rillen im Betonboden wird der Schweinemist automatisch entsorgt. Dieses praktische System macht es allerdings schwierig, Stroh und anderes kleines Beschäftigungsmaterial für die Tiere einzustreuen. Schweine sind es gewohnt, mit ihren Rüsseln in der Erde zu wühlen, ein nackter Betonboden mit Spalten macht ihnen zu schaffen. Fehlt es Schweinen an Beschäftigungsmaterial, entwickeln sie nicht selten Fehlverhalten und beginnen, sich gegenseitig Schwänze und Ohren abzubeißen. In vielen Betrieben werden den Tieren daher vorsorglich die Schwänze abgeschnitten. Vorgeschriebene Mindestfläche für ein 85 Kilo schweres Schwein: etwas mehr als ein halber Quadratmeter.
Während Mastschweine täglich bis zu 14 Mal gefüttert werden, pendeln die Zuchtsauen Zeit ihres Lebens zwischen Besamung und Abferkelbucht. Nur wenige Betriebe haben Buchten, in denen sich Sauen frei bewegen können.
GÜNTER PILCH
kleinezeitung.at

Die Sünde des Fleisches? (23.08.2010)

Natürlich gab es die Debatte Vegetarier versus Fleischesser schon tausendmal. Die enorme Resonanz auf das Buch "Tiere Essen" zeigt auch in Deutschland, dass die Diskussion jetzt eine gesellschaftliche Weiterung erfährt.
Hätten unsere Vorfahren mit ihren steinzeitlichen Waffen nicht irgendwann begonnen, Tiere zu töten und ihr Fleisch mitsamt seinen für die Evolution des menschlichen Gehirns so nötigen Proteinen zu verzehren, würden wir jetzt diese Frage vermutlich nicht einmal denken können. Die Frage ist: Dürfen oder sollen wir weiterhin Tiere essen?
Natürlich gab es die Debatte Vegetarier versus Fleischesser schon tausendmal. Auch durch die Geschichte der Philosophie und der Religionen geistert immer wieder die Überlegung, ob mindestens höher entwickelte Tiere eine Seele haben oder so viel Verstand und Empfindung, um nicht nur als lebende Maschinen oder schieres Nahrungsmittel genutzt und verbraucht zu werden. Nun aber erscheint das alte Thema in neuem Licht.
Das liegt zunächst an einem Buch, das soeben auch auf Deutsch erschienen ist. Der amerikanische Schriftsteller Jonathan Safran Foer hat, angeregt durch Fragen seines kleinen Sohns, ebenso praktisch recherchiert wie politisch und ethisch reflektiert, was das bedeutet: „Tiere essen“ – so der Titel seines Buchs, das zum internationalen Bestseller geworden ist. Die enorme Resonanz zeigt auch in Deutschland, dass die Diskussion jetzt eine gesellschaftliche Weiterung erfährt. Es geht nicht mehr um persönliche Skrupel oder Geschmacksentscheidungen. Oder um nur gesundheitliche Ernährungsfragen wie einst bei der BSE-Debatte. Es geht um unsere Zivilisation, um das grundlegende Verhältnis zur Natur und die Zukunft des Planeten.
Große Worte. Denkt man. Aber weil die Wälder des Amazonas weiterhin für Rinderweideflächen gerodet werden und mit dem Fleischhunger der Menschheit durch immer mehr Nutztierhaltung der Anteil klimawirksamer Gase auf rund 20 Prozent der gefährlichen Emissionen wächst, ist das ein reales Weltproblem. Und tatsächlich ist Fleisch in manchen Wohlstandsregionen inzwischen billiger als Gemüse. So billig, weil zum Beispiel in Deutschland 98 Prozent der rund 560 Millionen Hühner, Schweine und Rinder, die hier jährlich geschlachtet werden, aus der Massentierhaltung stammen. Es sind Tiere, die nie die Sonne, nie eine Wiese oder einen Misthaufen gesehen haben, die nie wirklich gelebt haben, bevor sie in so unvorstellbaren Mengen am Fließband und oft noch unter letzten Qualen getötet werden.
Eltern aller Schichten haben heute schon das Problem, ihren Kindern erklären zu müssen, dass Fische nicht als Stäbchen und Schweine nicht als Koteletts auf die Welt gekommen sind. Würde man unseren Kindern aber, die in der Schule neuerdings über gesundes Essen aufgeklärt werden sollen, dort auch Filme zeigen, die dokumentieren, was Millionen Hühner oder armen Schweinen tagtäglich in Massenmastbetrieben zugefügt wird, dann würden sie vor Entsetzen aufschreien und zu Hause die Tiefkühltruhen anzünden.
Wir Fleischesser geraten da in ein moralisches Dilemma. Wir trösten uns, wenn wir es uns leisten können, mit Biofleisch aus artgerechter Haltung. Das ist schon mal besser. Auch weniger wäre hier mehr, darum müsste noch keiner zum Hungerkünstler werden. Die mit EU-Agrarmilliarden subventionierte Massentierhaltung mitsamt ihren grausigen Viehtransporten bleibt eine Schande. Das ist nicht recht und das so produzierte Fleisch, schaut man auf die sozialen und ökologischen Kosten, nicht mal billig.
Der Tagesspiegel

Anti-Schlachthof-Camp geräumt: Polizei gegen Hühner Armee Fraktion (23.08.2010)

Die Polizei hat in Niedersachsen ein von Tierschützern besetztes Baugelände geräumt. Dort soll Europas größter Geflügelschlachthof entstehen. VON H. SEZGIN & J. MAURIN
WIETZE/BERLIN taz | Die Polizei hat das von Tierschützern besetzte Baugelände für Europas größten Geflügelschlachthof geräumt. Etwa 200 Polizisten rückten am Dienstagmorgen auf das Grundstück im niedersächsischen Wietze bei Celle vor. Spezialeinheiten brauchten rund zehn Stunden Stunden, um zehn Aktivisten zu entfernen, die sich unter anderem an Betonblöcken festgekettet hatten. Vor allem jüngere Tierrechtler hatten das Gelände seit Ende Mai besetzt gehalten.
Bei voller Auslastung der Anlage sollen hier 130 Millionen Tiere im Jahr geschlachtet werden - das wären umgerechnet 356.000 Hühner pro Tag. Die Schlachttiere sollen nach Angaben des Investors, der Firma Emsland Frischgeflügel, aus 400 neuen Mastställen für je 40.000 Hähne kommen.
"Das ist ein Millionenmord an sämtlichen Lebewesen. Es geht ja nicht nur um die Tiere, da ist auch die Belastung der Umgebung durch die ganzen Lastwagen und die Abholzung des Regenwaldes für das Futter", erläuterte einer der Besetzer. Mit der Anlage und den Mastbetrieben gingen, so die Befürchtung mehrerer Bürgerinitiativen, Lärm- und Geruchsbelästigung, die Gefahr von Tierseuchen sowie Feinstaubemissionen einher. Der Investor wollte sich dazu am Dienstag trotz einer Anfrage der taz nicht äußern. Befürworter werben für das Projekt besonders mit den etwa 250 Arbeitsplätzen, die der Schlachthof in der ersten Ausbaustufe bieten soll. Alle tierschutz- und umweltrechtlichen Vorschriften würden eingehalten.
Trotz der Einwände hatte das Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg am 16. Juli die Baugenehmigung erteilt. Der Landkreis Celle ordnete daraufhin die Räumung an. Sie war schwierig, weil die Besetzer sich außergewöhnlich trickreich verschanzt hatten. Zwei hatten sich sogar an einen Betonblock in einem Wohnwagen festgekettet, den sie in der Erde vergruben. Andere hatten sich auf zehn Meter hohen Holzgestellen festgebunden, so dass die Polizei mit einer Drehleiter und einer Hebebühne arbeiten musste. "So was wie das hier haben wir noch nie gesehen", sagte ein Polizist. Alles sei friedlich verlaufen. Irritierend war nur die Bemerkung eines Rettungssanitäters: "Schaufel Erde drauf und gut ist."
Die Blockierer wurden der Polizei zufolge zur Aufnahme der Personalien auf die Wache gebracht und konnten dann gehen. Gegen sie werde wegen Hausfriedensbruch und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt.
Der Investor kündigte nach der Räumung an, dass die Bauarbeiten noch im August beginnen würden. Bereits am Dienstag wurde ein Zaun um das Gelände gezogen.
Einer der künftigen Zulieferbetriebe für den geplanten Schlachthof ist am 30. Juli in Flammen aufgegangen. In einem Gebäude in Sprötze bei Hamburg sollten dort bis zu 36.000 Hähnchen gemästet werden, sagte Angela Eickhoff von der Betreiberfamilie. Medienberichten zufolge begründete die militante Tierschützergruppe Animal Liberation Front diesen "Brandanschlag" mit dem Protest gegen Mastanlagen. Polizeisprecher Jan Krüger stufte das Schreiben jedoch nur als "Sympathiebekundung" ein. "Darin wird kein Täterwissen deutlich." Es werde in alle Richtungen ermittelt.
taz.de

«Horn auf!»: Tierschutz fordert mehr Kühe mit Hörnern (23.08.2010)

«Horn auf!» - unter diesem Motto will die Nutztierorganisation KAGfreiland die Kühe mit Hörnern auf die Schweizer Weiden zurückholen. Neun von zehn hiesigen Kühen haben keine Hörner mehr - für KAGfreiland eine unnötige Tierquälerei.
Zürich. – «Milchpackungen sind Mogelpackungen», zeigte sich KAGfreiland-Geschäftsleiter Roman Weibel am Dienstag vor den Medien in Zürich überzeugt. Überall seien Kühe mit Hörnern abgebildet, doch die Realität sehe völlig anders aus.
Neun von zehn Kühen in der Schweiz leben ohne ihre Hörner - aus Sicherheitsgründen, und weil die Tiere im Stall so weniger Platz benötigen. Laut Angaben von KAGfreiland brennen Tierärzte und Landwirte jedes Jahr bei 200'000 Kälbern die Hornansätze aus.
Der Eingriff darf nur unter Betäubung durchgeführt werden, denn anders als etwa menschliche Fingernägel, sind Kuhhörner durchblutet und schmerzempfindlich. Problematisch sei bei diesen Eingriffen insbesondere, dass danach oft zu wenig Schmerzmittel verabreicht werde, so Weibel. Zudem sei das Infektionsrisiko hoch.
KAGfreiland kritisiert das Ausbrennen aber auch deshalb, weil Hörner ein wichtiges Kommunikations- und Imponierwerkzeug sind und bei der Festsetzung der Rangordnung eine wichtige Rolle spielen.
Dass behornte Kühe ein Sicherheitsrisiko sein sollen, lässt KAGfreiland nicht gelten. Mit genügend grossen Laufställen sei die Verletzungsgefahr nicht grösser als mit hornlosen Kühen - von ein paar harmlosen Blutergüssen an Eutern abgesehen.
Als «Horn auf!»-Maskottchen hat sich KAGfreiland die Winterthurer Kuh Sibylle ausgesucht, die durch ihre Teilnahme in der Fernsehshow «Wetten dass...» international bekannt wurde, weil sie mit ihrem Bauern auf dem Rücken einen Springparcours absolvieren konnte. Stellvertretend für alle Hornkühe wurde sie am Dienstag ins Zoologische Museum Zürich geführt.
Der Schweizerische Bauernverband (SBV) ist von der KAG-Aktion nicht begeistert. Er findet, es sei eine individuelle Entscheidung, ob ein Landwirt die Kühe mit oder ohne Hörner halten wolle.
Die Haltung mit Hörnern sei zwar nicht unmöglich, aber risikoreicher, aufwändiger und teurer, wie der SBV in einer Mitteilung schreibt. (sda)
Die Südostschweiz

Mannheim: Streit um Zirkus mit Wildtieren (23.08.2010)

Mannheim. Ein Zirkusgastspiel sorgt in Mannheim für Ärger. Tierschützer werfen dem Zirkus vor, Wildtiere durch Transport und Vorführungen mit Publikum enormem Stress auszusetzen. Das Unternehmen gastiert mit rund 80 Tieren - darunter Elefanten, Zebras, eine Giraffe und ein Flusspferd - bis zum 5. September in Mannheim. Ein Amtstierarzt stellte gestern bei einer ersten Kontrolle nach Angaben der Stadt keine Verstöße gegen das Tierschutzgesetz fest. Die Überprüfungen sollen regelmäßig wiederholt werden. Laut Stadtverwaltung ist ein Auftrittsverbot von Wildtieren in Zirkussen, wie es die Grünen im Gemeinderat gefordert hatten, auf kommunaler Ebene rechtlich nicht möglich. Die Stadt setzt daher auf regelmäßige und teilweise unangekündigte Kontrollen durch die Tierschutzbehörde und Amtstierärzte. Zugleich appellierte Mannheim an die Bundesregierung, die Haltung bestimmter exotischer Wildarten in Zirkusbetrieben zu verbieten. (dpa)
morgenweb.de

Tierschützer fordern Stierkampf-Verbot im Baskenland (23.08.2010)

Zeitgleich mit der Eröffnung der Stierkampfwoche im nordspanischen Bilbao haben mehr als hundert Tierschützer mit einer Aktion vor dem Guggenheim-Museum der Stadt gegen Tierquälerei protestiert. In dieser Woche werden in Bilbao mehr als 50 Stiere in der Arena sterben.
Eine Sprecherin der Tierschutzorganisation “Anima Naturalis”, Alicia Gascon, sagte: “Wie in Katalonien, so wollen wir auch im Baskenland ein Verbot erreichen. Auch hier wird den Menschen klar, dass die Tiere zu Tode gequält werden, und immer mehr Menschen sind dagegen.”
In der Tat sind immer mehr Menschen in ganz Spanien gegen den ungleichen Kampf. Auf der Straße vor dem Guggenheim-Museum in Bilbao sagte eine Passantin: “Hier im Baskenland gibt es traditionsgemäß noch viele Stierkampf-Fans, aber auch solche gutgemachten Aktionen wie diese hier vor dem Guggenheim tragen dazu bei, dass es immer weniger werden.”
Auf den Kanarischen Inseln und in der Region Katalonien wurden Stierkämpfe bereits verboten.
Copyright © 2010 euronews

Kampfstier verletzt Torero am Unterkiefer (23.08.2010)

In Spanien ist ein weiterer Torero von einem Kampfstier verletzt worden. In der Arena von Bilbao bohrte der Bulle ein Horn durch den Unterkiefer des 30-jährigen Sergio Aguilar. Dies meldete die auf Stierkampf spezialisierte Website mundotoro.com.
(sda) Der aus Madrid stammende Torero war zuvor schon am linken Oberschenkel verletzt worden, kämpfte aber weiter. Er habe sehr viel Blut verloren, hiess es. Aguilar sei in ein Spital in Bilbao eingewiesen worden und nach Angaben der Ärzte nicht in Lebensgefahr.
In der Stierkampf-Saison 2010 wurden bereits mehrere Toreros schwer verletzt. Beinahe ums Leben kam am 21. Mai der 41-jährige Julio Aparicio, der von einem 530-Kilogramm-Stier aufgespiesst worden war. Das Horn durchbohrte seinen Unterkiefer und seine Zunge und ragte aus dem Mund heraus. Die grausigen Bilder gingen um die Welt.
In Spanien wird lebhaft über den Stierkampf debattiert. Die Region Katalonien beschloss Ende Juli ein Verbot ab 1. Januar 2012. Auf den Kanarischen Inseln wurden Stierkämpfe bereits 1991 für illegal erklärt.
Bieler Tagblatt

Kampfstier springt auf Tribüne: Panik und 40 Verletzte (23.08.2010)

Ein wildgewordener Stier hat die Tribüne einer Stierkampfarena in Nordspanien gestürmt und im Publikum eine Panik ausgelöst. Mehr als 40 Zuschauer wurden verletzt. Das Tier hatte in der Mitte der Arena der Stadt Tafalla in der Region Navarra Anlauf genommen.
dpa PAMPLONA. Ein wildgewordener Stier hat die Tribüne einer Stierkampfarena in Nordspanien gestürmt und im Publikum eine Panik ausgelöst. Mehr als 40 Zuschauer wurden verletzt. Das Tier hatte in der Mitte der Arena der Stadt Tafalla in der Region Navarra Anlauf genommen.
Dann wuchtete es sein Körpergewicht von 500 Kilogramm im Stil eines Turnierpferds über die Balustrade. "Quesero" (der Käsige), wie der Stier hieß, lief auf der voll besetzten Tribüne mehrere Stufen empor und rannte alle Menschen über den Haufen, die sich nicht schnell genug in Sicherheit bringen konnten. Die Zuschauer sprangen in panischer Angst zur Seite. Viele der 3 500 Besucher kletterten über die Barriere in die Arena.
Ein Ex-Torero unter den Zuschauern machte sich daran, den Stier zu bändigen. Beherzte junge Männer sprangen ihm bei. Sie überwältigen das Tier und fesselten es mit einem Seil. Quesero musste seinen Sturmlauf über die Ränge mit dem Leben bezahlen. Er bekam einen Dolchstoß in den Nacken versetzt.
Wie die Behörden am Donnerstag mitteilten, hatte bei dem Zwischenfall am Vorabend ein zehnjähriger Junge schwere innere Verletzungen erlitten. Er war bei der Panik von flüchtenden Zuschauern in seinen Sitz gedrückt worden. Ein 47-Jähriger wurde durch einen Hornstoß des Tieres schwer verletzt. Die anderen Opfer kamen mit leichteren Blessuren davon. Bei keinem der Verletzten bestand Lebensgefahr.
Paradoxerweise hatte der Stier an dem angesetzten Stierkampf gar nicht teilnehmen sollen. Die Tierärzte hatten ihn als "untauglich" zurückgewiesen. Gerade als er aus der Arena abtransportiert werden solle, setzte er zu seinem Sprung auf die Ränge an - als wollte er die Mediziner eines Besseren belehren. Ein Zuschauer berichtete: "Als der Stier auf uns zukam, brach Chaos aus. Ich habe mich mehrere Stufen herabgestürzt. Es wurde gestoßen, geschlagen und gekreischt. Es ist ein Wunder, dass die Sache so glimpflich verlief."
Nach Angaben von Experten ist es äußerst ungewöhnlich, dass ein Kampfstier aus der Arena in die Publikumsränge springt. "So etwas passiert ein Mal bei einer Million Stierkämpfen", sagte der Rinderzüchter Jesús Macua der Zeitung "Diario de Navarra". "Da kann man niemandem die Schuld geben."
Handelsblatt

FAO ruft zu Hilfe für Tiere im überschwemmten Pakistan auf (23.08.2010)

EXTRA Rom (sda/afd/dpa) Die UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hat dazu aufgerufen, den von den Überschwemmungen in Pakistan bedrohten Nutztieren zu helfen. Etwa 200'000 Kühe, Schafe, Büffel, Ziegen und Esel seien bereits verendet, erklärte die FAO am Freitag in Rom.
Millionen Tiere seien bedroht. Die Tiere bräuchten dringend Futter und Medikamente. Von den Überschwemmungen sind laut FAO auch Gebiete betroffen, in denen in grossem Umfang Vieh gezüchtet wird. "Die Tiere sind für arme Leute zum finanziellen Überleben wichtig", erklärte die FAO.
Viele Tiere seien gestorben, weil ihre Besitzer sie nicht mitnehmen konnten. "Sie können Hühner, Ziegen und Schafe in Booten mitnehmen, aber nicht einen Büffel oder eine Kuh", sagte der FAO-Experte für Vieh, Simon Mack. Laut FAO forderten die Vereinten Nationen 5,7 Millionen Dollar Nothilfe für Vieh.
(SDA/ATS - dk/bsd195/DAC/3/100820 1822)
tierwelt.ch

Tierquälerei: Military-Reiter vor Gericht (23.08.2010)

WINTERTHUR - Am Mittwoch steht in Winterthur ein schweizweit bekannter Military-Reiter, Reitlehrer und Tierarzt vor Bezirksgericht Winterthur. Er soll zusammen mit einer Lehrtochter ein Polo-Pony so fest gequält haben, dass es an den Verletzungen starb.
Der Vorfall passierte im Oktober 2007: Der Angeklagte beauftragte seine Lehrtochter, das Polo-Pony Karioka an der Longe im Kreis gehen zu lassen. Es sollte zu einem Freizeitpferd umtrainiert werden, da es mit seinen 11 Jahren für den Polo-Sport zu alt geworden war.
Er wies die damals 20-Jährige an, die Zügel des Ponys am Sattelgurt zu befestigen, damit es den Kopf nicht nach vorne und nach oben bewegen konnte - dies, obwohl Polo-Ponys eine sehr starke untere Halsmuskulatur haben und den Kopf deshalb nicht gerne in einer so gebogenen Stellung halten.
Statt brav im Kreis zu trotten, wehrte sich Karioka deshalb, verlor wegen des fixierten Halses aber das Gleichgewicht und fiel mehrmals hin. Der 56-jährige Angeklagte soll von der Lehrtochter daraufhin verlangt haben, die Zügel - statt zu lockern - noch mehr anzuziehen.
Derart eingeschnürt versuchte Karioka noch rund 10 Mal, sich aus ihrer Fixierung zu befreien, wobei sie jedes Mal stürzte. Beim letzten Mal bäumte sie sich auf und kippte nach hinten. Mit einem Schädelbruch, einer Verletzung über dem Auge und weiteren Blessuren blieb das Pony schliesslich liegen.
Laut Anklageschrift hat der Angeklagte dem Tier daraufhin lediglich ein Schmerzmittel verabreicht und es verletzt liegengelassen. Erst einige Stunden später wurde Karioka ins Tierspital transportiert, wo die Stute im Laufe des Abends starb.
Die Staatsanwaltschaft, unterstützt durch den Zürcher Tieranwalt Antoine F. Goetschel, fordert für den Hauptangeklagten wegen vorsätzlichen Vergehens gegen das Tierschutzgesetz eine bedingte Geldstrafe von 240 Tagessätzen à 100 Franken sowie eine Busse von 4000 Franken.
Für die Lehrtochter, die sich nicht gegen die Anweisung ihres Chefs gewehrt haben soll, fordert der Staatsanwalt wegen vorsätzlichen Vergehens gegen das Tierschutzgesetz eine bedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 50 Franken sowie eine Busse von 1200 Franken.
blick.ch

Katzenplage in Belgien: Der kastrierte Kater (23.08.2010)

Von Charlotte Frank
Belgien will die rasante Fortpflanzung von Katzen stoppen - mit drastischen Maßnahmen. Auch in Deutschland gibt es Befürworter einer strengen Kastrationspflicht.
Belgier und Katzen verbindet seit jeher ein angespanntes Verhältnis. Bis ins 19. Jahrhundert hinein herrschte in Flandern zum Beispiel der Brauch, Katzen nach dem Winter massenhaft vom Stadtturm zu werfen. König Ludwig XIV. setzte dieser Tradition zwar ein Ende, doch bis heute wird im flandrischen Ypern jedes Jahr das Katzenfest gefeiert - inzwischen fliegen nur noch Plüschtiere durch die Luft. Richtig locker ist die Beziehung zwischen Mensch und Tier aber nicht. Inzwischen sollen sich unter die 10,6 Millionen Belgier mehr als eine Million Katzen mischen - zu viele, meint das Gesundheitsministerium. Nun sollen offenbar alle Katzen und Kater kastriert werden. Bis 2016, so ein Plan der Behörde, darf es keine fortpflanzungsfähigen Katzen im Land mehr geben.
Angestoßen hat das Projekt der Tierschutzrat im Ministerium. Die Tierfreunde haben einen Sechs-Stufen-Plan ersonnen, mit dem die Verbreitung der "Katten" gestoppt werden soll - "weil sie sich so stark vermehren, dass sie in elendem Zustand auf den Straßen leben", erklärt ein Sprecher. In Etappe eins bis drei sollen alle Tierheim-Katzen kastriert werden. Von 2014 an soll dann in Etappe vier auch Züchtern verboten werden, unkastrierte Tiere zu verkaufen. In Phase fünf wird Katzenwerbung untersagt, zum Schluss betrifft die Kastrationspflicht auch Katzen in Privathaushalten.
Bis Belgien eine neue Regierung hat, können sich die Tiere jedoch noch ungebremst vermehren, das Gleiche gilt für Kommentare besorgter Katzenliebhaber im Internet. "Wird es 2026 keine Katzen in Belgien mehr geben?", fragt "boully" auf der Webseite der Zeitung Sud Presse, die die Angelegenheit öffentlich gemacht hat. Ein anderer schreibt: "Das kann doch gar nicht funktionieren."
Tut es aber doch - das zeigen Beispiele aus Deutschland. In Städten wie Düsseldorf, Delmenhorst und Paderborn etwa herrscht bereits Kastrationspflicht für Katzen. "Wir machen gute Erfahrungen damit", sagt ein Sprecher des Paderborner Veterinäramtes, "die Tierheime sind vorher ja übergequollen". Weil das in ganz Deutschland der Fall ist, spricht sich auch der Tierschutzbund für die Kastrationspflicht aus. Seit dieser Woche diskutiert nun auch Berlin über eine solche Regel. In einem Brief an Umweltsenatorin Karin Lompscher forderte der Tierschutzverein Berlin (TVB) eine Kastrationspflicht für alle Katzen - also auch für die in Privatbesitz. "Zuchttiere, die nur in der Wohnung leben, wären nicht betroffen", sagt Sprecherin Evamarie König. Rechtlich zulässig ist die Verordnung nur, wenn Katzen frei herumlaufen und durch ihre Verbreitung "die öffentliche Ordnung und Sicherheit" gefährden.
Fragt man die Berliner Tierschützer, ist dies in der Hauptstadt definitiv der Fall. Durch die Müllberge und Friedhöfe streunen Zehntausende Tiere in erbärmlichem Zustand. Trotzdem vermehren sie sich ungebremst: Unkastrierte Katzen können zwei- bis dreimal im Jahr bis zu fünf Junge werfen. So beherbergen Berlins Tierheime inzwischen 780 Katzen, so viele wie nie. Schon jetzt bietet der Tierschutzverein kostenlose Kastrationen an. Bei einer Kastrationspflicht sollen allerdings künftig die Halter und die Stadt für die Kosten, 50 bis 100 Euro pro Tier, aufkommen; ähnlich ist es in Belgien geplant.
Das Ideal des Katzenliebhabers Mark Twain wäre damit endgültig widerlegt. Er schrieb einst: "Unter allen Geschöpfen dieser Erde gibt es nur eines, das sich keiner Versklavung unterwerfen lässt. Dieses ist die Katze."Charlotte Frank
sueddeutsche.de